Grund­steu­er­erlass bei struk­tu­rel­lem Leer­stand

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat sich jetzt der Auf­fas­sung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes in Mün­chen ange­schlos­sen, dass ein Grund­steu­er­erlass gemäß § 33 Abs. 1 Grund­steu­er­ge­setz (GrStG) nicht nur bei aty­pi­schen und vor­über­ge­hen­den Ertrags­min­de­run­gen in Betracht kommt, son­dern auch struk­tu­rell beding­te Ertrags­min­de­run­gen nicht nur vor­über­ge­hen­der Natur erfas­sen kann.

Grund­steu­er­erlass bei struk­tu­rel­lem Leer­stand

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat­te im Jahr 2001 ent­schie­den, dass ein Grund­steu­er­erlass wegen einer Ertrags­min­de­rung für Miet­ob­jek­te nicht in Betracht kommt, wenn die­se auf die all­ge­mei­ne Wirt­schafts­la­ge, d.h. auf einen so genann­ten struk­tu­rel­len Leer­stand zurück­zu­füh­ren ist. Von einer sol­chen Situa­ti­on sei­en alle Grund­stücks­ei­gen­tü­mer betrof­fen. Des­halb kom­me nicht ein auf den Ein­zel­fall bezo­ge­ner Steu­er­erlass in Betracht. Der in der Unver­miet­bar­keit zum Aus­druck kom­men­de gerin­ge­re Wert des Miet­ob­jekts kön­ne nur bei einer Neu­fest­set­zung des Ein­heits­wer­tes berück­sich­tigt wer­den. Ein Grund­steu­er­erlass sei des­halb nur in Fäl­len aty­pi­scher und vor­über­ge­hen­der Ertrags­min­de­rung zu gewäh­ren.

Von die­ser Recht­spre­chung will der Bun­des­fi­nanz­hof in einem von ihm zu ent­schei­den­den Fall abwei­chen. In dem hier­für vor­ge­se­he­nen Ver­fah­ren vor dem Gemein­sa­men Senat der obers­ten Gerichts­hö­fe des Bun­des hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt mit­ge­teilt, dass es an sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung nicht mehr fest­hal­te.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 24. April 2007 – GmS-OGB 1.07