Stück­zahl­maß­stab bei der Besteue­rung von Geld­spiel­au­to­ma­ten

Der in einer Ver­gnü­gung­steu­er­sat­zung für die Bemes­sung der Ver­gnü­gung­steu­er her­an­ge­zo­ge­ne Stück­zahl­maß­stab führt zu einer ver­fas­syungs­wid­rig unglei­chen Belas­tung der Auto­ma­ten­auf­stel­ler, weil er, unab­hän­gig davon, wie stark im kon­kre­ten Fall die Ein­spiel­ergeb­nis­se der ein­zel­nen Gerä­te von­ein­an­der abwei­chen, struk­tu­rell unge­eig­net ist, den not­wen­di­gen Bezug zum Ver­gnü­gungs­auf­wand der Spie­ler zu gewähr­leis­ten 1. Dies hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sei­nem Beschluss vom 4. Febru­ar 2009 vor dem Hin­ter­grund der der­zei­ti­gen Gege­ben­hei­ten des Spiel­ge­rä­te­mark­tes all­ge­mein zur Ver­gnü­gung­steu­er ent­schie­den, unab­hän­gig von den Beson­der­hei­ten der Rechts- oder Tat­sa­chen­la­ge in Ham­burg, des­sen Spiel­ge­rä­te­steu­er­ge­setz in jenem Ver­fah­ren zur Über­prü­fung stand 2.

Stück­zahl­maß­stab bei der Besteue­rung von Geld­spiel­au­to­ma­ten

Auf die im Zen­trum der ange­grif­fe­nen ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ent­schei­dun­gen ste­hen­den Fra­gen, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen eine nach Maß­ga­be der dama­li­gen ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung über­gro­ße Schwan­kungs­brei­te der Ein­spiel­ergeb­nis­se der Gewinn­spiel­au­to­ma­ten fest­ge­stellt ist und wer die Dar­le­gungs- und Beweis­last hier­für trägt, kommt es auf der Grund­la­ge des Beschlus­ses des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 4. Febru­ar 2009 nicht mehr an.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 8. Febru­ar 2011 – 1 BvR 3425/​08

  1. vgl. BVerfGE 123, 1, 23, 29[]
  2. vgl. BVerfGE 123, 1, 29[]