Vor­prä­gung des Aus­wahler­mes­sens bei meh­re­ren Haf­tungs­schuld­nern

Liegt eine vor­sätz­lich began­ge­ne Steu­er­straf­tat vor, ist das Aus­wahler­mes­sen des Finanz­am­tes inso­weit vor­ge­prägt, als die Haf­tungs­schuld gegen den Steu­er­straf­tä­ter fest­zu­set­zen ist und dass es einer beson­de­ren Begrün­dung die­ser Ermes­sens­be­tä­ti­gung nicht bedarf. Die­se Vor­prä­gung des Ermes­sens gilt, wie der Bun­des­fi­nanz­hof in einem aktu­el­len Urteil fest­hält, ins­be­son­de­re auch dann, wenn sich meh­re­re Haf­tungs­schuld­ner einer Steu­er­hin­ter­zie­hung schul­dig gemacht haben und des­halb bei der Aus­übung des Aus­wahler­mes­sens grund­sätz­lich gleich­ran­gig neben­ein­an­der ste­hen. Der jeweils betrof­fe­ne Haf­tungs­schuld­ner kann in die­sem Fall nicht bean­spru­chen, dass das Finanz­amt bei der Ermes­sens­aus­übung in einer Wei­se dif­fe­ren­ziert, dass ande­re Haf­tungs­schuld­ner abga­ben­recht­lich in Anspruch genom­men wer­den, er selbst hin­ge­gen nicht.

Vor­prä­gung des Aus­wahler­mes­sens bei meh­re­ren Haf­tungs­schuld­nern

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 12. Febru­ar 2009 – VI R 40/​07