Unbe­rech­tig­ter Umsatz­steu­er­aus­weis

Wer in einer Rech­nung einen Steu­er­be­trag geson­dert aus­weist, obwohl er zum geson­der­ten Aus­weis der Steu­er nicht berech­tigt ist (unbe­rech­tig­ter Steu­er­aus­weis), schul­det gemäß § 14c Abs. 2 Satz 1 UStG den aus­ge­wie­se­nen Betrag. Das Glei­che gilt, wenn jemand wie ein leis­ten­der Unter­neh­mer abrech­net und einen Steu­er­be­trag geson­dert aus­weist, obwohl er nicht Unter­neh­mer ist oder eine Lie­fe­rung oder sons­ti­ge Leis­tung nicht aus­führt (§ 14c Abs. 2 Satz 2 UStG).

Unbe­rech­tig­ter Umsatz­steu­er­aus­weis

Die Anfor­de­run­gen an einen unbe­rech­tig­ten Steu­er­aus­weis i.S. des § 14c Abs. 2 UStG erfüllt eine Rech­nung, wenn sie den Rech­nungs­aus­stel­ler, den (ver­meint­li­chen) Leis­tungs­emp­fän­ger, eine Leis­tungs­be­schrei­bung sowie das Ent­gelt und die geson­dert aus­ge­wie­se­ne Umsatz­steu­er aus­weist 1.

Eine aus­rei­chen­de Leis­tungs­be­schrei­bung erfor­dert gemäß § 14 Abs. 4 Nr. 5 UStG die Anga­be der Men­ge und der Art (han­dels­üb­li­che Bezeich­nung) der gelie­fer­ten Gegen­stän­de oder des Umfan­ges und der Art der sons­ti­gen Leis­tung. Anga­ben tat­säch­li­cher Art zur Iden­ti­fi­zie­rung der Leis­tung müs­sen eine ein­deu­ti­ge und leicht nach­prüf­ba­re Fest­stel­lung der abge­rech­ne­ten Leis­tung ermög­li­chen.

Das setzt vor­aus, dass ent­we­der der Rech­nungs­text selbst eine hin­rei­chen­de Leis­tungs­be­schrei­bung in dem Abrech­nungs­pa­pier ent­hält oder eine Bezug­nah­me auf ande­re, ein­deu­tig gekenn­zeich­ne­te Unter­la­gen erfolgt. Was zur Erfül­lung die­ser Vor­aus­set­zung erfor­der­lich ist, rich­tet sich nach den Umstän­den des Ein­zel­falls 2.

Dabei reicht es nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs aus, wenn die Rech­nung auf die in Bezug genom­me­nen Geschäfts­un­ter­la­gen ver­weist und die­se Unter­la­gen für Zwe­cke der Iden­ti­fi­zie­rung ein­deu­tig bezeich­net sind. Sie müs­sen der Rech­nung nicht bei­gefügt sein.

Bestä­tigt wird dies durch § 31 Abs. 3 Satz 2 der Umsatz­steu­er-Durch­füh­rungs­ver­ord­nung. Danach muss eine in Bezug genom­me­ne ande­re Geschäfts­un­ter­la­ge beim Rech­nungs­aus­stel­ler und beim Rech­nungs­emp­fän­ger ledig­lich "vor­han­den" sein. Dies setzt kei­ne phy­si­sche Ver­bin­dung mit der Rech­nung als Urkun­de vor­aus 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 19. Novem­ber 2014 – V R 29/​14

  1. BFH, Urteil vom 17.02.2011 – V R 39/​09, BFHE 233, 94, BSt­Bl II 2011, 734 Rz 25[]
  2. BFH, Urtei­le vom 16.01.2014 – V R 28/​13, BFHE 244, 126, BSt­Bl II 2014, 867, Leit­satz und Rz 12; vom 28.08.2013 – XI R 4/​11, BFHE 243, 41, BSt­Bl II 2014, 282 Rz 55; vgl. auch BFH, Urteil vom 29.08.2012 – XI R 40/​10, BFH/​NV 2013, 182, Rz 31[]
  3. vgl. BFH, Urtei­le in BFHE 244, 126, BSt­Bl II 2014, 867 Rz 14; vom 08.10.2008 – V R 59/​07, BFHE 222, 189, BSt­Bl II 2009, 218 Rz 33[]