Grund­steu­er auch für kin­der­rei­che Fami­li­en

Die 1. Kam­mer des Ers­ten Senats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts hat die Ver­fas­sungs­be­schwer­de von Eltern drei­er Kin­der, die sich gegen den Grund­steu­er­be­scheid der Gemein­de für ihr selbst genutz­tes Haus­grund­stück rich­tet, nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men,. aller­dings weit­ge­hend auf­grund for­ma­ler Pro­ble­me des zu ent­schei­den­den Ein­zel­falls.

Grund­steu­er auch für kin­der­rei­che Fami­li­en

So waren zwar Rechts­be­hel­fe und Rechts­mit­tel der Beschwer­de­füh­rer gegen die­sen Grund­steu­er­be­scheid vor den Fach­ge­rich­ten vor Erhe­bung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ohne Erfolg geblie­ben. Die Beschwer­de­füh­rer hat­ten jedoch zuvor weder den ergan­ge­nen Ein­heits­wert­be­scheid noch den Grund­steu­er­mess­be­scheid des Finanz­amts mit Erfolg ange­foch­ten.

Die Erhe­bung der Grund­steu­er als sol­che begeg­net nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts kei­nen Beden­ken. Eben­falls ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den, dass die Grund­steu­er grund­sätz­lich ohne Rück­sicht auf die fami­liä­ren Ver­hält­nis­se des Grund­be­sit­zers erho­ben wird, denn dies ent­spricht ihrem Cha­rak­ter als Objekt­steu­er.

Behaup­te­te Män­gel im Sys­tem der Grund­stücks­be­wer­tung konn­ten im Rah­men der allein gegen den Grund­steu­er­be­scheid der Gemein­de und die ihn bestä­ti­gen­den Gerichts­ent­schei­dun­gen erho­be­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht berück­sich­tigt wer­den. Die­se Rügen rich­ten sich gegen Fest­stel­lun­gen und Fest­le­gun­gen der Grund­la­gen­be­schei­de des Finanz­amts. Wer­den die­se nicht mit Erfolg ange­foch­ten, ist die Gemein­de im Rah­men des Erlas­ses des Grund­steu­er­be­schei­des an den Inhalt der Grund­la­gen­be­schei­de, die die Grund­stücks­be­wer­tung abschlie­ßend regeln, gebun­den.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 18. Febru­ar 2009 – 1 BvR 1334/​07