Vor­steu­er­be­rich­ti­gung wegen Unein­bring­lich­keit im Insol­venz­eröff­nungs­ver­fah­ren

Der Vor­steu­er­be­rich­ti­gungs­an­spruch gemäß § 17 Abs. 2 Nr. 1, Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG ent­steht mit der Bestel­lung des vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ters mit Zustim­mungs­vor­be­halt i.S. von § 21 Abs. 2 Nr. 2 Alter­na­ti­ve 2 InsO 1.

Vor­steu­er­be­rich­ti­gung wegen Unein­bring­lich­keit im Insol­venz­eröff­nungs­ver­fah­ren

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat mit Urteil vom 08.08.2013 2 ent­schie­den, dass die orga­ni­sa­to­ri­sche Ein­glie­de­rung endet, wenn das Insol­venz­ge­richt für die Organ­ge­sell­schaft einen vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ter bestellt und zugleich gemäß § 21 Abs. 2 Nr. 2 Alter­na­ti­ve 2 der Insol­venz­ord­nung anord­net, dass Ver­fü­gun­gen nur noch mit Zustim­mung des vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ters wirk­sam sind und dass der Vor­steu­er­be­rich­ti­gungs­an­spruch nach § 17 Abs. 2 Nr. 1, Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG mit der Bestel­lung des vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ters mit Zustim­mungs­vor­be­halt ent­steht. Endet zugleich die Organ­schaft, rich­tet sich der Vor­steu­er­be­rich­ti­gungs­an­spruch für Leis­tungs­be­zü­ge der Organ­ge­sell­schaft, die unbe­zahlt geblie­ben sind, gegen den bis­he­ri­gen Organ­trä­ger.

Danach kommt es auf die Streit­fra­ge, ob die Organ­schaft erst mit der Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens oder bereits mit der Bestel­lung des vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ters mit all­ge­mei­nen Zustim­mungs­vor­be­halt ende­te, nicht an. Denn auch im zuletzt genann­ten Fall rich­tet sich der Vor­steu­er­be­rich­ti­gungs­an­spruch gegen den bis­he­ri­gen Organ­trä­ger. Im Gegen­satz zu der Fall­ge­stal­tung über die der Bun­des­fi­nanz­hof in sei­nem Urteil in BFHE 242, 433, BFH/​NV 2013, 1747 zu ent­schei­den hat­te, hat das Finanz­amt im hier ent­schie­de­nen Streit­fall nicht gel­tend gemacht, dass der Organ­trä­ger auch die Umsät­ze der Toch­ter-GmbH im Zeit­raum nach der Bestel­lung des vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ters mit Zustim­mungs­vor­be­halt zu ver­steu­ern hat. Nur hier­für wäre die Fra­ge, zu wel­chem Zeit­punkt die Organ­schaft geen­det hat, von Bedeu­tung.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 3. Juli 2014 – V R 32/​13

  1. Bestä­ti­gung des BFH, Urteils vom 08.08.2013 – V R 18/​13, BFHE 242, 433, BFH/​NV 2013, 1747[]
  2. BFH, Urteil vom 08.08.2013 – V R 18/​13, BFHE 242, 433, BFH/​NV 2013, 1747, Leit­satz 1 und 2[]
  3. FG Ber­lin-Bran­den­burg, Urtiel vom 15.01.w0q5 – 5 K 5182/​13[]