Fest­set­zung der Kraft­fahr­zeug­steu­er bei Kraftfahrzeughändlern

Maß­ge­bend für die Kraft­fahr­zeug­steu­er­fest­set­zung ist allein die Zulas­sung des Fahr­zeugs. Weder die Aus­hän­di­gung des Fahr­zeug­scheins ist erfor­der­lich, noch muss ein Kenn­zei­chen mit Dienst­sie­gel an den Klä­ger über­ge­ben wor­den sein.

Fest­set­zung der Kraft­fahr­zeug­steu­er bei Kraftfahrzeughändlern

Mit die­ser Begrün­dung hat das Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg 15.988 erlas­se­ne Kraft­fahr­zeug­steu­er­be­schei­de für recht­mä­ßig erklärt. Geklagt hat­ten zwei Kraft­fahr­zeug­händ­ler, die für aus dem Aus­land impor­tier­te Fahr­zeu­ge neue Zulas­sungs­be­schei­ni­gun­gen Teil I und Teil II bzw. in der Zeit vor dem 1.10.2005 neue Fahr­zeug­brie­fe benö­tig­ten. Sie bean­trag­ten die Zulas­sung der Fahr­zeu­ge (sog. Regis­trier­zu­las­sun­gen). Das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren wur­de infol­ge der sehr hohen Fahr­zeug­an­zahl zur Ver­wal­tungs­ver­ein­fa­chung, auch im Inter­es­se der Klä­ger, nicht ord­nungs­ge­mäß durch­ge­führt. Es wur­den Kenn­zei­chen „reser­viert“ und die­se immer wie­der für von den Klä­gern zuge­las­se­ne Fahr­zeu­ge ver­wen­det. Die Fahr­zeu­ge wur­den grund­sätz­lich ange­mel­det und sofort wie­der abge­mel­det. Teil­wei­se wur­de das Zulas­sungs­ver­fah­ren auch ohne gepräg­te Num­mern­schil­der und ohne Aus­hän­di­gung der Zulas­sungs­be­schei­ni­gun­gen Teil I bzw. vor dem 1.10.2005 des Fahr­zeug­scheins durch­ge­führt. Das Finanz­amt erließ für jedes Fahr­zeug nach der Zulas­sungs­mit­tei­lung einen Kraft­fahr­zeug­steu­er­be­scheid für den jewei­li­gen Zeit­raum und kurz dar­auf geän­der­te (nun­mehr bestands­kräf­ti­ge) Beschei­de für einen Zulas­sungs­tag mit einer Min­dest­dau­er der Steu­er­pflicht von einem Monat ins­ge­samt 15.988 erlas­se­ne Kraft­fahr­zeug­steu­er­be­schei­de. Dage­gen ist Kla­ge ein­ge­reicht worden.

Das Kla­ge­ver­fah­ren ruh­te zunächst wegen eines Par­al­lel­ver­fah­rens [1]. Die­se Kla­ge wies das Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg mit Urteil vom 23.09.2016, bestä­tigt durch den Bun­des­fi­nanz­hof mit Urteil vom 14.06.2018 [2], ab. Die ein­ge­leg­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de blieb erfolg­los [3].

Das Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg setz­te das bis­lang ruhen­de Ver­fah­ren [4] fort und wies die Ver­pflich­tungs­kla­ge ab: Die Zulas­sungs­be­schei­ni­gun­gen bzw. Fahr­zeug­schein und Fahr­zeug­brief sei­en auch bei „Regis­trier­zu­las­sun­gen“ Grund­la­gen­be­schei­de für die Fest­set­zung der Kraft­fahr­zeug­steu­er. Daher sei­en 15.988 erlas­se­ne Kraft­fahr­zeug­steu­er­be­schei­de für Zulas­sungs­vor­gän­ge zwi­schen dem 1.01.2005 und dem 31.03.2006 rechtmäßig.

Die von den Klä­gern ein­ge­leg­te Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ist beim Bun­des­fi­nanz­hof anhän­gig [5].

Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 17.05.2019 13 K 2598/​18

  1. FG Baden-Würt­tem­berg, 13 K 1913/​13[]
  2. BFH, Urteil vom 14.06.2018 III R 26/​16[]
  3. BVerfG, Beschluss vom 06.11.2018 1 BvR 2231/​18[]
  4. Az. 13 K 2598/​18[]
  5. BFH, IV B 67/​19[]