Kei­ne Bet­ten­steu­er in Dort­mund

In ins­ge­samt vier bei ihm anhän­gi­gen Ver­fah­ren hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len heu­te die "Beher­ber­gungs­ab­ga­be­sat­zung" (Bet­ten­steu­er­sat­zung) der Stadt Dort­mund für nich­tig erklärt.

Kei­ne Bet­ten­steu­er in Dort­mund

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat damit Beru­fun­gen der Stadt Dort­mund gegen Urtei­le zurück­ge­wie­sen, mit denen das Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen in ers­ter Instanz den Kla­gen von drei Hote­liers und einer Cam­ping­platz­be­trei­be­rin (Unter­neh­mer) statt­ge­ge­ben hat­te. Die Unter­neh­mer hat­ten gegen Steu­er­be­schei­de der Stadt Dort­mund geklagt, mit denen für ent­gelt­li­che pri­va­te Über­nach­tun­gen eine Beher­ber­gungs­ab­ga­be fest­ge­setzt wor­den war.

Die Erhe­bung einer Beher­ber­gungs­ab­ga­be für ent­gelt­li­che pri­va­te Über­nach­tun­gen sei zwar grund­sätz­lich mög­lich, befan­den die Müns­te­ra­ner Rich­ter, nicht aber als Steu­er­schuld des Unter­neh­mers, wie es die Dort­mun­der Sat­zung rege­le. Zwar dür­fe nach dem ein­schlä­gi­gen nord­rhein-west­fä­li­schen Lan­des­recht die Gemein­de durch Sat­zung bestim­men, wer Steu­er­schuld­ner sein sol­le. Sie müs­se sich aber an die Grund­ent­schei­dun­gen des Kom­mu­nal­ab­ga­ben­ge­set­zes hal­ten, das nur erlau­be, einen Steu­er­schuld­ner zu bestim­men, der in einer beson­de­ren recht­li­chen oder wirt­schaft­li­chen Bezie­hung zum Steu­er­ge­gen­stand ste­he oder einen maß­geb­li­chen Bei­trag zur Ver­wirk­li­chung des Steu­er­tat­be­stan­des leis­te. Das sei zwar beim Unter­neh­mer für das Merk­mal der Beher­ber­gung der Fall, nicht aber für das steu­er­be­grün­den­de Merk­mal, dass ein pri­va­ter Zweck der Über­nach­tung vor­lie­gen müs­se, über den allein der Über­nach­tungs­gast ent­schei­de und von dem nur er Kennt­nis habe. Für die so nur beschränkt gege­be­ne Bezie­hung des Unter­neh­mers zum Steu­er­ge­gen­stand erlau­be das Kom­mu­nal­ab­ga­ben­ge­setz allei­ne, den Unter­neh­mer zu ver­pflich­ten, die Steu­er – wie dies auch beim Kur­bei­trag gesche­he – beim Gast als Steu­er­schuld­ner ein­zu­zie­hen und an die Gemein­de abzu­füh­ren (Steu­er­ent­rich­tungs­pflicht).

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urtei­le vom 23. Okto­ber 2013 – 14 A 314 bis 317/​13