Umsatz­steu­er und Glücks­spiel

Ver­an­stal­ter von Glücks­spie­len kön­nen sich, wie jetzt der Bun­des­fi­nanz­hof in Anschluss an ein ent­spre­chen­des Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hofs ent­schie­den hat, unmit­tel­bar auf die Steu­er­frei­heit ihrer Umsät­ze nach Art. 13 Teil B Buchst. f der Richt­li­nie 77/​388/​EWG in dem Sin­ne beru­fen, dass die Vor­schrift des § 4 Nr. 9 Buchst. b UStG 1980 kei­ne Anwen­dung fin­det. Dies gilt für Glücks­spie­le aller Art, auch wenn sie uner­laubt betrie­ben wer­den.

Umsatz­steu­er und Glücks­spiel

Die Spiel­um­sät­ze sind grund­sätz­lich dem Inha­ber der Spiel­ka­si­no­kon­zes­si­on zuzu­rech­nen. Fun­giert die­ser als "Stroh­mann" für einen Drit­ten ("Hin­ter­mann"), liegt ein Kom­mis­si­ons­ge­schäft nach § 3 Abs. 11 UStG 1980 vor mit der Fol­ge, dass sowohl die besorg­te Leis­tung (die Umsät­ze des Kon­zes­si­ons­in­ha­bers an die Spie­ler) als auch die Besor­gungs­leis­tung (die –fin­gier­ten– Umsät­ze des "Hin­ter­manns" an den Kon­zes­si­ons­in­ha­ber) als steu­er­frei behan­delt wer­den kön­nen.

BFH, Urteil vom 22. Sep­tem­ber 2005 – V R 52/​01