Yoga ist kei­ne Heil­kunst

Die Durch­füh­rung von Yogakur­sen ist regel­mä­ßig kei­ne von der Umsatz­steu­er befrei­te Heil­be­hand­lung.

Yoga ist kei­ne Heil­kunst

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des BFH müs­sen Heil­be­hand­lun­gen i.S. von § 4 Nr. 14 UStG a.F. einen the­ra­peu­ti­schen Zweck haben [1]. Zu den Heil­be­hand­lun­gen im Bereich der Human­me­di­zin gehö­ren zwar auch Leis­tun­gen, die zum Zweck der Vor­beu­gung erbracht wer­den, wie vor­beu­gen­de Unter­su­chun­gen und ärzt­li­che Maß­nah­men an Per­so­nen, die an kei­ner Krank­heit oder Gesund­heits­stö­rung lei­den, sowie Leis­tun­gen, die zum Schutz ein­schließ­lich der Auf­recht­erhal­tung oder Wie­der­her­stel­lung der mensch­li­chen Gesund­heit erbracht wer­den [2]. Leis­tun­gen zur Prä­ven­ti­on und Selbst­hil­fe i.S. des § 20 SGB V haben aber kei­nen unmit­tel­ba­ren Krank­heits­be­zug, weil sie ledig­lich den all­ge­mei­nen Gesund­heits­zu­stand ver­bes­sern und ins­be­son­de­re einen Bei­trag zur Ver­min­de­rung sozi­al beding­ter Ungleich­heit von Gesund­heits­chan­cen erbrin­gen sol­len; sie sind daher kei­ne Heil­be­hand­lungs­leis­tun­gen i.S. von § 4 Nr. 14 UStG a.F. [3].

Da im vor­lie­gend ent­schie­de­nen Rechts­streit die Leis­tun­gen der Klä­ge­rin, soweit sie über­haupt teil­wei­se von den Kran­ken­kas­sen erstat­tet wur­den, von die­sen zum Teil aus­drück­lich als Leis­tun­gen ledig­lich zur Prä­ven­ti­on und Selbst­hil­fe i.S. des § 20 SGB – V ein­ge­ord­net wur­den und im Übri­gen auch kei­ne ärzt­lich ver­ord­ne­ten Leis­tun­gen vor­lie­gen [4], han­delt es sich bei den Yoga-Kur­sen unter Berück­sich­ti­gung der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs nicht um Heil­be­hand­lun­gen i.S. von § 4 Nr. 14 UStG a.F.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 4. Okto­ber 2012 – XI B 46/​12

  1. vgl. z.B. BFH, Urtei­le in BFHE 225, 248, BStBl II 2009, 679, unter II.1.a; und vom 18.08.2011 – V R 27/​10, BFHE 235, 58, BFH/​NV 2011, 2214, unter II.1.b[]
  2. vgl. BFH, Urtei­le in BFHE 225, 248, BStBl II 2009, 679, unter II.1.a, und in BFHE 235, 58, BFH/​NV 2011, 2214, unter II.1.b, jeweils m.w.N.[]
  3. BFH, Urtei­le vom 07.07.2005 – V R 23/​04, BFHE 211, 69, BStBl II 2005, 904, Leit­satz 2; in BFHE 225, 248, BStBl II 2009, 679, unter II.2.a[]
  4. vgl. z.B. zur Hip­po­the­ra­pie BFH, Urteil vom 30.01.2008 – XI R 53/​06, BFHE 221, 399, BStBl II 2008, 647, Leit­satz[]