Kei­ne Hun­de­steu­er bei aus­schließ­lich gewerb­li­cher Hun­de­hal­tung

Dient eine Hun­de­hal­tung aus­schließ­lich gewerb­li­chen Zwe­cken, darf kei­ne ört­li­che Hun­de­steu­er erho­ben wer­den. So ent­schied jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in dem Kla­ge­ver­fah­ren einer Hun­de­be­sit­ze­rin, die mit ihrer Hun­de­zucht beim Finanz­amt Daun gemel­det ist und die im Zeit­punkt der münd­li­chen Ver­hand­lung sie­ben Hun­de hielt.

Kei­ne Hun­de­steu­er bei aus­schließ­lich gewerb­li­cher Hun­de­hal­tung

Zur Urteils­be­grün­dung führ­ten die Rich­ter aus, als ört­li­che Auf­wands­steu­er dür­fe die Hun­de­steu­er nur den beson­de­ren, über die Befrie­di­gung des all­ge­mei­nen Lebens­be­darfs hin­aus­ge­hen­den Auf­wand für die per­sön­li­che Lebens­füh­rung erfas­sen (Stich­wort: Lieb­ha­be­rei). Ein Auf­wand, der dafür erbracht wer­de, einen Ertrag aus einem Gewer­be­be­trieb zu erzie­len, dür­fe hin­ge­gen nicht besteu­ert wer­den. Maß­geb­lich für die Abgren­zung der gewerb­li­chen Hun­de­hal­tung von der Hal­tung aus Lieb­ha­be­rei sei der erwerbs­wirt­schaft­li­che Zweck der Hal­tung, der eine auf eige­ne Rech­nung und Ver­ant­wor­tung mit Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht erfol­gen­de, nach­hal­ti­ge Teil­nah­me am all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Ver­kehr vor­aus­set­ze. Das Merk­mal der Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht gren­ze den Gewer­be­be­trieb von der ein­kom­mens- und gewer­be­steu­er­lich unbe­acht­li­chen, für die Auf­wands­steu­er hin­ge­gen beacht­li­chen Lieb­ha­be­rei ab.

Im Fal­le der Klä­ge­rin sahen die Rich­ter erheb­li­che objek­ti­ve Kri­te­ri­en für das Vor­lie­gen einer Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht. Neben dem Umstand, dass sie die aus drei Wür­fen jähr­lich stam­men­den Wel­pen ver­kau­fe, sei vor allem von Bedeu­tung, dass die Hun­de­zucht beim Finanz­amt Daun ange­mel­det sei, wo die posi­ti­ven und nega­ti­ven Ein­künf­te als gewerb­li­che Ein­künf­te behan­delt wür­den. Hin­zu kom­me, dass die Klä­ge­rin alle für eine gewerb­li­che Hun­de­zucht erfor­der­li­chen Geneh­mi­gun­gen Kos­ten ver­ur­sa­chend bean­tra­ge. Die­se Umstän­de sprä­chen ins­ge­samt für die Annah­me eines Gewer­be­be­trie­bes.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig. Gegen die Ent­schei­dung kön­nen die Betei­lig­ten inner­halb eines Monats die Zulas­sung der Beru­fung durch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz bean­tra­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 15. Mai 2008 – 2 K 976/​07.TR