Vor­steu­er und Bewir­tungs­kos­ten

Die Rege­lung in § 15 Abs. 1a Nr. 1 des Umsatz­steu­er­ge­set­zes (UStG) 1999, § 4 Abs.5 Nr. 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes, nach der der Vor­steu­er­ab­zug für betrieb­lich ver­an­lass­te Bewir­tungs­kos­ten ab dem Streit­jahr 1999 nur zu 80 % zuläs­sig war, ist nach einem Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs mit dem Gemein­schafts­recht nicht ver­ein­bar und fin­det des­halb kei­ne Anwen­dung. Sol­che Auf­wen­dun­gen berech­ti­gen daher in vol­lem Umfang zum Vor­steu­er­ab­zug. Die Sechs­te Mehr­wert­steu­er­richt­li­nie erlaubt es den Mit­glied­staa­ten näm­lich nicht, den Vor­steu­er­ab­zug, der bei In-Kraft-Tre­ten der Richt­li­nie nach natio­na­lem Recht mög­lich war, spä­ter im natio­na­len Allein­gang ein­zu­schrän­ken. Dies ist in Deutsch­land aber im Jah­re 1999 gesche­hen. Mitt­ler­wei­le ist sogar nur noch ein Vor­steu­er­ab­zug von 70 % gesetz­lich zuläs­sig. Auf­grund des Wort­lauts des Art. 17 Abs. 6 der Sechs­ten Mehr­wert­steu­er­richt­li­nie und der dazu bereits vor­lie­gen­den Recht­spre­chung des Gerichts­ho­fes der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten (EuGH) in Luxem­burg hat­te der BFH kei­ne Zwei­fel dar­an, dass die Beschrän­kung des Vor­steu­er­ab­zugs für betrieb­lich ver­an­lass­te Bewir­tungs­auf­wen­dun­gen nach § 15 Abs. 1a Nr. 1 des UStG gemein­schafts­rechts­wid­rig ist; er sah des­halb von einer erneu­ten Vor­la­ge an den EuGH ab.

Vor­steu­er und Bewir­tungs­kos­ten

Das Urteil betrifft ledig­lich den Umfang des Vor­steu­er­ab­zugs; es ändert nichts dar­an, dass die betrieb­lich ver­an­lass­ten Bewir­tungs­auf­wen­dun­gen wei­ter­hin ange­mes­sen und nach­ge­wie­sen sein müs­sen.

BFH, Urteil vom 10.02.2005 – V R 76/​03