Umsatz­steu­er bei Spiel­ban­ken

§ 6 Abs. 1 der Ver­ord­nung über öffent­li­che Spiel­ban­ken 1938 [1] (SpielbkV) ord­ne­te an, dass der „Spiel­bank­un­ter­neh­mer … für den Betrieb der Spiel­bank von den lau­fen­den Steu­ern des Reichs, die vom Ein­kom­men; vom Ver­mö­gen; und vom Umsatz erho­ben wer­den, sowie von der Lot­te­rie­steu­er und von der Gesell­schafts­steu­er befreit“ ist. Für den Bereich der Umsatz­steu­er wur­de die­se Steu­er­be­frei­ung aber bereits durch § 4 Nr. 9 Buchst. a Satz 1 UStG 1967 eigen­stän­dig gere­gelt.

Umsatz­steu­er bei Spiel­ban­ken

Da § 4 Nr. 9 Buchst. a Satz 1 UStG 1967 eine Steu­er­frei­heit für „die Umsät­ze der zuge­las­se­nen öffent­li­chen Spiel­ban­ken, die durch den Betrieb der Spiel­bank bedingt sind“ anord­ne­te, hat die­se Norm die Umsatz­steu­er­frei­heit nach der SpielbkV als jun­ges und spe­zi­el­les Gesetz ver­drängt [2].

Die Annah­me, § 6 Abs. 1 SpielbkV kön­ne neben § 4 Nr. 9 Buchst. a Satz 1 UStG bestehen geblie­ben sein, ist bereits mit dem Wort­laut des § 4 Nr. 9 Buchst. a Satz 1 UStG nicht ver­ein­bar.

Die somit seit dem UStG 1967 aus­schließ­lich nach den Spe­zi­al­re­ge­lun­gen des Umsatz­steu­er­rechts bestehen­de Steu­er­frei­heit für Spiel­ban­ken ent­fiel dann auf­grund der Neu­re­ge­lung des § 4 Nr. 9 Buchst. a UStG durch Art. 2 und 4 des Geset­zes zur Ein­däm­mung miss­bräuch­li­cher Steu­er­ge­stal­tun­gen vom 28.04.2006 [3] mit Wir­kung ab dem 6.05.2006 [4].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 14. Juli 2016 – V B 17/​16

  1. RGBl I 1938, 955[]
  2. eben­so Huschens, in Schwarz/​Widmann/​Radeisen, UStG, § 4 Nr. 9 Rz 153, und Klenk in Rau/​Dürrwächter, Umsatz­steu­er­ge­setz, § 4 Nr. 9 Anm. 133.2[]
  3. BGBl I 2006, 1095, BStBl I 2006, 353[]
  4. vgl. hier­zu auch BFH, Urteil vom 10.11.2010 – XI R 79/​07, BFHE 231, 373, BStBl II 2011, 311[]