Erhöh­te Hun­de­steu­er für Bull­ma­stiff

Eine erhöh­te Hun­de­steu­er auch für Hun­de der Ras­se Bull­ma­stiff ist recht­mä­ßig, ent­schied jetzt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblenz für die Hun­de­steu­er­sat­zung der Stadt Bad Dürk­heim, obwohl die­se Ras­se nach dem rhein­land-pfäl­zi­schen Lan­des­hun­de­ge­setz nicht als gefähr­li­che Ras­se ein­ge­stuft wird.

Erhöh­te Hun­de­steu­er für Bull­ma­stiff

Die Klä­ge­rin des jetzt vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Koblenz ent­schie­de­nen Rechts­streits ist Hal­te­rin zwei­er Hun­de der Ras­se Bull­ma­stiff. Nach der Hun­de­steu­er­sat­zung der Stadt Bad Dürk­heim wird – anders als im rhein­land-pfäl­zi­schen Lan­des­hun­de­ge­setz – die Gefähr­lich­keit von Tie­ren auch die­ser Ras­se ver­mu­tet, solan­ge nicht nach­ge­wie­sen wird, dass der ein­zel­ne Hund kei­ne gestei­ger­te Aggres­si­vi­tät und Gefähr­lich­keit auf­zeigt. Die beklag­te Stadt Bad Dürk­heim erhob für das Jahr 2009 für bei­de Hun­de der Klä­ge­rin ent­spre­chend dem für gefähr­li­che Hun­de vor­ge­se­he­nen Steu­er­satz Hun­de­steu­er in Höhe von je 612 €, wäh­rend für zwei nicht als gefähr­lich ein­ge­stuf­te Hun­de Steu­ern in Höhe von ins­ge­samt 180 € ange­fal­len wären. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat der hier­ge­gen erho­be­nen Kla­ge statt­ge­ge­ben. Auf die Beru­fung der Stadt Bad Dürk­heim hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt die Kla­ge hin­ge­gen abge­wie­sen.

Die typi­schen Ras­se­merk­ma­le des Bull­ma­stiffs recht­fer­tig­ten, die­se Hun­de als gefähr­lich ein­zu­stu­fen und einer erhöh­ten Besteue­rung zu unter­wer­fen. Zwar wer­de er als ruhi­ger Hund mit hoher Reiz­schwel­le und „lie­be­vol­lem Wesen” beschrie­ben. Ande­rer­seits han­de­le es sich um einen mit einer Schul­ter­hö­he von 61 bis 68 cm und einem Gewicht von 40 bis 60 kg sehr kräf­ti­gen, muti­gen und wehr­haf­ten Hund mit einem stark aus­ge­präg­ten Schutz­trieb. Die­se Anla­gen sei­en mit erheb­li­chen Risi­ken ver­bun­den, ins­be­son­de­re wenn ein sol­cher Hund gezielt fehl­ge­lei­tet oder nicht kon­se­quent erzo­gen wer­de.

Dar­auf, dass in der Ver­gan­gen­heit Beiß­vor­fäl­le unter Betei­li­gung von Bull­ma­stiffs nicht häu­fig bekannt gewor­den sei­en, kom­me es nicht an, weil für die erhöh­te Besteue­rung das Bestehen einer kon­kre­ten Gefahr nicht erfor­der­lich sei. Viel­mehr genü­ge ein abs­trak­tes Gefähr­dungs­po­ten­ti­al. Dass das rhein­land-pfäl­zi­sche Lan­des­hun­de­ge­setz Hun­de der Ras­se Bull­ma­stiff nicht als gene­rell gefähr­lich ein­stu­fe, schrän­ke die Befug­nis des kom­mu­na­len Sat­zungs­ge­bers nicht ein, durch eine erhöh­te Besteue­rung auf die Begren­zung des Bestands die­ser Hun­de hin­zu­wir­ken.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 21. April 2010 – 6 A 10038/​10.OVG