Lübeck und die Bet­ten­steu­er

Die Über­nach­tungs­steu­er auf Beher­ber­gun­gen (in Lübeck) ist nicht mit der Umsatz­steu­er gleich­ar­tig. Durch den orga­ni­sa­to­ri­schen Auf­wand eines Hote­liers, zwi­schen pri­va­ten und berufs­be­ding­ten Über­nach­tun­gen zu unter­schei­den, wird dem Hote­lier kei­ne unver­hält­nis­mä­ßi­ge Mit­wir­kung bei der Steu­er­erhe­bung auf­er­legt.

Lübeck und die Bet­ten­steu­er

Mit die­ser Begrün­dung hat das Schles­wig-Hol­stei­ni­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall den Nor­men­kon­troll­an­trag einer Hotel­be­trei­be­rin gegen die sog. Bet­ten­steu­er in Lübeck abge­wie­sen. Einen Eil­an­trag der Klä­ge­rin gegen die Bet­ten­steu­er hat­te das Schles­wig-Hol­stei­ni­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt bereits im Febru­ar 2012 abge­lehnt 1 . Die Bet­ten­steu­er wird von der Stadt Lübeck als indi­rek­te, auf die Gäs­te abwälz­ba­re Steu­er in Höhe von 5 % des Über­nach­tungs­prei­ses von den Betrei­bern von Beher­ber­gungs­be­trie­ben erho­ben, sofern Über­nach­tun­gen der Gäs­te nicht beruf­lich bedingt sind. Mit ihrem Antrag hat die Hotel­be­trei­be­rin ein­ge­wandt, dass die Bet­ten­steu­er mit der Umsatz­steu­er gleich­ar­tig und damit ver­fas­sungs­wid­rig sei und dass die Sat­zung den Hote­liers eine unver­hält­nis­mä­ßi­ge Mit­wir­kung bei der Steu­er­erhe­bung auf­er­le­ge. Daher sei die ent­spre­chen­de Sat­zung der Stadt Lübeck für unwirk­sam zu erklä­ren.

Nach Auf­fas­sung des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts wei­se die Lübe­cker Bet­ten­steu­er in der Gesamt­schau, ins­be­son­de­re wegen ihres Steu­er­ge­gen­stan­des, wesent­li­che Unter­schie­de zur Umsatz­steu­er auf. Zwei­fel an der kal­ku­la­to­ri­schen Abwälz­bar­keit der Steu­er auf den Gast über den Über­nach­tungs­preis hat­ten das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt nicht. Der orga­ni­sa­to­ri­sche Auf­wand, zwi­schen pri­va­ten und berufs­be­ding­ten Über­nach­tun­gen zu unter­schei­den, kön­ne bewäl­tigt wer­den. Die Über­prü­fung, ob Anga­ben des Gas­tes zu berufs­be­ding­ten Über­nach­tun­gen rich­tig sei­en, oblie­ge aller­dings der Stadt Lübeck und nicht den Beher­ber­gungs­be­trie­ben.

Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 7. Febru­ar 2013 – 4 KN 1/​12

  1. OVG Schles­wig-Hol­stein, Beschluss vom 15.02.2012 – 4 MR 1/​12[]