Ham­burgs Bet­ten­steu­er

Bei der Ham­bur­ger Kul­tur- und Tou­ris­mus­ta­xe han­delt es sich um eine ört­li­che Auf­wand­steu­er, für die Ham­burg eine eige­ne Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz hat. Sie unter­schei­det sich in wesent­li­chen Punk­ten von der Umsatz­steu­er und belas­tet die Beher­ber­gungs­be­trie­be nicht wirt­schaft­lich.

Ham­burgs Bet­ten­steu­er

Mit die­ser Begrün­dung hat das Finanz­ge­richt Ham­burg in den hier vor­lie­gen­den Fäl­len, die sog. "Bet­ten­steu­er" in Ham­burg für ver­fas­sungs­ge­mäß gehal­ten und die zwei Mus­ter­kla­gen abge­wie­sen. Zum 1. Janu­ar 2013 ist in Ham­burg eben­falls eine Kul­tur- und Tou­ris­mus­ta­xe ein­ge­führt wor­den. Für jede pri­va­te Hotel­über­nach­tung ent­steht ab einem Über­nach­tungs­preis von 11 Euro eine Steu­er von 50 Cent, die sich bei stei­gen­dem Zim­mer­preis erhöht. Bei einem Zim­mer­preis von 200 Euro beträgt sie bei­spiels­wei­se 4 Euro, höchs­tens kann sie 5% des Net­to­zim­mer­prei­ses betra­gen. Geschäfts­rei­sen­de sind von der Steu­er aus­ge­nom­men. Gegen die­se Abga­be haben zum einen eine Akti­en­ge­sell­schaft, die ein 5-Ster­ne Hotel betreibt, und zum ande­ren die Inha­be­rin eines klei­ne­ren, am Stadt­rand gele­ge­nen Hotels geklagt. Bei­de haben sich an das Finanz­ge­richt Ham­burg gewandt, weil sie die "Bet­ten­steu­er" in mehr­fa­cher Hin­sicht für ver­fas­sungs­wid­rig hal­ten. Sie sei eine zwei­te und damit unzu­läs­si­ge Umsatz­steu­er und ver­sto­ße zudem gegen den Gleich­heits­satz sowie die Berufs­frei­heit.

Die­ser Argu­men­ta­ti­on ist das Finanz­ge­richt Ham­burg in sei­ner Ent­schei­dung nicht gefolgt: Nach sei­ner Auf­fas­sung han­de­le es sich bei der Abga­be um eine ört­li­che Auf­wand­steu­er, für die Ham­burg eine eige­ne Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz habe. Die Steu­er unter­schei­de sich trotz gewis­ser Ähn­lich­kei­ten in wesent­li­chen Punk­ten von der Umsatz­steu­er, u.a. weil sie nicht auf alle, son­dern nur auf pri­va­te Über­nach­tun­gen erho­ben wer­de. Da sie über den Über­nach­tungs­preis grund­sätz­lich auf die Gäs­te abge­wälzt wer­den kön­ne, belas­te die Steu­er die Beher­ber­gungs­be­trie­be wirt­schaft­lich nicht. Es stel­le auch kei­nen unan­ge­mes­se­nen Mehr­auf­wand für die Hotel­be­trei­ber dar, die Gäs­te nach dem Anlass ihrer Über­nach­tung zu befra­gen und bei Geschäfts­rei­sen­den ent­spre­chen­de Beschei­ni­gun­gen ent­ge­gen­zu­neh­men, zumal ohne­hin für jeden Gast ein Mel­de­zet­tel aus­zu­fül­len sei. Auch sei die Berech­nung der Steu­er nicht beson­ders kom­pli­ziert und mit ver­tret­ba­rem Auf­wand zu leis­ten.

Aus die­sen Grün­den hält das Finanz­ge­richt die Kul­tur- und Tou­ris­mus­ta­xe für ver­fas­sungs­ge­mäß und hat die Kla­gen als unbe­grün­det abge­wie­sen.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Urtei­le vom 9. April 2014 – 2 K 169/​13 und 2 K 252/​13