Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men – und das deut­sche Trea­ty Over­ri­de

Der Gesetz­ge­ber ist auch dann nicht am Erlass eines Geset­zes gehin­dert, wenn die­ses zu völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­gen im Sin­ne von Art. 59 Abs. 2 Satz 1 GG im Wider­spruch steht. Dies hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aktu­ell in einem Ver­fah­ren der kon­kre­ten Nor­men­kon­trol­le auf die Rich­ter­vor­la­ge des Bun­des­fi­nanz­hofs zu § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG ent­schie­den,

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Besteue­rungs­recht des Quel­len­staats bei feh­len­der tat­säch­li­cher Besteue­rung im Ansäs­sig­keits­staat – die Rück­fall­klau­sel im DBA-Süd­afri­ka

Art. 16 Abs. 1 DBA-Süd­­afri­­ka bestimmt, dass Ruhe­ge­häl­ter und ähn­li­che Ver­gü­tun­gen, die einer in einem Ver­trags­staat ansäs­si­gen Per­son für frü­he­re unselb­stän­di­ge Tätig­keit gezahlt wer­den, "nur" im Ansäs­sig­keits­staat besteu­ert wer­den kön­nen, wenn die­se Ein­künf­te im Ansäs­sig­keits­staat "der Besteue­rung unter­lie­gen". In einem Ver­fah­ren zur Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes hat der Bun­des­fi­nanz­hof Art. 16 Abs.

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Pau­schal­be­steue­rung von US-Fonds – und das Uni­ons­recht

Die Rege­lung des § 6 InvStG unter­fällt nicht der Still­hal­te­klau­sel des Art. 64 Abs. 1 AEUV. Inlän­di­schen Anteils­schein­in­ha­bern eines Invest­ment­fonds mit Sitz in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka steht zur Ver­mei­dung der pau­scha­len Ermitt­lung der Kapi­tal­erträ­ge gemäß §§ 2, 6 InvStG die Mög­lich­keit zu, die Besteue­rungs­grund­la­gen des aus­län­di­schen Invest­ment­ver­mö­gens gemäß § 5 Abs. 1 InvStG

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Fina­ler aus­län­di­scher Ver­mie­tungs­ver­lust

Die Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on und des Bun­des­fi­nanz­hofs defi­niert die Vor­aus­set­zun­gen, unter denen der Ansäs­sig­keits­staat Ver­lus­te einer in einem ande­ren Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on bele­ge­nen Betriebs­stät­te des Steu­er­pflich­ti­gen auf­grund des prin­zi­pi­el­len Anwen­dungs­vor­rangs uni­ons­recht­li­chen Pri­mär­rechts (und damit der uni­ons­recht­li­chen Grund­frei­hei­ten) berück­sich­ti­gen muss, obwohl die betref­fen­den Ver­lus­te nach der bestehen­den

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Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge im Aus­land täti­ger Arbeit­neh­mer – und der Son­der­aus­ga­ben­ab­zug

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat dem Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on meh­re­re Rechts­fra­gen zur Uni­ons­recht­mä­ßig­keit des Aus­schlus­ses des Son­der­aus­ga­ben­ab­zugs für Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge im Aus­land täti­ger Arbeit­neh­mer zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt: Steht Art. 39 EG (jetzt Art. 45 AEUV) einer Vor­schrift deut­schen Rechts ent­ge­gen, nach der Bei­trä­ge eines in Deutsch­land woh­nen­den und für die Ver­wal­tung des

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Fik­ti­ve unbe­schränk­te Ein­kom­men­steu­er­pflicht – Abgel­tungs­teu­er und Ein­kunfts­gren­zen

In die Prü­fung der Ein­kunfts­gren­zen nach § 1 Abs. 3 Satz 2 EStG 2009 sind auch die der Abgel­tungs­teu­er unter­lie­gen­den Kapi­tal­ein­künf­te ein­zu­be­zie­hen. Nach § 1 Abs. 3 Satz 1 EStG 2009 wer­den auf Antrag auch natür­li­che Per­so­nen als unbe­schränkt ein­kom­men­steu­er­pflich­tig behan­delt, die im Inland weder einen Wohn­sitz noch ihren gewöhn­li­chen Auf­ent­halt haben, soweit sie inlän­di­sche Ein­künf­te

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Teil­aus­gleichs­zah­lun­gen an ehe­ma­li­ge Bediens­te­te des Euro­päi­schen Patent­am­tes

