Schuld­recht­li­cher Ver­sor­gungs­aus­gleich – und die Kran­ken­ver­si­che­rungs­kos­ten

Auf­wen­dun­gen für Kran­ken­be­hand­lungs­kos­ten, die ein pri­vat kran­ken­ver­si­cher­ter Aus­gleichs­pflich­ti­ger im Rah­men eines von ihm gewähl­ten Ver­si­che­rungs­ta­rifs mit Selbst­be­tei­li­gung selbst tra­gen muss, sind anders als die Ver­si­che­rungs­prä­mi­en kei­ne mit Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen "ver­gleich­ba­ren Auf­wen­dun­gen" im Sin­ne von § 20 Abs. 1 Satz 2 VersAus­glG. Nach § 20 Abs. 1 Satz 2 VersAus­glG sind zur Wah­rung des Halb­tei­lungs­grund­sat­zes vom

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Ambu­lan­tes Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum – und die Gewer­be­steu­er­pflicht

Die dem Sozi­al­recht ent­lehn­ten Begrif­fe des § 3 Nr.20 GewStG sind nach sozi­al­recht­li­chen Maß­stä­ben aus­zu­le­gen. Ein ambu­lan­tes Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum ist weder ein Kran­ken­haus i.S. des § 3 Nr.20 Buchst. b GewStG noch eine Ein­rich­tung zur vor­über­ge­hen­den Auf­nah­me pfle­ge­be­dürf­ti­ger Per­so­nen i.S. des § 3 Nr.20 Buchst. d GewStG. Reha­bi­li­ta­ti­on und Pfle­ge sind wesens­ver­schie­den. § 3 Nr.20 Buchst. d GewStG

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Gesamt­zu­sa­ge – erst ab Ren­ten­be­zug

Ver­spricht der Arbeit­ge­ber dem Arbeit­neh­mer eine Gesamt­ver­sor­gung, ist regel­mä­ßig davon aus­zu­ge­hen, dass die Betriebs­ren­te erst bean­sprucht wer­den kann, wenn gleich­zei­tig eine Ren­te aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung bezo­gen wird. Auch die "Alters- und Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung für die Ange­stell­ten der Ärz­te­kam­mer Nord­rhein" (AHV 1991) sind nach den für All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen maß­ge­ben­den Grund­sät­zen aus­zu­le­gen.

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Pfle­ge­el­tern – und die Kla­ge­be­fug­nis

Die nicht sor­ge­be­rech­tig­ten Pfle­ge­el­tern sind im Fal­le der Been­di­gung der Voll­zeit­pfle­ge durch Her­aus­nah­me der Kin­der aus ihrer Pfle­ge­fa­mi­lie nicht gemäß § 42 Abs. 2 VwGO kla­ge­be­fugt. Die Pfle­ge­mut­ter ist bereits nicht kla­ge­be­fugt gemäß dem in allen Ver­fah­ren der Ver­wal­tungs­ge­richts­ord­nung (ent­spre­chend) anzu­wen­den­den § 42 Abs. 2 VwGO . Denn die Pfle­ge­mut­ter kann nicht

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Auf­sto­ckungs­ver­si­che­rung mit Mehr­leis­tungs­an­spruch in der knapp­schaft­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung

Eine Kran­ken­kas­se darf die Finan­zie­rung einer Auf­sto­ckungs­ver­si­che­rung mit Mehr­leis­tungs­an­spruch in ihrer Sat­zung von Bei­trä­gen auf Prä­mi­en umstel­len und deren Höhe an die (nega­ti­ve) Finanz­ent­wick­lung anpas­sen, ohne dadurch recht­lich geschütz­tes Ver­trau­en zu ver­let­zen. Rechts­grund­la­ge der ers­ten Fest­set­zung einer Monats­prä­mie für den Mehr­leis­tungs­an­spruch des Mit­glieds ist die Sat­zung der Kran­ken­kas­se. Danach hat

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Inter­es­sen­wah­rungs­grund­satz und Kos­ten­er­stat­tung in der Jugend­hil­fe

Der aus dem Grund­satz von Treu und Glau­ben fol­gen­de Inter­es­sen­wah­rungs­grund­satz kann es einem kos­ten­er­stat­tungs­be­rech­tig­ten Jugend­hil­fe­trä­ger nach § 10 Abs. 4 Satz 2 SGB VIII pri­mär gebie­ten, den erstat­tungs­pflich­ti­gen Sozi­al­hil­fe­trä­ger vor­ran­gig in Anspruch zu neh­men. Eine Beru­fung auf den Inter­es­sen­wah­rungs­grund­satz ist dem erstat­tungs­pflich­ti­gen Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe ver­sagt, wenn offen­kun­dig ist, dass es

