Fest­be­trä­ge für Cho­le­ste­rin­sen­ker

Fest­be­trä­ge für Cho­le­ste­rin­sen­ker sind recht­mä­ßig. In den drei jetzt vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­de­nen Ver­fah­ren strit­ten ein Ver­si­cher­ter und zwei Arz­nei­mit­tel­her­stel­ler jeweils gegen die Fest­be­trags­fest­set­zung für das cho­le­ste­rin­sen­ken­de Arz­nei­mit­tel Sor­tis. Es ent­hält den noch unter Patent­schutz ste­hen­den Wirk­stoff Ator­va­s­ta­tin, ein Sta­tin. Sta­ti­ne die­nen ins­be­son­de­re dazu, den LDL-Cho­­le­s­te­­rin-Spie­gel im Blut zu sen­ken. Sie

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Mis­tel­tee als Arz­nei­mit­tel?

Für Mis­tel­tee kann eine all­ge­mei­ne Ver­kehrs­auf­fas­sung als Arz­nei­mit­tel nicht fest­ge­stellt wer­den. Dies gilt auch in Anse­hung der Tat­sa­che, dass ent­spre­chen­de Tee­mi­schun­gen als tra­di­tio­nel­le Arz­nei­mit­tel nach § 109a AMG zuge­las­sen sind. Auch ein apo­the­ken­ex­klu­si­ver Ver­trieb führt nicht zwin­gend zur Annah­me einer Arz­nei­mit­tel­prä­sen­ta­ti­on. Nach § 69 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AMG kön­nen die

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Die Mund­spül­lö­sung als Arz­nei­mit­tel

Ist eine Mund­spül­lö­sung ein Arz­nei­mit­tel? Nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hof ist das mög­lich, wenn die Mund­spül­lö­sung Chlor­he­xi­din ent­hält: Eine für die Beja­hung einer phar­ma­ko­lo­gi­schen Wir­kung eines Stof­fes erfor­der­li­che Wech­sel­wir­kung zwi­schen sei­nen Mole­kü­len und Kör­per­zel­len liegt auch dann vor, wenn die Mole­kü­le eine ohne sie gege­be­ne Ein­wir­kung ande­rer Stof­fe auf die Kör­per­zel­len

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Arz­nei­mit­tel­re­gress wegen Über­schrei­tens der arz­nei­mit­tel­recht­li­chen Zulas­sung

Ver­ord­net ein Arzt ein Medi­ka­ment zu einem The­ra­pie­zweck, der jen­seits der aktu­el­len Medi­ka­men­ten­zu­las­sung liegt, ris­kiert er, von der Kran­ken­kas­se wegen unwirt­schaft­li­cher Ver­ord­nungs­wei­se in Regress genom­men zu wer­den, wie ein aktu­el­ler Fall des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Ham­burg zeigt, in dem ein Arz­nei­mit­tel­re­greß wegen der ambu­lan­ten Behand­lung eines Pati­en­ten mit Nie­ren­zell­kar­zi­nom im fort­ge­schrit­te­nen (meta­stasie­ren­den)

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Medi­zin­pro­dukt oder Arz­nei­mit­tel?

Bei der im jewei­li­gen Ein­zel­fall zu tref­fen­den Ent­schei­dung, ob ein Erzeug­nis ein (Funktions-)Arzneimittel oder ein Medi­zin­pro­dukt ist, sind neben sei­nen unmit­tel­ba­ren Wir­kun­gen auch sei­ne Neben- und Fol­ge­wir­kun­gen zu berück­sich­ti­gen und füh­ren die­se, soweit sie auf immu­no­lo­gi­schem, meta­bo­li­schem oder phar­ma­ko­lo­gi­schem Gebiet lie­gen, zu sei­ner Ein­ord­nung als Arz­nei­mit­tel. Stof­fe sowie Stoff­zu­be­rei­tun­gen sind

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Fest­be­trä­ge für Arz­nei­mit­tel­bei­hil­fe

Die Begren­zung von Arz­nei­mit­tel­bei­hil­fe nach der Bun­des­bei­hil­fe­ver­ord­nung auf die Höhe von Fest­be­trä­gen ist in Gestalt der der­zei­ti­gen Rege­lung unwirk­sam, ent­schied jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz in dem Fall eines pen­sio­nier­ten Berufs­sol­da­ten. Der Klä­ger begehr­te von der Wehr­be­reichs­ver­wal­tung Süd Bei­hil­fe u.a. zu Auf­wen­dun­gen in Höhe von 183,52 € für zwei Medi­ka­men­te. Die Ver­wal­tung

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Bei­hil­fe für chi­ne­si­sche Heil­kräu­ter