Gemäß Art. 16 Abs. 1 Satz 1 des Pro­to­kolls über die Vor­rech­te und Immu­ni­tä­ten der Euro­päi­schen Patent­or­ga­ni­sa­ti­on (Immu­ni­tä­ten­pro­to­koll ‑PPI-) sind u.a. die in Art. 14 PPI genann­ten Bediens­te­ten des EPA für die von der Orga­ni­sa­ti­on gezahl­ten Gehäl­ter und Bezü­ge nach Maß­ga­be der Bedin­gun­gen und Regeln, die der Ver­wal­tungs­rat inner­halb eines Jah­res nach

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Ent­wick­lungs­hel­fer – und die deut­sche Ein­kom­men­steu­er

Nach Art.19 Abs. 3 (i.V.m. Abs. 1 Satz 1) DBA-Indo­­ne­­si­en kön­nen Ver­gü­tun­gen, die im Rah­men eines Ent­wick­lungs­hil­fe­pro­gramms (u.a.) eines Ver­trags­staats aus Mit­teln, die aus­schließ­lich von die­sem Staat bereit­ge­stellt wer­den, an Fach­kräf­te oder frei­wil­li­ge Hel­fer gezahlt wer­den, die in den ande­ren Ver­trags­staat mit des­sen Zustim­mung ent­sandt wor­den sind, nur in die­sem Staat

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Besteue­rung des von der OSZE-Mis­si­on im Koso­vo gezahl­ten Arbeits­lohns

Für den von der OSZE-Mis­­si­on im Koso­vo gezahl­ten Arbeits­lohn besteht ein deut­sches Besteue­rungs­recht nach Maß­ga­be der 183-Tage-Klau­­sel im DBA-Jugo­­s­la­wi­en. In dem hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall ging es um eine iri­sche und bri­ti­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge, die im Streit­jahr 2009 mit ihrem Ehe­mann in Deutsch­land wohn­te und zusam­men mit ihm zur Ein­kom­men­steu­er

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Der deut­sche Pilot einer iri­schen Flug­li­nie – und die Lohn­steu­er

Hat der bei einer iri­schen Flug­ge­sell­schaft beschäf­tig­te Pilot sei­nen Wohn­sitz in Deutsch­land, unter­fällt er des­we­gen gemäß § 1 Abs. 1 EStG 2002 hier mit sei­nem Welt­ein­kom­men der unbe­schränk­ten Ein­kom­men­steu­er­pflicht. Die­ser Steu­er­pflicht ist auch der Arbeits­lohn (§ 19 EStG 2002) unter­wor­fen, den er als Flug­zeug­füh­rer für die in Irland ansäs­si­ge Flug­ge­sell­schaft ver­ein­nahmt hat.

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Öster­rei­chi­sche Flug­li­nie, deut­scher Pilot – und die Lohn­steu­er

Ver­gü­tun­gen für Dienst­leis­tun­gen, die ein im Inland ansäs­si­ger Flug­zeug­füh­rer eines in Öster­reich ansäs­si­gen Unter­neh­mens an Bord eines Luft­fahr­zeu­ges im inter­na­tio­na­len Ver­kehr erbringt, wer­den in Deutsch­land nach Art. 23 Abs. 1 Buchst. b Dop­pel­buchst. ee i.V.m. Art. 15 Abs. 5 DBA-Öster­­reich 2000 abwei­chend von der im Abkom­men ansons­ten ver­ein­bar­ten Frei­stel­lungs­me­tho­de nach Art. 23 Abs.

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US-Flug­li­nie – bri­ti­sche Nie­der­las­sung – deut­sche Lohn­steu­er

Für Ein­künf­te, die nach einem Abkom­men zur Ver­mei­dung der Dop­pel­be­steue­rung von der Bemes­sungs­grund­la­ge der deut­schen Steu­er aus­zu­neh­men sind (hier für Arbeits­lohn eines Flug­zeug­füh­rers nach Art. XVIII Abs. 2 Buchst. a Satz 1 DBA-Groß­bri­­tan­­ni­en 1964/​1970), wird die Frei­stel­lung der Ein­künf­te unbe­scha­det des in § 50d Abs. 9 Satz 1 Nr. 2 EStG 2002 i.d.F. des JStG 2007

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Aus­lands­kor­re­spon­dent in Öster­reich

