Ver­gnü­gungs­steu­er für Senio­ren­tanz

Tanz­ver­an­stal­tun­gen für Senio­ren sind kein Tanz­sport, son­dern nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Müns­ter rein gesel­li­ge Ver­an­stal­tun­gen und unter­fal­len damit der kom­mu­na­len Ver­gnü­gungs­steu­er.

Ver­gnü­gungs­steu­er für Senio­ren­tanz

So muss ein Gast­wirt aus Müns­ter für die in den Jah­ren 2000 bis 2005 durch­ge­führ­ten Senio­ren­tanz­ver­an­stal­tun­gen Ver­gnü­gungs­steu­ern zah­len. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter hat durch Eil­be­schluss sei­nen Antrag zurück­ge­wie­sen, die auf­schie­ben­de Wir­kung sei­ner Kla­ge gegen die Ver­gnü­gungs­steu­er­be­schei­de des Ober­bür­ger­meis­ters der Stadt Müns­ter anzu­ord­nen.

Die Stadt Müns­ter ord­ne­te die Tanz­ver­an­stal­tun­gen für Senio­ren, die zwei­mal wöchent­lich statt­fan­den, als steu­er­pflich­ti­ge Ver­an­stal­tung im Sin­ne ihrer Ver­gnü­gungs­steu­er­sat­zung ein. Der Inha­ber der Gast­stät­te argu­men­tier­te, dies sei unzu­tref­fend, weil es sich um Tanz­sport­ver­an­stal­tun­gen für Senio­ren han­de­le. Inzwi­schen wür­den sie auch von einem gemein­nüt­zi­gen Ver­ein durch­ge­führt. Auch die Erhe­bung nach der Grö­ße der Flä­che sei rechts­wid­rig, weil hier­bei die Anzahl der Teil­neh­mer über­haupt nicht berück­sich­tigt wer­de.

Nach Auf­fas­sung des Gerichts ist es unter Berück­sich­ti­gung der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zuläs­sig, dass die Ver­gnü­gungs­steu­ern hier pau­scha­liert nach der Grö­ße der Ver­an­stal­tungs­flä­che erho­ben wur­den. Auch han­de­le es sich bei dem "Senio­ren­tanz" und dem "Tanz­tee" um gewerb­li­che Tanz­ver­an­stal­tun­gen. Dar­an ände­re nichts, dass "die lebens­äl­te­ren Teil­neh­mer neben dem Tanz­ver­gnü­gen auch Gele­gen­heit gefun­den haben mögen, in gesel­li­ger Run­de frü­her erlern­te tän­ze­ri­sche Fähig­kei­ten wie­der auf­zu­fri­schen oder auch sol­che für bestimm­te Tän­ze erst­mals in gemein­sa­mer Run­de zu erwer­ben", so das Gericht. Das gel­te auch für die vom Antrag­stel­ler her­vor­ge­ho­be­nen posi­ti­ven Effek­te des Tan­zens, die als För­de­rung der kör­per­li­chen Ertüch­ti­gung der Senio­ren und als the­ra­peu­ti­sche Wir­kung auf das Wohl­be­fin­den älte­rer Men­schen beschrie­ben wür­den. Von einer nicht auf den Gewer­be­be­trieb des Antrag­stel­lers bezo­ge­nen Tanz­sport­ver­an­stal­tung zu spre­chen, sei abwe­gig. Auch sei nicht ein loser Zusam­men­schluss älte­rer Men­schen, son­dern der Gast­wirt selbst, der die­se Ver­an­stal­tun­gen gewinn­ori­en­tiert als Teil des Ange­bo­tes der Gast­stät­te betrie­ben habe, in dem maß­geb­li­chen Zeit­raum steu­er­pflich­ti­ger Ver­an­stal­ter gewe­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter, Beschluss vom 6. April 2006 – 9 L 200/​06 (nicht rechts­kräf­tig)