Geson­der­te Fest­stel­lung bei der Grund­er­werb­steu­er – und der Bewer­tungs­zeit­punkt

Gegen­stand der geson­der­ten Fest­stel­lung nach § 17 Abs. 3 GrEStG ist auch der Zeit­punkt, auf den der Grund­be­sitz der Per­so­nen­ge­sell­schaft nach § 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 GrEStG zu bewer­ten ist.

Geson­der­te Fest­stel­lung bei der Grund­er­werb­steu­er – und der Bewer­tungs­zeit­punkt

Gehört zum Ver­mö­gen einer Per­so­nen­ge­sell­schaft ein inlän­di­sches Grund­stück und ändert sich inner­halb von fünf Jah­ren der Gesell­schaf­ter­be­stand unmit­tel­bar oder mit­tel­bar der­ge­stalt, dass min­des­tens 95 % der Antei­le am Gesell­schafts­ver­mö­gen auf neue Gesell­schaf­ter über­ge­hen, gilt dies nach § 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG als ein auf die Über­eig­nung die­ses Grund­stücks auf eine neue Per­so­nen­ge­sell­schaft gerich­te­tes Rechts­ge­schäft. Die Ände­rung des Gesell­schaf­ter­be­stan­des nach § 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG kann in einem ein­zel­nen Rechts­vor­gang oder in Teil­ak­ten über einen Zeit­raum von längs­tens fünf Jah­ren erfol­gen 1.

Geson­dert fest­zu­stel­len ist auch der Zeit­punkt, auf den der Grund­be­sitz der Per­so­nen­ge­sell­schaft nach § 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 GrEStG zu bewer­ten ist. Dies ist nach § 138 Abs. 1 Satz 2 des Bewer­tungs­ge­set­zes in der im Jahr 2005 gel­ten­den Fas­sung der Zeit­punkt der Steu­er­ent­ste­hung (§ 38 AO, § 14 GrEStG), soweit nicht einer der in § 8 Abs. 2 Satz 2 GrEStG gere­gel­ten Son­der­fäl­le vor­liegt. Die Ent­schei­dung über den Bewer­tungs­zeit­punkt darf nach Sinn und Zweck des § 17 Abs. 3 GrEStG nicht den für die Bewer­tung der Grund­stü­cke zustän­di­gen Finanz­äm­tern über­las­sen wer­den. Nur die Fest­stel­lung im Bescheid nach § 17 Abs. 3 GrEStG kann eine ein­heit­li­che Beur­tei­lung die­ses Zeit­punkts gewähr­leis­ten.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 30. August 2017 – II R 39/​15

  1. stän­di­ge Recht­spre­chung, vgl. BFH, Urtei­le vom 16.05.2013 – II R 3/​11, BFHE 242, 169, BSt­Bl II 2013, 963; vom 09.07.2014 – II R 49/​12, BFHE 246, 215, BSt­Bl II 2016, 57; und vom 25.11.2015 – II R 18/​14, BFHE 251, 492; jeweils m.w.N.[]