Vor­steu­er­ab­zug bei Erhö­hung der Bemes­sungs­grund­la­ge

Ein Vor­steu­er­ab­zug wegen Erhö­hung der Bemes­sungs­grund­la­ge erfor­dert, wie der Bun­des­fi­nanz­hof in einem aktu­el­len Urteil ferst­stellt, die nach­träg­li­che Ver­ein­ba­rung eines Ent­gelts und die tat­säch­li­che Zah­lung des ver­ein­bar­ten Ent­gelts.

Vor­steu­er­ab­zug bei Erhö­hung der Bemes­sungs­grund­la­ge

Die Erhö­hung der Bemes­sungs­grund­la­ge erfor­dert eine nach­träg­li­che Ver­ein­ba­rung zwi­schen Leis­ten­dem und Leis­tungs­emp­fän­ger 1. Ist eine Leis­tung bereits unent­gelt­lich erbracht, muss sich aus der Ver­ein­ba­rung ein­deu­tig erge­ben, dass für die Leis­tung nun­mehr eine Gegen­leis­tung geschul­det wird.

Dar­über hin­aus ist Vor­aus­set­zung für einen Vor­steu­er­ab­zug nach Erhö­hung der Bemes­sungs­grund­la­ge, dass das in Rech­nung gestell­te Ent­gelt auch tat­säch­lich gezahlt wur­de. Die Ver­ein­ba­rung einer Her­ab­set­zung des Ent­gelts allein recht­fer­tigt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs 2 kei­ne Min­de­rung der Bemes­sungs­grund­la­ge i.S. des § 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG. Hin­zu kom­men muss noch die tat­säch­li­che Rück­ge­währ des ursprüng­lich gezahl­ten Ent­gelts. Da es dem Zweck des § 17 UStG ent­spricht, dass sich die Umsatz­be­steue­rung letzt­lich nach der tat­säch­lich auf­ge­wen­de­ten Gegen­leis­tung rich­tet 3, ist es fol­ge­rich­tig, eine Berich­ti­gung des Vor­steu­er­ab­zugs bei Erhö­hung der Bemes­sungs­grund­la­ge von der Zah­lung des in Rech­nung gestell­ten Betrags abhän­gig zu machen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 19. Novem­ber 2009 – V R 41/​08

  1. vgl. BFH, Urteil vom 18.09.2008 – V R 56/​06, BFHE 222, 162, BSt­Bl II 2009, 250[]
  2. BFHE 222, 162, BSt­Bl II 2009, 250[]
  3. BFH, Urtei­le vom 16.01.2003 – V R 72/​01, BFHE 201, 335, BSt­Bl II 2003, 620 Leit­satz; sowie in BFHE 222, 162, BSt­Bl II 2009, 250[]