Der gewerb­li­che Hund

Die Hun­de­steu­er als ört­li­che Auf­wands­steu­er kann nur erho­ben wer­den, wenn und soweit das Hal­ten von Hun­den per­sön­li­chen (pri­va­ten) und nicht beruf­li­chen Zwe­cken dient (all­ge­mei­ne Mei­nung). Eine Zuord­nung der Hun­de­hal­tung zu beruf­li­chen Zwe­cken kann nur dann ange­nom­men wer­den, wenn die Berufs- oder Gewer­be­aus­übung ohne die Hun­de­hal­tung nicht mög­lich wäre oder ohne die Hun­de­hal­tung der Erwerbs­zweck erheb­lich erschwert wür­de; beruf­li­che bzw. gewerb­li­che Zwe­cke lie­gen ins­be­son­de­re dann vor, wenn die dienst­li­che oder arbeits­ver­trag­li­che Ver­pflich­tung zur Hun­de­hal­tung besteht oder die Hun­de­hal­tung untrenn­bar mit der Aus­übung eines Berufs bzw. eines Gewer­bes ver­bun­den ist ((im Anschluss an VGH Bad.-Württ., Urteil vom 16.12.2002 – 2 S 2113/​00, VBlBW 2003, 288).

Der gewerb­li­che Hund

Der Umfang der Hun­de­hal­tung, der für die Berufs- oder Gewer­be­aus­übung not­wen­dig ist, rich­tet sich ins­be­son­de­re nach dem Umfang der Betä­ti­gung; dar­über hin­aus sind aber auch beab­sich­tig­te bzw. zu erwar­ten­de Betriebs­er­wei­te­run­gen – aus der objek­ti­vier­ten Sicht eines ver­stän­di­gen Betriebs­in­ha­bers – in die Beur­tei­lung ein­zu­be­zie­hen. Ein Gewer­be­be­trieb, der den Ver­trieb, die Repa­ra­tur und den Umbau von Hun­de­sport­ge­rä­ten – Trai­nings­wa­gen für Hun­de­ge­span­ne – zum Gegen­stand hat, kann im Ein­zel­fall auf eine Hun­de­hal­tung „zu gewerb­li­chen Zwe­cken“ ange­wie­sen sein.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg Urteil vom 15. Sep­tem­ber 2010 – 2 S 811/​10