Ver­wal­tungs­an­wei­sun­gen vor Gericht

Auch die Finanz­ge­rich­te sind, wie ein neu­es Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs zeigt, in bestimm­ten Gren­zen an die bestehen­den Ver­wal­tungs­an­wei­sun­gen der Finanz­ver­wal­tung gebun­den:

Ver­wal­tungs­an­wei­sun­gen vor Gericht

Hat die Ver­wal­tung in Aus­fül­lung des ihr zuste­hen­den Ermes­sens­spiel­raums Richt­li­ni­en erlas­sen, so haben die Gerich­te grund­sätz­lich nur zu prü­fen, ob sich die Behör­den an die Richt­li­ni­en gehal­ten haben und ob die Richt­li­ni­en selbst einer sach­ge­rech­ten Ermes­sens­aus­übung ent­spre­chen.

Dabei ist für die Aus­le­gung einer Ver­wal­tungs­vor­schrift nicht maß­geb­lich, wie das Finanz­ge­richt eine sol­che Ver­wal­tungs­an­wei­sung ver­steht, son­dern wie die Ver­wal­tung sie ver­stan­den hat und ver­stan­den wis­sen woll­te. Das Finanz­ge­richt darf daher Ver­wal­tungs­an­wei­sun­gen nicht selbst aus­le­gen, son­dern nur dar­auf prü­fen, ob die Aus­le­gung durch die Behör­de mög­lich ist.


BFH, Urteil vom 24. Novem­ber 2005 – V R 37/​04