Grund­er­werb­steu­er – und der falsch fest­ge­stell­te Erwerbs­vor­gang

Das Finanz­ge­richt ist nicht berech­tigt, den vom Finanz­amt in einem Bescheid über die geson­der­te Fest­stel­lung der Besteue­rungs­grund­la­gen für die Grund­er­werb­steu­er zu Unrecht fest­ge­stell­ten Erwerbs­vor­gang durch einen ande­ren zu erset­zen.

Grund­er­werb­steu­er – und der falsch fest­ge­stell­te Erwerbs­vor­gang

Das Finanz­ge­richt darf also den Erwerbs­vor­gang, für den die Fest­stel­lung erfolg­te (§ 1 Abs. 3 Nr. 3 GrEStG), nicht durch einen Erwerbs­vor­gang (§ 1 Abs. 3 Nr. 4 GrEStG) erset­zen, an dem ein ande­rer Ver­äu­ße­rer betei­ligt war.

Gegen­stand der geson­der­ten Fest­stel­lung nach § 17 Abs. 2 und 3 GrEStG ist in den Fäl­len des § 1 Abs. 3 GrEStG nicht nur die ver­bind­li­che Ent­schei­dung über die Steu­er­pflicht dem Grun­de nach, son­dern u.a. auch die ver­bind­li­che Ent­schei­dung über die als Steu­er­schuld­ner in Betracht kom­men­den Per­so­nen 1.

Begehrt der Klä­ger die Ände­rung eines sol­chen Fest­stel­lungs­be­scheids, beschränkt sich die Ände­rungs­be­fug­nis des Finanz­ge­richt auf eine betrags­mä­ßi­ge Ände­rung. § 100 Abs. 2 Satz 1 FGO erlaubt dem Finanz­ge­richt nicht, eine Fest­stel­lung auch in ande­rer Hin­sicht, z.B. in Bezug auf die Per­son des Steu­er­schuld­ners, die Steu­er­art, den Ver­an­la­gungs­zeit­raum oder den Steu­er­ge­gen­stand zu ändern 2.

Im Streit­fall hat das Finanz­amt in der Ein­spruchs­ent­schei­dung vom 21.12 2010 ver­bind­li­che Fest­stel­lun­gen über den Steu­er­ge­gen­stand, näm­lich den Anteils­er­werb der Klä­ge­rin von der – C‑Bank, getrof­fen. Das Finanz­ge­richt durf­te weder den Steu­er­ge­gen­stand noch die Ver­äu­ße­rin aus­tau­schen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 12. Mai 2016 – II R 26/​14

  1. BFH, Urtei­le vom 31.03.2004 – II R 54/​01, BFHE 205, 314, BSt­Bl II 2004, 658; und vom 15.10.2014 – II R 14/​14, BFHE 248, 228, BSt­Bl II 2015, 405, Rz 20; vgl. auch Vis­korf in Borut­tau, a.a.O., § 17 Rz 67[]
  2. vgl. BFH, Urteil in BFHE 248, 228, BSt­Bl II 2015, 405, Rz 25[]