Über­höh­te Inva­li­di­täts­leis­tun­gen in der Unfall­ver­si­che­rung

Das Feh­len eines Neu­be­mes­sungs­vor­be­halts im Sin­ne von Zif­fer 9.4 Satz 3 AVB Unfall­ver­si­che­rung (hier: AUB 1999) in der Erklä­rung des Unfall­ver­si­che­rers über die Leis­tungs­pflicht zur Erst­be­mes­sung der Inva­li­di­tät nach Zif­fer 9.1 Satz 1 AUB führt nicht zu sei­ner Bin­dung an die­se Erklä­rung im Ver­fah­ren der Erst­be­mes­sung. Der Rück­for­de­rung einer Inva­li­di­täts­leis­tung auf­grund geän­der­ter

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All­ge­mei­ne Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen – und ihre Aus­le­gung

All­ge­mei­ne Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen sind so aus­zu­le­gen, wie ein durch­schnitt­li­cher Ver­si­che­rungs­neh­mer sie bei ver­stän­di­ger Wür­di­gung, auf­merk­sa­mer Durch­sicht und Berück­sich­ti­gung des erkenn­ba­ren Sinn­zu­sam­men­hangs ver­ste­hen muss. Dabei kommt es auf die Ver­ständ­nis­mög­lich­kei­ten eines Ver­si­che­rungs­neh­mers ohne ver­si­che­rungs­recht­li­che Spe­zi­al­kennt­nis­se und damit auch auf sei­ne Inter­es­sen an. In ers­ter Linie ist vom Wort­laut der jewei­li­gen Klau­sel aus­zu­ge­hen.

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Die­be mit Woh­nungs­schlüs­sel und Adres­se

Eine Haus­rat­ver­si­che­rung muss nicht für die bei einem Woh­nungs­dieb­stahl ent­wen­de­ten Gegen­stän­de ein­tre­ten, wenn die Bewoh­ne­rin fahr­läs­sig den Dieb­stahl des Woh­nungs­schlüs­sel ermög­licht hat. So die Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Klä­ge­rin, der aus ihrer Woh­nung Gegen­stän­de im Wert von 17.500,00 Euro gestoh­len wor­den waren. In den

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Die Win­ter­rei­fen in der Sam­mel­ga­ra­ge

Eine Haus­rat­ver­si­che­rung kann durch eine Klau­sel in ihren All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen wirk­sam aus­schlie­ßen, dass Haus­rat in Sam­mel­ga­ra­gen ver­si­chert ist. So hat das Amts­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Klä­gers ent­schie­den, dem Rei­fen aus sei­nem Gara­gen­stell­platz gestoh­len wor­den waren. Er hat einen Tief­ga­ra­gen­stell­platz in der Han­se­mann­stra­ße in Mün­chen ange­mie­tet. Die

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Rechts­schutz­ver­si­che­rung – und der Beginn des Ver­si­che­rungs­schut­zes

Wird ein Rechts­schutz­ver­si­che­rungs­ver­trag um eine Leis­tungs­art erwei­tert, beginnt die War­te­zeit für die­ses Zusatz­ri­si­ko an dem Tag, an dem der Ver­si­che­rungs­schutz für die­ses Ein­zel­wag­nis beginnt, wäh­rend für die iden­ti­schen Leis­tungs­ar­ten kei­ne neue War­te­zeit beginnt. So hat das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines abge­lehn­ten Deckungs­schut­zes für Strei­tig­kei­ten auf Hoch­schul­zu­las­sung

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Der Ver­lust des Bar­gelds beim Ein­bruch

Mit einer Begren­zung der Ein­stands­pflicht einer Haus­rat­ver­si­che­rung für Bar­geld­be­trä­ge, die nicht in einem Tre­sor auf­be­wahrt wer­den, hat ein Ver­si­che­rungs­neh­mer zu rech­nen. So ein Hin­weis des Ober­lan­des­ge­richts Olden­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Restau­rant­be­sit­zers, der nach einem Ein­bruch einen ansehn­li­chen Geld­be­trag von sei­ner Ver­si­che­rung ersetzt bekom­men woll­te. In sei­nen Pri­vat­räu­men

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Erkran­kung wäh­rend der Aus­lands­rei­se

Ein Rei­sen­der, der eine Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung abge­schlos­sen hat und im Urlaub erkrankt, hat nach den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen die Not­ruf­zen­tra­le der Ver­si­che­rung zu benach­rich­ti­gen. Geschieht das nicht, reicht allein die Vor­la­ge der Kran­ken­haus­rech­nung nebst wei­te­ren Unter­la­gen für die Ein­stands­pflicht der Ver­si­che­rung nicht aus, wenn dar­aus kei­ne Dia­gno­se und kei­ne medi­zi­ni­sche Not­wen­dig­keit der in

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Die been­de­te Waren­kre­dit­ver­si­che­rung – und die ein­ge­hen­den Kun­den­zah­lun­gen

