Sal­die­rung von Über­lie­fe­run­gen bei der Milch­ab­ga­be

Wei­sen der Mol­ke­rei vor­ge­leg­te Ver­trä­ge über die Ver­pach­tung der Milch­er­zeu­gung die­nen­der Pro­duk­ti­ons­mit­tel den Päch­ter als Milch­er­zeu­ger aus, erge­ben jedoch spä­te­re Prü­fun­gen, dass die Ver­trä­ge nicht den Ver­ein­ba­run­gen gemäß voll­zo­gen wur­den, wes­halb der Ver­päch­ter auch wäh­rend der Pacht­zeit Milch­er­zeu­ger war, neh­men die ihm nach­träg­lich zuzu­rech­nen­den Lie­fer­men­gen nicht am sog. Sal­die­rungs­ver­fah­ren teil.

Sal­die­rung von Über­lie­fe­run­gen bei der Milch­ab­ga­be

Nach § 14 Abs. 1 Satz 7 der Zusatz­ab­ga­ben­ver­ord­nung [1] in der im Streit­fall maß­geb­li­chen Fas­sung der zwei­ten Ver­ord­nung zur Ände­rung der Zusatz­ab­ga­ben­ver­ord­nung vom 14. Janu­ar 2004 [2] ist auf Ände­run­gen, die dem Käu­fer nach dem in § 19 Abs. 3 Zusatz­ab­ga­ben­ver­ord­nung genann­ten Datum (15. Mai) bekannt wer­den, das Ergeb­nis der Ver­rech­nung nach § 14 Abs. 1 Satz 4 Zusatz­ab­ga­ben­ver­ord­nung anzu­wen­den, es sei denn, der Milch­er­zeu­ger hat unrich­ti­ge oder unvoll­stän­di­ge Anga­ben über sei­ne tat­säch­li­che Milch­an­lie­fe­rung gemacht. Der Wort­laut die­ser Vor­schrift ist ein­deu­tig; ins­be­son­de­re kommt es nicht dar­auf an, ob die Anga­ben über die tat­säch­li­chen Milch­lie­fe­run­gen schuld­haft in unrich­ti­ger bzw. unvoll­stän­di­ger Wei­se gemacht wor­den sind. Zwei­fel­haf­te Aus­le­gungs­fra­gen erge­ben sich nicht.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 21. April 2009 – VII B 74/​08

  1. Ver­ord­nung zur Durch­füh­rung der Zusatz­ab­ga­ben­re­ge­lung vom 12. Janu­ar 2000, BGBl I 2000, 27[]
  2. BGBl I 2004, 89[]