Bet­ten­steu­er zur Köl­ner Kul­tur­för­de­rung

Anders als noch vor Kur­zen das Ver­wal­tungs­ge­richt Mün­chen zur Mün­che­ner Bet­ten­steu­er beur­teilt das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln die Köl­ner Spiel­art der Hotel­bet­ten-Besteue­rung, die soge­nann­te "Kul­tur­för­der­ab­ga­be" als recht­mä­ßig.

Bet­ten­steu­er zur Köl­ner Kul­tur­för­de­rung

Mit der vom Rat der Stadt Köln am 23. März 2010 beschlos­se­nen Kul­tur­för­der­ab­ga­be wer­den seit dem 1. Okto­ber 2010 in Köln alle ent­gelt­li­chen Beher­ber­gun­gen in Hotels, Gast­hö­fen, Pen­sio­nen, Privatzimmern,Jugendherbergen, Feri­en­woh­nun­gen, Motels sowie auf Cam­ping­plät­zen, Schif­fen und ähn­li­chen Ein­rich­tun­gen besteu­ert. Der Abga­ben­satz beträgt 5 Pro­zent des vom Gast für die Beher­ber­gung auf­ge­wen­de­ten Betra­ges. Die Kul­tur­för­der­ab­ga­be wur­de von der Stadt Köln als Maß­nah­me zur Ver­rin­ge­rung des städ­ti­schen Haus­halts­de­fi­zits beschlos­sen. Sie ist von den Betrei­bern der Beher­ber­gungs­be­trie­be zu zah­len, die­se kön­nen die Kos­ten wie­der­um auf die Gäs­te abwäl­zen.

Die Klä­ge­rin betreibt ein Hotel in Köln. Mit einem Bescheid vom 22. Okto­ber 2010 for­der­te die Stadt die Klä­ge­rin auf, für den Zeit­raum vom 1. bis 6. Okto­ber 2010 eine Kul­tur­för­der­ab­ga­be in Höhe von 309,40 Euro zu zah­len. Hier­ge­gen erhob die Klä­ge­rin Kla­ge und mach­te unter ande­rem gel­tend, der Stadt Köln feh­le schon die recht­li­che Kom­pe­tenz, eine der­ar­ti­ge Abga­be zu erhe­ben, weil die Abga­be mit der vom Bund erho­be­nen Umsatz­steu­er ver­gleich­bar sei. Zudem wider­spre­che die Kul­tur­för­der­ab­ga­be dem Grund­satz der Wider­spruchs­frei­heit der Rechts­ord­nung. Sie sei dar­auf gerich­tet, zum Teil den Vor­teil abzu­schöp­fen, der den Beher­ber­gungs­be­trie­ben nach dem Wil­len des Bun­des­ge­setz­ge­bers durch eine Redu­zie­rung der Umsatz­steu­er zuflie­ßen soll­te. Der Bund hat­te durch das Wachs­tums­be­schleu­ni­gungs­ge­setz den Umsatz­steu­er­satz für Über­nach­tun­gen in Beher­ber­gungs­be­trie­ben zum 1. Janu­ar 2010 von 19 % auf 7 % redu­ziert.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln wies nun die Kla­ge ab und stell­te fest, dass die Stadt Köln weder lan­des­recht­lich noch ver­fas­sungs­recht­lich gehin­dert sei, die Kul­tur­för­der­ab­ga­be zu erhe­ben. Sie sei eine zuläs­si­ge ört­li­che Auf­wand­steu­er. Es han­de­le sich bei ihr auch nicht um eine Art Umsatz-steu­er, die nur vom Bund erho­ben wer­den kön­ne. Die Stadt sei auch nicht ver­pflich­tet, beruf­lich ver­an­lass­te Über­nach­tun­gen gene­rell von der Besteue­rung aus­zu­neh­men. Die durch das Wachs­tums­be­schleu­ni­gungs­ge­setz des Bun­des vor­ge­nom­me­ne Redu­zie­rung des Umsatz­steu­er­sat­zes für Über­nach­tun­gen in Beher­ber­gungs­be­trie­ben ste­he der Erhe­bung der Kul­tur­för­der­ab­ga­be nicht ent­ge­gen. Es ver­sto­ße nicht gegen den Gleich­heits­satz, dass die Abga­be nicht auch von ande­ren Betrie­ben erho­ben wer­de, die aus dem Frem­den­ver­kehr Nut­zen zögen. Schließ­lich wer­de mit der Erhe­bung der Kul­tur­för­der­ab­ga­be nicht in unzu­läs­si­ger Wei­se in die ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­te Berufs­frei­heit der Betrei­ber der Beher­ber­gungs­be­trie­be ein­ge­grif­fen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 6. Juli 2011 – 24 K 6736/​10