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Ein­kom­men durchs Pfle­ge­kind

Der Erzie­hungs­kos­ten­an­teil des für ein Pfle­ge­kind nach §§ 27, 33, 39 SGB VIII gewähr­ten Pfle­ge­gel­des ist Ein­kom­men im Sin­ne des § 115 ZPO und damit bei der Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe bzw. Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe zu berück­sich­ti­gen. Die für das Pfle­ge­kind gewähr­te Hil­fe zur Erzie­hung – auch Pfle­ge­geld genannt – nach §§ 27,

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Her­aus­ga­be von Behand­lungs­un­ter­la­gen an den Medi­zi­ni­schen Dienst der Kran­ken­ver­si­che­rung

Der Anspruch der Kran­ken­kas­se gegen das Kran­ken­haus auf Her­aus­ga­be der den Ver­si­cher­ten betref­fen­den Unter­la­gen über die sta­tio­nä­re Behand­lung vom 23.04. bis 3.05.2007 an den MDK ergibt sich aus § 276 Abs 2 S 1 Halbs 2 SGB V . Der Gesetz­ge­ber schuf mit § 276 Abs 2 S 1 Halbs 2 SGB V eine unter daten­schutz­recht­li­chen

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Fest­be­trä­ge für Hilfs­mit­tel

Nach § 36 Abs 2 S 1 SGB V setzt der Spit­zen­ver­band Bund der Kran­ken­kas­sen (bis 30.06.2008: die Spit­zen­ver­bän­de der Kran­ken­kas­sen) für die nach § 36 Abs 1 S 1 SGB V bestimm­ten Hilfs­mit­tel – bis­her sind dies Ein­la­gen, Inkon­ti­nenz­hil­fen, Hilfs­mit­tel zur Kom­pres­si­ons­the­ra­pie, Sto­maar­ti­kel sowie Seh- und Hör­hil­fen – ein­heit­li­che Fest­be­trä­ge fest. Gemäß §

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Die Kran­ken­haus­be­hand­lung und die gut­ach­ter­li­che Stel­lung­nah­me des MDK

Nach § 275 Abs 1 Nr 1 SGB V sind die Kran­ken­kas­sen in den gesetz­lich bestimm­ten Fäl­len oder wenn es nach Art, Schwe­re, Dau­er oder Häu­fig­keit der Erkran­kung oder nach dem Krank­heits­ver­lauf erfor­der­lich ist, ver­pflich­tet, bei Erbrin­gung von Leis­tun­gen, ins­be­son­de­re zur Prü­fung von Vor­aus­set­zun­gen, Art und Umfang der Leis­tung, sowie bei Auf­fäl­lig­kei­ten

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Unent­gelt­li­che Beför­de­rung Schwer­be­hin­der­ter im öffent­li­chen Per­so­nen­ver­kehr

Der Bezug von (lau­fen­der) Kraft­fahr­zeug­hil­fe berech­tigt einen Schwer­be­hin­der­ten nicht zum kos­ten­lo­sen Bezug einer Wert­mar­ke zur Beför­de­rung im ÖPNV. Zwar erhält der Bezie­her einer Kraft­fahr­zeug­hil­fe eine lau­fen­de Leis­tung nach § 27d BVG. Die­se ist jedoch nicht im Sin­ne des § 145 Abs 1 S 5 Nr 2 SGB IX für den (not­wen­di­gen) Lebens­un­ter­halt bestimmt,

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Erhöh­tes Pfle­ge­geld für nicht per­so­nen­sor­ge­be­rech­tig­te Pfle­ge­el­tern

Es besteht kein eige­ner Zah­lungs­an­spruch auf wirt­schaft­li­che Jugend­hil­fe aus § 39 SGB VIII für nicht per­so­nen­sor­ge­be­rech­tig­te Pfle­ge­el­tern. Denn es han­delt sich hier um einen Annex­an­spruch zu dem in § 27 Abs. 1 SGB VIII gere­gel­ten Anspruch der Per­so­nen­sor­ge­be­rech­tig­ten auf Hil­fe zur Erzie­hung . Genau­so­we­nig lässt sich aus dem Recht der Pfle­ge­el­tern