Eine Klau­sel in einer Waren­kre­dit­ver­si­che­rung, wel­che bestimmt, dass nach Been­di­gung des – einen bestimm­ten Kun­den betref­fen­den – Ver­si­che­rungs­schut­zes sämt­li­che beim Ver­si­che­rungs­neh­mer ein­ge­hen­den Zah­lun­gen die­ses Kun­den in Anse­hung des Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­ses auf die jeweils ältes­te offe­ne For­de­rung des Ver­si­che­rungs­neh­mers gegen­über dem Kun­den anzu­rech­nen sind, ist unwirk­sam. Die Anrech­nungs­klau­sel des § 5 Nr. 2.1

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Anrech­nungs­klau­seln in der Waren­kre­dit­ver­si­che­rung

Eine in All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen für die Waren­kre­dit­ver­si­che­rung ent­hal­te­ne Anrech­nungs­klau­sel, wonach für die Berech­nung des ver­si­cher­ten Aus­falls "Beträ­ge, die nach Been­di­gung des Ver­si­che­rungs­schut­zes gemäß § 2 Nr. 4 AVB ein­ge­hen, … unab­hän­gig von abwei­chen­den Til­gungs­be­stim­mun­gen, grund­sätz­lich auf die jeweils ältes­te offe­ne For­de­rung ange­rech­net [wer­den]," ist gemäß § 307 BGB unwirk­sam, weil sie den

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Die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen in Ries­ter-Ren­ten­ver­trä­gen

Machen die Klau­sel­wer­ke in den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen so genann­ter Ries­­ter-Ren­­ten­­ver­­­trä­ge bezüg­lich der Fra­ge der Kos­ten­über­schuss­be­tei­li­gung nicht aus­rei­chend deut­lich, dass bestimm­te Ver­trags­ka­te­go­ri­en von der Kos­ten­über­schuss­be­tei­li­gung ganz aus­ge­schlos­sen sind, ist deren Ver­wen­dung zu unter­las­sen. So die Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Stutt­gart in dem hier vor­lie­gen­den Streit über Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen von Ries­­ter-Ren­­ten­­ver­­­trä­gen. Das Ober­lan­des­ge­richt hat

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Rei­se­preis­zah­lung per Kre­dit­kar­te

Ist nach den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen einer Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung fest­ge­legt, dass die Ver­si­che­rung nur ein­tritt, wenn die Bezah­lung des Rei­se­prei­ses über eine Kre­dit­kar­te erfolgt, ist es nicht aus­rei­chend, wenn die Anzah­lung des Rei­se­prei­ses durch Über­wei­sung getä­tigt wird. Der gesam­te Rei­se­preis muss mit der Kre­dit­kar­te bezahlt wor­den sein, damit die Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung zustan­de kommt. Mit

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Die Rechts­schutz­ver­si­che­rung und ihr Scha­dens­frei­heits­sys­tem mit Anwalts­emp­feh­lung

Durch die finan­zi­el­len Anrei­zen eines Ver­si­che­rers in Bezug auf eine Anwalts­emp­feh­lung ist die freie Anwalts­wahl jeden­falls dann nicht beein­träch­tigt, wenn die Aus­wahl des Rechts­an­walts immer noch der Ver­si­che­rungs­neh­mer trifft und die Gren­ze des unzu­läs­si­gen psy­chi­schen Drucks nicht über­schrit­ten wird. Nach der maß­geb­li­chen Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs schließt die Frei­heit der

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Der Preis des Hör­ge­rä­tes

Eine Klau­sel in den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen mit einer Leis­tungs­be­schrän­kung, wonach nur Hilfs­mit­tel in ange­mes­se­ner Aus­füh­rung zu erstat­ten sind, ver­stößt gegen das Trans­pa­renz­ge­bot, da sie nicht klar und ver­ständ­lich ist und den Ver­si­cher­ten unan­ge­mes­sen benach­tei­ligt. Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Kla­ge eines Mün­che­ners statt­ge­ge­ben,

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Der Unfall­tod durch einen Rosen­dorn

Sticht sich eine ver­si­cher­te Per­son an einem Rosen­dorn und ver­stirbt an einer Infek­ti­on, hat eine Unfall­ver­si­che­rung zu leis­ten, da es sich bei dem Stich mit einem Rosen­dorn um einen Zusam­men­stoß des Kör­pers mit einer Sache und damit um einen Unfall han­delt, der auch nicht durch eine Infek­ti­ons­klau­sel von der Leis­tung

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Rei­se­rück­tritt wegen Alko­hol­sucht

Eine uner­war­te­te schwe­re Erkran­kung liegt bei einem Rück­fall auf­grund einer Alko­hol­er­kran­kung nicht vor, da man jeder­zeit mit sei­nem Ein­tritt und Fol­gen rech­nen muss. Wenn eine alko­hol­kran­ke Per­son nach einer Ent­zie­hungs­be­hand­lung eine Rei­se bucht, aber zu die­sem Zeit­punkt Alko­hol zu sich nimmt, trifft das Rück­fall­ri­si­ko in sub­jek­ti­ver Hin­sicht nicht uner­war­tet. So

