Fünf­te Ver­ord­nung zur Ände­rung von Ver­brauch­steu­er­ver­ord­nun­gen

Das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um hat den Ent­wurf für eine "Fünf­te Ver­ord­nung zur Ände­rung Ver­brauchs­steu­er­ver­ord­nun­gen" vor­ge­legt. Schwer­punkt des Ver­ord­nungs­ent­wurfs ist die Umset­zung des Vier­ten Geset­zes zur Ände­rung von Ver­brauch­steu­er­ge­set­zen. Durch die­ses Gesetz wird die neu gefass­te Richt­li­nie 2008/​118/​EG über das all­ge­mei­ne Ver­brauch­steu­er­sys­tem 1 in natio­na­les Recht umge­setzt. Die Richt­li­nie regelt das Ver­fah­ren zur Besteue­rung, Beför­de­rung und Lage­rung von Tabak­wa­ren, Alko­hol und alko­ho­li­schen Geträn­ken sowie Ener­gie­er­zeug­nis­sen und elek­tri­schem Strom und bil­det die Rechts­grund­la­ge für die EU-wei­te Ein­füh­rung des ITVer­fah­rens EMCS (Exci­se Move­ment and Con­trol Sys­tem).

Fünf­te Ver­ord­nung zur Ände­rung von Ver­brauch­steu­er­ver­ord­nun­gen

Durch EMCS wer­den die bis­her auf der Grund­la­ge von Papier­do­ku­men­ten ablau­fen­den Beför­de­rungs­ver­fah­ren mit steu­er­ba­ren Waren unter Steu­er­aus­set­zung künf­tig IT-gestützt abge­wi­ckelt. EMCS ermög­licht sowohl der Ver­wal­tung als auch den Wirt­schafts­be­tei­lig­ten die Beför­de­rung in Echt­zeit zu über­wa­chen. Es dient der Bekämp­fung des Steu­er­be­trugs und damit der Siche­rung der Ver­brauch­steu­er­ein­nah­men. Beför­de­run­gen im EMCS-Ver­fah­ren müs­sen in Deutsch­land nach der Richt­li­nie ab dem 1. April 2010 been­det und ab dem 1. Janu­ar 2011 für inner­ge­mein­schaft­li­che Beför­de­run­gen auch begon­nen wer­den kön­nen. Steht das EDV-gestütz­te Beför­de­rungs- und Kon­troll­sys­tem für das EMCS-Ver­fah­ren bei Beginn, wäh­rend oder nach der Beför­de­rung nicht zur Ver­fü­gung, kann das Beför­de­rungs­ver­fah­ren begon­nen, fort­ge­setzt oder been­det wer­den, wenn ein ent­spre­chen­des (Papier-)Ausfalldokument ver­wen­det wird.

Für Beför­de­run­gen unter Steu­er­aus­set­zung im Steuerge­biet kann in einer Über­gangs­zeit bis zum 31. Dezem­ber 2012 anstel­le des elek­tro­ni­schen Ver­wal­tungs­do­ku­ments auch ein Papier­do­ku­ment ver­wen­det wer­den, um ins­be­son­de­re klei­ne­ren Unter­neh­men, die aus­schließ­lich auf dem deut­schen Markt agie­ren, eine län­ge­re Umstel­lungs­zeit ein­zu­räu­men.

Für Beför­de­run­gen unter Steu­er­aus­set­zung an Ver­wen­der, die steu­er­ba­re Waren (aus­ge­nom­men Ener­gie­er­zeug­nis­se) steu­er­frei ver­wen­den dür­fen, sowie im Bereich der nicht har­mo­ni­sier­ten Kaf­fee­steu­er wird aus wirt­schaft­li­chen Grün­den zunächst an der Beför­de­rung auf der Grund­la­ge von (Papier-)Begleitdokumenten fest­ge­hal­ten.

Außer­dem wer­den die Vor­aus­set­zun­gen für die elek­tro­ni­sche Über­mitt­lung von Besteue­rungs­da­ten im Bereich der Ver­brauch­steu­ern fest­ge­legt.

Dane­ben sol­len wei­te­re Ände­run­gen vor­ge­nom­men wer­den, für die nach Ansicht der Finanz­ver­wal­tung ein recht­li­cher oder prak­ti­scher Hand­lungs­be­darf besteht.

Im Ein­zel­nen sol­len

  • die Tabak­steu­er­ver­ord­nung,
  • die Brannt­wein­steu­er­ver­ord­nung,
  • die Schaum­wein- und Zwi­schen­er­zeug­nis­steu­er­ver­ord­nung,
  • die Bier­steu­er­ver­ord­nung und
  • die Kaf­fee­steu­er­ver­ord­nung,

neu­ge­faßt,

  • die Ener­gie­steu­er­ver­ord­nung und
  • die Zoll­ver­ord­nung

geän­dert swo­wie

  • die Alko­hol­ver­ord­nung

auf­ge­ho­ben wer­den.

Für die Neu­fas­sung der Bier­steu­er­ver­ord­nung bedarf die Ände­rungs­veror­dung vor ihrem Erlaß noch der Zustim­mung des Bun­des­ra­tes.

  1. Richt­li­nie 2008/​118/​EG des Rates vom 16. Dezem­ber 2008 über das all­ge­mei­ne Ver­brauch­steu­er­sys­tem und zur Auf­he­bung der Richt­li­nie 92/​12/​EWG, ABl. L 9 vom 14. Janu­ar 2009, S. 12[]