Wah­rung der Fest­set­zungs­frist durch das Finanz­amt

Die Fest­set­zungs­frist ist nach Maß­ga­be des § 169 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 AO schon gewahrt, wenn der Steu­er­be­scheid vor Ablauf der Fest­set­zungs­frist den Bereich der für die Steu­er­fest­set­zung zustän­di­gen Finanz­be­hör­de ‑mit ihrem Wis­sen und Wol­len- ver­las­sen hat und dem Adres­sa­ten tat­säch­lich (wenn auch erst nach Ablauf der Fest­set­zungs­frist) zuge­gan­gen ist 1. Auf den Zeit­punkt der Bekannt­ga­be – auch hin­sicht­lich der Bekannt­ga­be­fik­tio­nen im Anwen­dungs­be­reich des § 122 AO – kommt es danach nicht an.

Wah­rung der Fest­set­zungs­frist durch das Finanz­amt

Der Ein­wand, bei wort­laut- und zweck­ori­en­tier­ter Aus­le­gung des § 169 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 AO habe ein Bescheid im Sin­ne der Vor­schrift den Bereich des Finanz­amt nur ver­las­sen, wenn er nicht per Tele­fax, son­dern in Papier­form über­sandt wer­de, ist ersicht­lich mit der dar­ge­stell­ten stän­di­gen Recht­spre­chung zur Ord­nungs­mä­ßig­keit der Bekannt­ga­be von Beschei­den im Wege der Über­sen­dung per Tele­fax unver­ein­bar. Denn der auf die­se Wei­se bekannt­ge­ge­be­ne Bescheid löst die Bin­dungs­wir­kung der in ihm getrof­fe­nen Rege­lun­gen für den Adres­sa­ten sowie den Lauf der Rechts­be­helfs­fris­ten aus, sodass für ihn man­gels abwei­chen­der Son­der­re­ge­lun­gen die­sel­ben Vor­schrif­ten für die Ver­jäh­rungs­fris­ten und ihre Ablauf­hem­mung wie für im Post­weg über­sand­te Beschei­de gel­ten.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 28. Janu­ar 2014 – VIII R 28/​13

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 22.08.1996 – V B 30/​96, BFH/​NV 1997, 162[]