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Anhän­ger­kupp­lung und die Del­le am eige­nen PKW

Ein Unfall, für den eine Ver­si­che­rung haf­tet, ist ein unmit­tel­bar von außen her plötz­lich mit mecha­ni­scher Gewalt ein­wir­ken­des Ereig­nis. Ver­hakt sich beim Rück­wärts­fah­ren die Anhän­ger­kupp­lung eines Autos, ist die Unfall­ur­sa­che nicht von außen gekom­men und die Ver­si­che­rung muss nicht zah­len. Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen die Kla­ge eines

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Unfall­tod in Fol­ge all­er­gi­scher Reak­ti­on

Das ver­se­hent­li­che oder unbe­wuss­te Ver­zeh­ren von All­er­ge­nen zusam­men mit ande­ren Nah­rungs­stof­fen stellt im Pri­vat­ver­si­che­rungs­recht einen ver­si­cher­ten Unfall dar. So ent­schied jetzt das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen in dem Fall eines 15-jäh­­ri­gen, auf Nah­rungs­mit­tel all­er­gisch reagie­ren­den, geis­tig behin­der­ten Kin­des. Das Kind war am Hei­lig­abend 2009 in Fol­ge einer all­er­gi­schen Reak­ti­on nach dem mut­maß­li­chen Ver­zehr

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Wegen Magen-Darm-Grip­pe: kein Flug aber Kos­ten

Ist in den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen einer Rei­se­ab­bruchs­ver­si­che­rung aus­drück­lich gere­gelt, dass beim Rei­se­ab­bruch nur die nach­weis­lich ent­stan­de­nen zusätz­li­chen Rück­rei­se­kos­ten erstat­tet wer­den kön­nen, bringt die Ver­si­che­rung mit die­ser Klau­sel ein­deu­tig zum Aus­druck, dass sie gera­de kei­ne Erstat­tung für von Anfang an gebuch­te, jedoch ledig­lich nicht in Anspruch genom­me­ne Rück­rei­se­leis­tun­gen erbrin­gen will, son­dern nur

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Unter­blie­be­ne Anpas­sung der All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen

Die Rege­lun­gen über die Ver­let­zung ver­trag­li­cher Oblie­gen­hei­ten sind unwirk­sam, wenn eine Anpas­sung der All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen an das VVG 2008 gemäß Art. 1 Abs. 3 EGVVG unter­blie­ben ist. So hat der Bun­des­ge­richts­hof in dem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den. In einem leer­ste­hen­den Haus wur­den wäh­rend der Frost­pe­ri­ode die was­ser­füh­ren­den Lei­tun­gen nicht ent­leert. Der dar­auf­hin

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Wer­be­bro­schü­ren

Der ver­stän­di­ge Ver­brau­cher muss damit rech­nen, dass in den all­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen Ver­spre­chun­gen eines Wer­be­pro­spekts kon­kre­ti­siert und even­tu­ell auch abge­schwächt wer­den. Auch wenn die­se müh­sam zu lesen sind, ist deren Lek­tü­re zumut­bar. In einem vom Amts­ge­richt Mün­chen ent­schie­de­nen Rechts­streit schloss die spä­te­re Klä­ge­rin Anfang 2009 mit einer Ver­si­che­rung einen Kran­ken­ver­si­che­rungs­ver­trag. In

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Unter­jäh­ri­ge Zah­lung von Ver­si­che­rungs­prä­mi­en

Klau­seln in All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen für Lebens- oder Ren­ten­ver­si­che­run­gen, die bestim­men, dass für eine unter­jäh­ri­ge Prä­mi­en­zah­lung ein Zuschlag in einer nicht genann­ten Höhe zu bezah­len ist, sind nach einem Urteil des Land­ge­richts Stutt­gart intrans­pa­rent und daher unwirk­sam. Ob das Ver­brau­cher­kre­dit­recht anwend­bar ist, kann dabei für das Land­ge­richt Stutt­gart dahin­ste­hen, denn die

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Risi­ko­aus­schluss­klau­seln in All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen

Der Grund­satz der engen Aus­le­gung von Risi­ko­aus­schluss­klau­seln in All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen gilt auch, wenn es um die Fra­ge geht, ob eine Bestim­mung über­haupt einen Risi­ko­aus­schluss ent­hält oder einen im Bedin­gungs­werk an ande­rer Stel­le ent­hal­te­nen oder einen gesetz­li­chen Risi­ko­aus­schluss (wie § 61 VVG a.F.) zum Nach­teil des Ver­si­che­rungs­neh­mers erwei­tert. Eine Klau­sel, nach

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