Nach Art. 23 Abs. 1 Buchst. a Satz 1 i.V.m. Art. 15 Abs. 1 DBA-Öster­­reich 2000 sind die Ein­künf­te eines im Inland woh­nen­den Aus­lands­kor­re­spon­den­ten inso­weit von der Bemes­sungs­grund­la­ge der deut­schen Steu­er aus­zu­neh­men, als die Arbeit tat­säch­lich in Öster­reich aus­ge­übt wor­den ist. Soweit die Ein­künf­te auf Dienst­rei­sen ent­fal­len, die der Kor­re­spon­dent von dem Redak­ti­ons­bü­ro in

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Das uni­ons­rechts­wid­ri­ge, aber rechts­kräf­ti­ge Urteil – und trotz­dem kein Bil­lig­keits­er­lass

Nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs ist es weder ermes­sens­feh­ler­haft noch ver­stößt es gegen euro­päi­sches Uni­ons­recht, wenn die Finanz­ver­wal­tung eine Steu­er nicht erstat­tet, die auf einem zwar uni­ons­rechts­wid­ri­gen, aber durch letzt­in­stanz­li­ches Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs bestä­tig­ten Steu­er­be­scheid beruht. Im hier ent­schie­de­nen Fall erkann­te das Finanz­amt Schul­geld­zah­lun­gen der Klä­ger an eine Pri­vat­schu­le in Groß­bri­tan­ni­en

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Vor­steu­er­ab­zug – bei unge­klär­ter Ansäs­sig­keit und offe­nem Umsatz­steu­er­aus­weis

Ist unklar, ob ein Unter­neh­mer, der Wind­kraft­an­la­gen im Inland betreibt, im In- oder Aus­land ansäs­sig ist, kann er Vor­steu­er­be­trä­ge im all­ge­mei­nen Besteue­rungs­ver­fah­ren gel­tend machen, wenn er trotz mög­li­cher Umkehr der Steu­er­schuld­ner­schaft nach § 13b UStG Rech­nun­gen mit Umsatz­steu­er­aus­weis erstellt hat und er des­halb ohne­hin ver­pflich­tet ist, die nach § 14c

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MOSS – Leis­tungs­ort bei elek­tro­ni­schen Dienst­leis­tun­gen

Die Euro­päi­sche Uni­on hat im Bereich der Umsatz­steu­er eini­ge Ände­run­gen vor­ge­nom­men, die zum Jah­res­wech­sel 2015 in Kraft tre­ten. Die wohl wich­tigs­te Ände­rung betrifft die Ände­rung des Leis­tungs­orts bei der Erbrin­gung von elek­tro­ni­schen Dienst­leis­tun­gen und Tele­komu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­tun­gen. Der deut­che Gesetz­ge­ber hat die­se Ände­rung inzwi­schen durch eine Ände­rung des § 3a UStG sowie die

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Anzei­ge­pflicht der Bank in Erb­schafts­fäl­len – und das Gut­ha­ben bei der öster­rei­chi­schen Banknie­der­las­sung

Steht die Nie­der­las­sungs­frei­heit (Art. 49 AEUV, ex-Art. 43 EG) einer Rege­lung in einem Mit­glied­staat ent­ge­gen, nach der ein Kre­dit­in­sti­tut mit Sitz im Inland beim Tod eines inlän­di­schen Erb­las­sers auch des­sen Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de, die in einer unselb­stän­di­gen Zweig­stel­le des Kre­dit­in­sti­tuts in einem ande­ren Mit­glied­staat ver­wahrt oder ver­wal­tet wer­den, dem für die Ver­wal­tung

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Die im Frei­ha­fen ansäs­si­ge Organ­ge­sell­schaft

Erbringt eine Mut­ter­ge­sell­schaft gegen­über einer in ihr Unter­neh­men ein­ge­glie­der­ten, im Frei­ha­fen ansäs­si­gen Toch­ter­ge­sell­schaft ("Organ­ge­sell­schaft") sons­ti­ge Leis­tun­gen, die auf­grund der Fik­ti­on des § 1 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a UStG "wie Umsatz im Inland" behan­delt wer­den, sind die­se steu­er­pflich­tig und nicht als inner­or­gan­schaft­li­che Umsät­ze nicht umsatz­steu­er­bar, da trotz Fik­ti­on als § 1 Abs. 3 UStG die

