Ver­blech­te Post­au­tos

Wer einen gebrauch­ten Klein­wa­gen erwirbt, der aus den Bestän­den der Deut­schen Post AG stammt und des­sen hin­te­re Sei­ten­fens­ter durch Ble­che ersetzt wor­den sind (sog. „ver­blech­tes“ Post­au­to), muss die­sen nach einem Urteil des Finanz­ge­richts Bran­den­burg nach dem Kfz-Steu­er­ge­setz als Pkw ver­steu­ern und damit eine höhe­re Kfz-Steu­er ent­rich­ten. Eine Besteue­rung „ver­blech­ter“ Post­au­tos als Lkw, die für den Käu­fer güns­ti­ger wäre, schei­det aus.

Ver­blech­te Post­au­tos

Die Deut­sche Post AG nutzt für ihre Brief­zu­stel­lun­gen sog. ver­blech­te Klein­wa­gen (z.B. VW Polo oder Ford Fies­ta), bei denen die hin­te­ren Sei­ten­fens­ter durch Ble­che ersetzt bzw. Ble­che auf die hin­te­ren Sei­ten­fens­ter auf­ge­setzt sind und ein Lade­raum­trenn­git­ter ein­ge­fügt ist. Die Deut­sche Post AG son­dert die­se Fahr­zeu­ge regel­mä­ßig aus, so dass die Fahr­zeu­ge auf dem Gebraucht-wagen­markt anzu­fin­den sind. Spä­te­re Wie­der­ver­käu­fer prei­sen die ver­blech­ten Fahr­zeu­ge häu­fig mit dem Hin­weis an, dass es sich zulas­sungs­recht­lich um Lkw hand­le, für die der gerin­ge­re, nach dem Gewicht berech­ne­te, Kfz-Steu­er­satz für Lkw zu zah­len sei.

Hier­zu ent­schied das Finanz­ge­richt nun, dass ver­blech­te Post­au­tos nach dem Kfz-Steu­er­ge­setz als Pkw ein­zu­stu­fen sei­en, so dass die höhe­re, nach der Motor­leis­tung berech­ne­te, Kfz-Steu­er für Pkw zu ent­rich­ten sei. Zwar wür­den die ver­blech­ten Post­au­tos von der Kfz-Zulas­sungs­stel­le regel­mä­ßig als Lkw ein­ge­stuft; für die Kfz-Steu­er­fest­set­zung sei die­se Ein­stu­fung aber nicht ver­bind­lich. Ent­schei­dend sei, dass die „ver­blech­ten“ Autos trotz des Ein­baus der Ble­che und des Trenn­raum­git­ters min­des­tens gleich­ran­gig auch zur Per­so­nen­be­för­de­rung geeig­net und bestimmt sei­en.

Finanz­ge­richt des Lan­des Bran­den­burg, Urteil vom 07. Juli 2005 – 4 K 12/​04