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All­er­gen­dich­te Matrat­zen-Enca­sings auf Kos­ten der Kran­ken­ver­si­che­rung

Matrat­­zen-Enca­­sings sind nicht im GKV-Hilfs­­­mit­­tel­­ver­­zeich­­nis ( § 139 Abs 1 SGB V) gelis­tet und haben des­halb kei­ne Über­prü­fung gemäß § 139 Abs 4 SGB V erfah­ren. Ein Anspruch auf Ver­sor­gung im Hin­blick auf die "Erfor­der­lich­keit im Ein­zel­fall" besteht nur, soweit das begehr­te Hilfs­mit­tel geeig­net, aus­rei­chend, zweck­mä­ßig und wirt­schaft­lich ist und das Maß

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Der zwei­te Roll­stuhl für die Schu­le

Eine Kran­ken­ver­si­che­rung ist für die Aus­stat­tung eines geh­un­fä­hi­gen Schü­lers mit einem zwei­tem Aktiv­roll­stuhl für den Schul­be­such nicht leis­tungs­pflich­tig, wenn das Hilfs­mit­tel unter den gege­be­nen Umstän­den des Ein­zel­falls nicht erfor­der­lich (§ 33 Abs 1 Satz 1 SGB V) und des­halb auch kran­ken­ver­si­che­rungs­recht­lich nicht wirt­schaft­lich ist. So die Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts in dem hier

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Auf­wen­dun­gen für Voll­zeit­pfle­ge des Enkels

Soweit die Bestim­mun­gen im Ach­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch vor­aus­set­zen, dass die Voll­zeit­pfle­ge "außer­halb des Eltern­hau­ses" und in einer "ande­ren Fami­lie" als der "Her­kunfts­fa­mi­lie" erfolgt, ist eine räum­li­che Tren­nung von Pfle­ge­fa­mi­lie und den leib­li­chen Eltern des Kin­des nicht erfor­der­lich. Groß­el­tern, die gemein­sam mit dem zu pfle­gen­den Enkel und der Mut­ter in einem

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Früh­ru­he­stands­geld und die Bei­trags­be­mes­sung bei frei­wil­li­gen Kran­ken­kas­sen­mit­glie­dern

Unter die Bei­trags­pflicht fällt auch – als sons­ti­ge Ein­nah­me – das "Früh­ru­he­stands­geld", das ein Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men aus­ge­schie­de­nen Mit­ar­bei­tern, die frei­wil­lig ver­si­cher­te Mit­glie­der in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung sind, zahlt. Die Ände­rung des § 240 SGB V durch das GKV-WSG mit Wir­kung zum 1. Janu­ar 2009 hat dahin­ge­hend kei­ne Ände­rung gebracht, weil nun­mehr

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Die Kran­ken­kas­se und der Scha­dens­er­satz­an­spruch ihres Ver­si­cher­ten

Der Scha­dens­er­satz­an­spruch des Geschä­dig­ten aus § 823 Abs. 1 und § 280 Abs. 1 BGB geht gemäß § 116 Abs. 1 Satz 1 SGB X auch in Höhe der Auf­wen­dun­gen für den Inves­ti­ti­ons­zu­schlag nach Art. 14 Abs. 1 des Gesund­heits­struk­tur­ge­set­zes auf die gesetz­li­che Kran­ken­kas­se über. Ein auf ande­ren gesetz­li­chen Vor­schrif­ten beru­hen­der Anspruch auf

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Zustän­dig­keit des über­ört­li­chen Jugend­hil­fe­trä­gers für Aus­lands­hil­fe

Die sach­li­che Zustän­dig­keit des über­ört­li­chen Jugend­hil­fe­trä­gers nach § 85 Abs. 2 Nr. 9 SGB VIII in dem Fal­le der Gewäh­rung von Hil­fe zur Erzie­hung nach §§ 27 ff. SGB VIII an den im Aus­land leben­den und per­so­nen­sor­ge­be­rech­tig­ten Eltern­teil setzt nicht vor­aus, dass auch des­sen Kind sich im Aus­land auf­hält. Die Rege­lung der

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Pro­dukt­er­ken­nungs­sys­tems mit Sprach­aus­ga­be für Blin­de

