Voll­macht für "Steu­er­an­ge­le­gen­hei­ten" – und der Dul­dungs­be­scheid

Eine dem Finanz­amt vor­lie­gen­de Voll­macht für "Steu­er­an­ge­le­gen­hei­ten" umfasst auch die Ver­tre­tung des Steu­er­pflich­ti­gen in dem Ver­fah­ren betref­fend den Erlass des Dul­dungs­be­schei­des.

Voll­macht für "Steu­er­an­ge­le­gen­hei­ten" – und der Dul­dungs­be­scheid

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat kei­nen Zwei­fel dar­an, dass der Erlass eines Dul­dungs­be­schei­des nach § 191 AO zu den "Steu­er­an­ge­le­gen­hei­ten" gehört, auch wenn damit das zivil­recht­li­che Anfech­tungs­recht nach § 4 AnfG gel­tend gemacht wird.

Den unter Bezug­nah­me auf das BFH, Urteil vom 14.10.1999 1 dazu gemach­ten Aus­füh­run­gen, wonach auch der­je­ni­ge, der auf­grund pri­vat­recht­li­cher Dul­dungs­pflich­ten durch Steu­er­ver­wal­tungs­akt (Dul­dungs­be­scheid) als Schuld­ner einer Leis­tung in Anspruch genom­men wird, Steu­er­pflich­ti­ger i.S. des § 33 Abs. 1 letz­te Alter­na­ti­ve AO ist, ist nichts hin­zu­zu­fü­gen. Dass auch eine Vor­be­rei­tungs­hand­lung wie die Anfech­tungs­an­kün­di­gung, wenn sie im Hin­blick auf die Ver­jäh­rungs­un­ter­bre­chung not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung für den wirk­sa­men Erlass des Dul­dungs­be­schei­des ist, zu den Steu­er­an­ge­le­gen­hei­ten zu rech­nen ist, ver­steht sich von selbst und bedarf des­halb kei­ner nähe­ren Begrün­dung.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 12. Dezem­ber 2014 – VII B 112/​14

  1. BFH, Urteil vom 14.10.1999 – VI R 63/​98, BFHE 190, 37, BSt­Bl II 2001, 329[]