Ener­gie­steu­er­ge­setz

Die Bun­des­re­gie­rung hat heu­te den Ent­wurf eines "Geset­zes zur Neu­re­ge­lung der Besteue­rung von Energie?erzeugnissen und zur Ände­rung des Strom­steu­er­ge­set­zes" ver­ab­schie­det. Mit dem Gesetz­ent­wurf kommt die Bun­des­re­gie­rung ihrer Ver­pflich­tung nach, die euro­päi­sche Ener­gie­steu­er­richt­li­nie in natio­na­les Recht umzu­set­zen. Gleich­zei­tig soll das Mine­ral­öl­steu­er­ge­setz unter Berück­sich­ti­gung der eu?roparechtlichen Vor­ga­ben durch ein neu­es Energiesteuerge?setz abge­löst wer­den.

Ener­gie­steu­er­ge­setz

Im Wesent­li­chen sind fol­gen­de Ände­run­gen vor­ge­se­hen:

  1. Der bis­he­ri­ge Kata­log der Steu­er­ge­gen­stän­de des Mine­ral­öl­steu­er­ge­set­zes wird im Ener­gie­steu­er­ge­setz nach den Vor­ga­ben der Ener­gie­steu­er­richt­li­nie erwei­tert. Danach wer­den künf­tig ins­be­son­de­re auch Stein­koh­le, Braun­koh­le und Koks als Ener­gie­er­zeug­nis­se erfasst und besteu­ert.
  2. Die Besteue­rung von Erd­gas wird neu gere­gelt, da sie nicht mehr der aktu­el­len Ener­gie­steu­er­richt­li­nie ent­spricht. Die Steu­er ent­steht nicht mehr mit der Auf­nah­me des Erd­ga­ses in das Lei­tungs­netz, son­dern erst mit dem Zeit­punkt der Lie­fe­rung an den Ver­brau­cher.
  3. Die steu­er­li­che Behand­lung von zur Strom­erzeu­gung ver­wen­de­ten Ener­gie­er­zeug­nis­sen wird geän­dert. Ent­spre­chend der Vor­ga­ben der Ener­gie­steu­er­richt­li­nie wer­den sie grund­sätz­lich von der Steu­er befreit. In die­sem Zusam­men­hang wer­den die Vor­schrif­ten zur Steu­er­be­güns­ti­gung von Anla­gen der Kraft-Wär­me-Kopp­lung wesent­lich ver­ein­facht.
  4. Ein­füh­rung einer teil­wei­sen Besteue­rung der Bio­kraft­stof­fe:
    Der Bio­kraft­stoff­be­richt der Bun­des­re­gie­rung für das Jahr 2004 stell­te eine euro­pa­recht­lich unzu­läs­si­ge Über­för­de­rung von Bio­kraft­stof­fen in Höhe von 5 Cent je Liter Bio­die­sel und 10 Cent je Liter Bei­mi­schung fest. Die zum Aus­gleich vor­ge­se­he­nen Steu­er­sät­ze berück­sich­ti­gen auch den zwi­schen­zeit­li­chen Anstieg der fos­si­len Kraft­stoff­prei­se, die zu einer wei­te­ren Über­kom­pen­sa­ti­on geführt hat. Dadurch ergibt sich im Ergeb­nis eine euro­pa­recht­lich kon­for­me Besteue­rung von 15 Cent je Liter für Pflan­zenöl, 10 Cent je Liter für Bio­die­sel in Rein­form und 15 Cent je Liter für Bio­die­sel als Bei­mi­schungs­kom­po­nen­te.
  5. In der Land- und Forst­wirt­schaft ver­wen­de­te rei­ne Bio­kraft­stof­fe blei­ben von der Steu­er befreit. Der geplan­te Wech­sel von der Steu­er­be­frei­ung der Bio­kraft­stof­fe zu einer Quo­ten­re­ge­lung wird in einem geson­der­ten Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren gere­gelt.
  6. Mit einer gesetz­li­chen Defi­ni­ti­on des Begrif­fes „Ver­hei­zen“ wer­den die gesetz­ge­be­ri­schen Kon­se­quen­zen aus der Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­ho­fes vom 29. April 2004 gezo­gen. Zugleich wer­den bestimm­te ener­gie­in­ten­si­ve Pro­zes­se auf Grund­la­ge der Ener­gie­steu­er­richt­li­nie steu­er­lich begüns­tigt. Damit sol­len durch die neue Defi­ni­ti­on des Begrif­fes „Ver­hei­zen“ beding­te Nach­tei­le für Unter­neh­men, die durch die der­zei­ti­ge Aus­le­gung begüns­tigt sind, ver­mie­den wer­den.
  7. Wie auch in eini­gen unse­rer Nach­bar­staa­ten wird für Gas­öle, die steu­er­frei als Kraft­stoff in der Schiff­fahrt ver­wen­det wer­den, eine Kenn­zeich­nungs­pflicht ein­ge­führt. Das erhöht den Schutz vor miss­bräuch­li­cher Ver­wen­dung.