Ist eine gesetz­li­che Kran­ken­kas­se dazu ver­pflich­tet, eine blin­de Klä­ge­rin mit einem Bar­­code-Lese­ge­rät mit digi­ta­ler Sprach­aus­ga­be aus­zu­stat­ten? Anders als sieht das Bun­des­so­zi­al­ge­richt einen sol­chen Anspruch des gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­ten aller­dings nur mit Ein­schrän­kun­gen: Das von der Klä­ge­rin begehr­te Bar­code­le­se­ge­rät kann ein Hilfs­mit­tel der Gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung im Sin­ne des § 33 Abs 1 SGB

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Die elek­trisch betrie­be­ne mobi­le Trep­pen­steig­hil­fe für einen Roll­stuhl

Ein in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ver­si­cher­ter Behin­der­ter hat kei­nen Anspruch nach § 33 Abs 1 Satz 1 SGB V dar­auf, auf Kos­ten der Kran­ken­kas­se mit einer Trep­pen­steig­hil­fe ver­sorgt zu wer­den, und zwar unab­hän­gig davon, ob es um die Über­eig­nung oder die leih­wei­se Über­las­sung des Geräts geht und auch unab­hän­gig davon, ob das

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Drei­rad von Kran­ken­kas­se

Die Kos­ten für ein Behin­der­ten­drei­rad (The­ra­pie­rad) sind von der Kran­ken­kas­se zu erstat­ten, zwar nicht als Maß­nah­me zur Vor­beu­gung gegen eine dro­hen­de Behin­de­rung (so noch Hess. LSG – L 8 KR 311/​08)), wohl aber zur Siche­rung des Erfolgs der Kran­ken­be­hand­lung. Wie das Bun­des­so­zi­al­ge­richts hier­zu in einem aktu­el­len Fall ent­schied, ist § 33

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Unter­halts­leit­li­ni­en des OLG Olden­burg

Die Fami­li­en­se­na­te des Ober­lan­des­ge­richts Olden­burg haben die aktua­li­sier­te Fas­sung ihrer Unter­halts­recht­li­chen Leit­li­ni­en ver­öf­fent­licht. Die­se Leit­li­ni­en die­nen der Infor­ma­ti­on der Öffent­lich­keit und der Gerich­te über die Grund­sät­ze der Recht­spre­chung in Unter­halts­ver­fah­ren. Gleich­zei­tig tra­gen sie bei gleich­ge­la­ger­ten Pro­ble­men zu einer ein­heit­li­chen Rechts­an­wen­dung bei. Sie sind aller­dings nur eine Richt­li­nie und nicht rechts­ver­bin­dich.

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Pfle­ge­geld im Drei-Genera­tio­nen-Haus­halt

Im Fal­le des Zusam­men­le­bens von Kind, Eltern und Groß­el­tern besteht kein Anspruch auf ein Pfle­ge­geld nach § 39 SGB VIII. Lebt ein Kind zusam­men mit sei­nen Eltern oder einem Eltern­teil bei sei­nen Groß­el­tern, lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen für die Gewäh­rung von Hil­fe zur Erzie­hung in Voll­zeit­pfle­ge nach § 33 SGB VIII

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Ham­mer Leit­li­ni­en zum Unter­halts­recht

Das Ober­lan­des­ge­richt Hamm hat sei­ne neu­en Leit­li­ni­en zum Unter­halts­recht ver­öf­fent­licht. Die neu­en Unter­halts­leit­li­ni­en sind mit dem Stand vom 1. Janu­ar 2011 von den Fami­li­en­se­na­ten des Ober­lan­des­ge­richts Hamm erar­bei­tet wor­den, um eine mög­lichst ein­heit­li­che Recht­spre­chung im gesam­ten Ober­lan­des­ge­richts­be­zirk zu erzie­len. Die Unter­halts­leit­li­ni­en stel­len zwar kei­ne ver­bind­li­chen Regeln dar, sie sol­len jedoch

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Kin­der­geld für den Jugend­hil­fe-Trä­ger

Wird Kin­der­geld für meh­re­re Kin­der gewährt, ist der Anspruch auf Erstat­tung des Kin­der­gel­des wegen der für ein­zel­ne Kin­der erbrach­ten Jugend­hil­fe­leis­tun­gen ent­spre­chend § 76 Satz 2 Nr. 1 EStG zu ermit­teln. Maß­geb­lich ist der Betrag, der sich bei einer Auf­tei­lung des gesam­ten Kin­der­gel­des nach der Anzahl der Kin­der ergibt, für die Kin­der­geld gezahlt

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