Ein­brin­gung von Grund­stü­cken zum Buch­wert

Bei der Ein­brin­gung eines Grund­stücks in eine Gesell­schaft darf auch dann nicht anstel­le des Grund­be­sitz­werts der Buch­wert ange­setzt wer­den, wenn die Gesell­schaft und das für die Steu­er­fest­set­zung zustän­di­ge FA dies ver­ein­ba­ren.

Ein­brin­gung von Grund­stü­cken zum Buch­wert

Bei der Über­tra­gung des Grund­stücks auf die KG han­delt es sich um eine Ein­brin­gung, für die die Grund­er­werb­steu­er gemäß § 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 GrEStG nach den Wer­ten i.S. des § 138 Abs. 2 bis 4 BewG zu bemes­sen ist. Die­se Wer­te sind gemäß § 151 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BewG geson­dert fest­zu­stel­len. Für die geson­der­te Fest­stel­lung ört­lich zustän­dig ist das in § 152 Nr. 1 BewG bestimm­te Finanz­amt.

Die­se Rege­lun­gen sind zwin­gend. Durch Ver­ein­ba­rung des Steu­er­pflich­ti­gen mit dem für die Fest­set­zung der Steu­er zustän­di­gen Finanz­amt kann hier­von nicht wirk­sam abge­wi­chen wer­den 1. Die Ermitt­lungs­kom­pe­tenz hin­sicht­lich der Besteue­rungs­grund­la­gen des Grund­la­gen­be­scheids liegt allein bei dem für den Grund­la­gen­be­scheid zustän­di­gen Finanz­amt, des­sen Ent­schei­dung nur im Rah­men eines die­sen Grund­la­gen­be­scheid betref­fen­den Rechts­be­helfs­ver­fah­rens über­prüft wer­den kann 2.

Das für die Fest­set­zung der Steu­er zustän­di­ge Finanz­amt kann aller­dings die Steu­er nach § 155 Abs. 2 i.V.m. § 162 Abs. 5 AO zunächst auf­grund eines geschätz­ten Werts fest­set­zen, wenn der Fest­stel­lungs­be­scheid (Grund­la­gen­be­scheid) noch nicht erlas­sen wur­de. Es muss aber erkenn­bar sein, dass ledig­lich eine einst­wei­li­ge Rege­lung getrof­fen wird, die einem noch zu erlas­sen­den Grund­la­gen­be­scheid vor­greift. § 155 Abs. 2 AO eröff­net nicht die Mög­lich­keit, in einem Fol­ge­be­scheid abschlie­ßend über Sach­ver­hal­te zu befin­den, deren Beur­tei­lung einem Grund­la­gen­be­scheid vor­be­hal­ten ist 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 25. Sep­tem­ber 2013 – II R 2/​12

  1. vgl. z.B. Seer in Tipke/​Kruse, Abga­ben­ord­nung, Finanz­ge­richts­ord­nung, Vor § 118 AO Rz 29, m.w.N.[]
  2. BFH, Beschluss vom 13.12 2011 – X B 127/​11, BFH/​NV 2012, 601, Rz 11[]
  3. BFH, Urteil vom 24.05.2006 – I R 93/​05, BFHE 214, 7, BSt­Bl – II 2007, 76, unter II. 2.b bb und cc; BFH, Beschluss vom 02.12 2003 – II B 76/​03, BFHE 203, 507, BSt­Bl – II 2004, 204[]