Die Ver­gnü­gungs­steu­er neben der Mehr­wert­steu­er

Eine Ver­gnü­gungs­steu­er auf Glücks­spie­le kann nach Euro­pa­recht neben der Mehr­wert­steu­er erho­ben wer­den.

Die Ver­gnü­gungs­steu­er neben der Mehr­wert­steu­er

Die Fra­ge, ob die Erhe­bung von Ver­gnü­gungs­steu­er mit der Richt­li­nie 2006/​112/​EG ver­ein­bar ist oder ob die Erhe­bung von Ver­gnü­gungs­steu­er gegen ein in der Richt­li­nie ver­an­ker­tes Kumu­lie­rungs­ver­bot von Umsatz­steu­er und Ver­gnü­gungs­steu­er ver­stößt, ist geklärt. Die Mehr­wert­steu­er­sys­tem­richt­li­nie 1 hin­dert gemäß ihrem Art. 401 einen Mit­glied­staat nicht dar­an, Abga­ben auf Spie­le und Wet­ten, Ver­brauch­steu­ern, Grund­er­werb­steu­ern sowie ganz all­ge­mein alle Steu­ern, Abga­ben und Gebüh­ren, die nicht den Cha­rak­ter von Umsatz­steu­ern haben, bei­zu­be­hal­ten und ein­zu­füh­ren, sofern die­se Steu­ern, Abga­ben und Gebüh­ren im Ver­kehr zwi­schen den Mit­glied­staa­ten nicht mit For­ma­li­tä­ten beim Grenz­über­gang ver­bun­den sind. Für die Ver­gnü­gungs­steu­er kann der Cha­rak­ter einer Umsatz­steu­er zwei­fels­frei ver­neint wer­den. Art. 135 Abs. 1 Buchst. i der Mehr­wert­steu­er­sys­tem­richt­li­nie gibt nichts dafür her, dass dann, wenn Mehr­wert­steu­er auf Glücks­spie­le erho­ben wird, kei­ne sons­ti­ge Abga­be nach Art. 401 MWSt­Sys­tRL erho­ben wer­den darf 2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 19. August 2013 – 9 BN 1.13

  1. Richt­li­nie 2006/​112/​EG des Rates vom 28.11.2006 über das gemein­sa­me Mehr­wert­steu­er­sys­tem, ABl EG Nr. L 347 vom 11.12.2006 S. 1[]
  2. BVerwG, Urteil vom 10.12.2009 9 C 12.08BVerw­GE 135, 367 Rn. 34 ff.; Beschlüs­se vom 26.01.2010 – 9 B 40.09, Buch­holz 401.68 Ver­gnü­gungs­steu­er Nr. 48 Rn. 7; und vom 25.05.2011 – BVerwG 9 B 34.11 Buch­holz 401.68 Ver­gnü­gungs­steu­er Nr. 52 Rn. 3; vgl. auch OVG NRW, Beschluss vom 27.11.2012 – 14 A 2351/​12; Nds. OVG, Beschluss vom 30.01.2013 – 9 ME 160/​12, ZKF 2013, 70[]