Zustell­da­tum bei Emp­fangs­be­kennt­nis

Beim Nach­weis der Bekannt­ga­be durch Emp­fangs­be­kennt­nis wird der Zugangs­tag nach dem vom Anwalt ein­ge­tra­ge­nen Datum bestimmt.

Zustell­da­tum bei Emp­fangs­be­kennt­nis

Nach § 122 Abs. 5 AO wird ein Ver­wal­tungs­akt nach den Maß­ga­ben des Ver­wal­tungs­zu­stel­lungs­ge­set­zes zuge­stellt, wenn die Behör­de dies anord­net. Die Zustel­lung ist eine beson­de­re Form der Bekannt­ga­be. Nach § 5 Abs. 1 VwZG erfolgt die Zustel­lung mit­tels Emp­fangs­be­kennt­nis zum Zeit­punkt der tat­säch­li­chen Kennt­nis­nah­me des Ver­wal­tungs­ak­tes, der auf dem Emp­fangs­be­kennt­nis beschei­nigt wird. Die Zustel­lung wird erst wirk­sam, wenn der Adres­sat von dem Zugang des zuzu­stel­len­den Schrift­stü­ckes Kennt­nis erlangt und auf­grund die­ser Kennt­nis den Wil­len bekun­det, die Zustel­lung ent­ge­gen zu neh­men 1. Der Gegen­be­weis der Unrich­tig­keit der im Emp­fangs­be­kennt­nis ent­hal­te­nen Anga­ben ist jedoch zuläs­sig. Der im Emp­fangs­be­kennt­nis ange­ge­be­ne Zustell­tag ist nicht maß­ge­bend, wenn er nach­ge­wie­se­ner­ma­ßen unrich­tig ist 2. Der Gegen­be­weis der Unrich­tig­keit ist aber nicht schon dann erbracht, wenn nur die Mög­lich­keit der Unrich­tig­keit besteht, die Rich­tig­keit der Anga­ben also nur erschüt­tert ist; viel­mehr muss die Unrich­tig­keit der an § 418 Abs. 1 ZPO geknüpf­ten Ver­mu­tung zur vol­len Über­zeu­gung des Gerichts fest­ste­hen.

Nie­der­säch­si­sches Finanz­ge­richt, Urteil vom 25. Juni 2008 – 3 K 310/​05 (nicht rechts­kräf­tig, Revi­si­on zum BFH ein­ge­legt – II R 29/​09)

  1. BFH, Beschluss vom 14. Sep­tem­ber 1998 VII B 135/​98, BFH/​NV 1999, 530; BFH, Urteil vom 31. Okto­ber 2000 VIII R 14/​00, BSt­Bl II 2001, 156[]
  2. BFH, Beschluss vom 23. Juli 2001 VI B 63/​99, BFH/​NV 2001, 1557[]