Wei­ter­gel­tungs­an­ord­nung des BVerfG – und die Kos­ten­ent­schei­dung der Fach­ge­rich­te

Der Klä­ger, des­sen Revi­si­on zurück­ge­wie­sen wird, hat die Kos­ten des Revi­si­ons­ver­fah­rens auch zu tra­gen, wenn der ange­foch­te­ne Ver­wal­tungs­akt auf Vor­schrif­ten beruht, die zwar ver­fas­sungs­wid­rig sind, deren Anwen­dung im Streit­fall aber auf­grund einer ent­spre­chen­den Anord­nung des BVerfG zuläs­sig ist.

Wei­ter­gel­tungs­an­ord­nung des BVerfG – und die Kos­ten­ent­schei­dung der Fach­ge­rich­te

Die Kos­ten­ent­schei­dung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO. Danach fal­len die Kos­ten eines ohne Erfolg ein­ge­leg­ten Rechts­mit­tels dem­je­ni­gen zur Last, der das Rechts­mit­tel ein­ge­legt hat. Dies gilt auch dann, wenn wie im Streit­fall das BVerfG die dem ange­foch­te­nen Ver­wal­tungs­akt zugrun­de lie­gen­den Vor­schrif­ten zwar rück­wir­kend für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt, aber zugleich deren wei­te­re Anwen­dung bis zu einem bestimm­ten Zeit­punkt zuge­las­sen hat und der Ver­wal­tungs­akt des­halb nicht auf­zu­he­ben oder zu ändern ist 1. Die­se Beur­tei­lung steht im Ein­klang mit dem Urteil des BVerfG in DStR 2018, 791, das die mit den Ver­fas­sungs­be­schwer­den 1 BvR 639/​11 und 1 BvR 889/​12 ange­grif­fe­nen BFH, Beschlüs­se vom 18.01.2011 – II B 74/​10; und vom 24.02.2012 – II B 110/​11 sowie die vor­an­ge­gan­ge­nen finanz­ge­richt­li­chen Urtei­le ein­schließ­lich der getrof­fe­nen Kos­ten­ent­schei­dun­gen zulas­ten der Beschwer­de­füh­rer trotz des fest­ge­stell­ten Ver­fas­sungs­ver­sto­ßes unver­än­dert bestehen ließ.

Für die vom Klä­ger begehr­te Anord­nung, dass dem Finanz­amt die ihm für das Ver­fah­ren vor dem BVerfG ent­stan­de­nen Aus­la­gen auf­er­legt wer­den, gibt es im vor­lie­gen­den Revi­si­ons­ver­fah­ren kei­ne Grund­la­ge. Die vol­le oder teil­wei­se Erstat­tung der Aus­la­gen im Ver­fah­ren vor dem BVerfG kann nach § 34a Abs. 3 BVerfGG nur von die­sem Gericht und damit nicht vom BFH im Rah­men des Revi­si­ons­ver­fah­rens ange­ord­net wer­den. § 34a Abs. 3 BVerfGG benennt als anord­nungs­be­fug­tes Gericht aus­schließ­lich das BVerfG.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16. Mai 2018 – II R 16/​13

  1. BFH, Beschluss vom 18.03.1994 – III B 543/​90, BFHE 173, 506, BSt­Bl II 1994, 473[]