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Fina­le Ver­lus­te einer aus­län­di­schen Betriebs­stät­te – und die Hin­zu­rech­nungs­be­steue­rung

Hin­sicht­lich der Behand­lung soge­nann­ter "fina­ler Ver­lus­te" und zur Hin­zu­rech­nungs­be­steue­rung ist es zwei­fel­haft, ob die hin­sicht­lich ihrer Anwend­bar­keit und ihrer steu­er­recht­li­chen Fol­gen im Wesent­li­chen unstrei­ti­gen Rege­lun­gen des EStG i.V.m. dem KStG oder des DBA 2000 gegen Art. 49 des AEUV (Art. 43 EGV) ver­sto­ßen. Mit die­ser Begrün­dung hat das Finanz­ge­rich Köln

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Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug für Grün­dungs­auf­wand des aus­län­di­schen Büros eines Frei­be­ruf­lers

Grün­dungs­auf­wand für die im Aus­land bele­ge­ne fes­te Ein­rich­tung eines Frei­be­ruf­lers führt nicht zu einem Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug bei der Ermitt­lung der Ein­künf­te aus der inlän­di­schen Tätig­keit. Die­ser Auf­wand ist durch die in Aus­sicht genom­me­ne Tätig­keit im Aus­land ver­an­lasst . Unter­fällt jene Tätig­keit der abkom­mens­recht­li­chen Frei­stel­lung, betrifft dies den Grün­dungs­auf­wand (nega­ti­ve Ein­künf­te) auch

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Grenz­gän­ger zur Schweiz – und die mehr­tä­gi­ge Ruf­be­reit­schaft

Ist ein in Deutsch­land ansäs­si­ger Arbeit­neh­mer über die Tages­gren­ze hin­weg in der Schweiz tätig, ist für die Annah­me eines sog. Nicht­rück­kehr­ta­ges im Sin­ne der Grenz­gän­ger­re­ge­lung in Art. 15a Abs. 2 DBA-Schweiz 1971/​1992 ent­schei­dend, ob eine Nicht­rück­kehr an sei­nen Wohn­sitz in Deutsch­land aus beruf­li­chen Grün­den erfolgt ist. Schließt sich unmit­tel­bar im Anschluss

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"Fina­le" aus­län­di­sche Betriebstät­ten­ver­lus­te

Der Bun­des­fi­nanz­hof hält auch für Art. 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 1 i.V.m. Art. 7 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 sowie Art. 13 Abs. 2 DBA-Bel­gi­en dar­an fest, dass Deutsch­land für (lau­fen­de und Veräußerungs-)Verluste, die ein in Deutsch­land ansäs­si­ges Unter­neh­men in sei­ner in Bel­gi­en bele­ge­nen Betriebstät­te erwirt­schaf­tet, kein Besteue­rungs­recht hat (sog. Sym­me­trie­the­se). Ein Ver­lust­ab­zug

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Das Dar­le­hen der aus­län­di­schen Kon­zern-Schwes­ter­ge­sell­schaft

Gewährt eine nicht zur Anrech­nung von Kör­per­schaft­steu­er berech­tig­te (aus­län­di­sche) Kapi­tal­ge­sell­schaft ihrer unbe­schränkt steu­er­pflich­ti­gen (inlän­di­schen) Schwes­­ter-Kapi­­tal­ge­­sel­l­­schaft ein Dar­le­hen, wer­den die dafür gezahl­ten Zin­sen nur dann nach § 8a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. Satz 2 KStG 1999 a.F. in ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tun­gen umqua­li­fi­ziert, wenn auch die (gemein­sa­me) Mut­ter­ge­sell­schaft nicht zur Anrech­nung von Kör­per­schaft­steu­er

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Die "Ansäs­sig­keit" des Steu­er­pflich­ti­gen

Ist ein Steu­er­pflich­ti­ger bereits dann ein "im Aus­land ansäs­si­ger Steu­er­pflich­ti­ger" im Sin­ne des Art. 21 Abs. 1 Buchst. b der Richt­li­nie 77/​388/​EWG, wenn er den Sitz sei­ner wirt­schaft­li­chen Tätig­keit im Aus­land hat, oder muss als wei­te­re Vor­aus­set­zung hin­zu­kom­men, dass er sei­nen pri­va­ten Wohn­sitz nicht im Inland hat? Die­se Fra­ge hat jetzt der

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