Ver­jäh­rung eines Steu­er­erstat­tungs­an­spruchs

Nach § 171 Abs. 3 AO läuft die Fest­set­zungs­frist inso­weit nicht ab, bevor über einen vor Frist­ab­lauf außer­halb eines Rechts­be­helfs­ver­fah­rens gestell­ten Antrag auf Steu­er­fest­set­zung oder auf Auf­he­bung oder Ände­rung einer Steu­er­fest­set­zung oder ihrer Berich­ti­gung nach § 129 AO nicht unan­fecht­bar ent­schie­den wor­den ist.

Ver­jäh­rung eines Steu­er­erstat­tungs­an­spruchs

Zwar kann ein Antrag i.S. des § 171 Abs. 3 AO auch in einem Antrag auf Erstat­tung von Steu­ern bestehen 1, jedoch muss sich aus einem sol­chen Erstat­tungs­an­trag zwei­fels­frei erge­ben, inwie­weit eine Steu­er­ent­las­tung begehrt wird. Lässt sich das Ziel des Antrag­stel­lers auch nicht durch Aus­le­gung ermit­teln, tritt kei­ne Ablauf­hem­mung ein 2.

Bei einem Antrag i.S. des § 171 Abs. 3 AO han­delt es sich um eine Wil­lens­er­klä­rung, die der Aus­le­gung durch die Tat­sa­chen­in­stanz zugäng­lich ist 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 18. August 2015 – VII R 5/​14

  1. Ban­ni­za in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler, § 171 AO Rz 25[]
  2. BFH, Urteil vom 27.10.1993 – XI R 17/​93, BFHE 172, 493, BSt­Bl II 1994, 439[]
  3. BFH, Urteil vom 15.05.2013 – IX R 5/​11, BFHE 241, 310, BSt­Bl II 2014, 143, m.w.N.[]