Für die Ein­stu­fung eines Prä­pa­rats als Arz­nei­mit­tel im Sin­ne der Bei­hil­fe­ver­ord­nung ist nicht auf die for­mel­le arz­nei­mit­tel­recht­li­che Defi­ni­ti­on, son­dern allein auf die mate­ri­el­le Zweck­be­stim­mung des Prä­pa­rats und sei­ne Eig­nung abzu­stel­len, durch Ein­wir­kung auf den mensch­li­chen Kör­per ein Krank­heits­bild zu hei­len oder zu lin­dern . Ob das Mit­tel all­ge­mein wis­sen­schaft­lich aner­kannt

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Gink­go-Extrakt

Hat ein Pro­dukt ab einer bestimm­ten Men­ge eine phar­ma­ko­lo­gi­sche Wir­kung, so ist es als Funk­ti­ons­arz­nei­mit­tel anzu­se­hen, wenn davon aus­zu­ge­hen ist, dass die­se Men­ge bei Ein­hal­tung der nor­ma­len Ver­zehr­ge­wohn­hei­ten auf­ge­nom­men wird. Eine auf dem Pro­dukt ange­ge­be­ne Emp­feh­lung, von dem Getränk täg­lich eine bestimm­te, nicht prä­zi­se umschrie­be­ne Men­ge (hier: ein bis zwei

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Methyl­phe­ni­dat für den erwach­se­nen Zap­pel­phil­lip

Eine Kran­ken­kas­se kann auch bei einem an einem Auf­­­mer­k­­sam­keits­­­de­­fi­zit-Hyper­ak­­tiv-Syn­­drom (ADHS) lei­den­den Erwach­se­nen zu einer Ver­sor­gung mit methyl­phe­ni­dat­hal­ti­gen Arz­nei­mit­teln (hier: Con­cer­ta) nach den Grund­sät­zen des sog Off-Label-Use ver­pflich­tet sein, wie eine aktu­el­le Ent­schei­dung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Baden-Wür­t­­te­m­berg in dem Fall eines 22jährigen Ver­si­cher­ten zeigt: Arz­nei­mit­tel mit dem Wirk­stoff Methyl­phe­ni­dat sind gemäß §

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Gesund­heits­scha­den durch Arz­nei­mit­tel­kon­sum

Ist nach einer Arz­nei­mit­tel­ein­nah­me ein Gesund­heits­scha­den ein­ge­tre­ten und ist das ange­wen­de­te Arz­nei­mit­tel nach den Gege­ben­hei­ten des Ein­zel­falls geeig­net, den Scha­den zu ver­ur­sa­chen, so wird gemäß § 84 Abs. 2 AMG – durch den Arz­nei­mit­tel­her­stel­ler wider­leg­bar – ver­mu­tet, dass der Scha­den durch die­ses Arz­nei­mit­tel ver­ur­sacht ist. Die­se Kau­sa­li­täts­ver­mu­tung des § 84 Abs.

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Die gesetz­li­che Kran­ken­kas­se und der off-label-use eines Arz­nei­mit­tels

Gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­te, die unter einer feuch­ten alters­be­ding­ten Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on, der soge­nann­ten "feuch­ten AMD", lei­den, haben nach einem aktu­el­len Urteil des Sozi­al­ge­richts Aachen einen Anspruch auf Ver­sor­gung mit dem für die­se Erkran­kung zuge­las­se­nen Arz­nei­mit­tel Lucen­tis®. Sie dür­fen gegen ihren Wil­len nicht auf die Ver­wen­dung eines ande­ren Mit­tels (Ava­stin®) ver­wie­sen wer­den, das zwar

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Zimt ist doch kei­ne Medi­zin

Vor zwei­ein­halb Jah­ren hat­te es der Wett­be­werbs­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm einem An­bie­ter aus Ost­west­fa­len un­ter­sagt, von ihm her­ge­stell­te Zimt­kap­seln als so­ge­nann­te diä­te­ti­sche Le­bens­mit­tel zu be­wer­ben und zu ver­trei­ben, denn das an­ge­bo­te­ne Zimt­prä­pa­rat sei wegen sei­ner phar­ma­ko­lo­gi­schen Wir­kung und sei­ner Zweck­be­stim­mung ge­ra­de auch zur Lin­de­rung der Zu­cker­krank­heit als Arz­nei­mit­tel zu qua­li­fi­zie­ren,

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GBL – Gam­ma-Buty­ro­lac­ton

Der Han­del mit Gam­­ma-Buty­ro­lac­­ton (GBL) zu Kon­sum­zwe­cken ist nach dem Arz­nei­mit­tel­ge­setz straf­bar, bestä­tig­te jetzt der Bun­des­ge­richts­hof.. Das Land­ge­richt Nürn­berg-Fürth hat zwei Ange­klag­te, die mit der che­mi­schen Sub­stanz Gam­­ma-Buty­ro­lac­­ton (GBL) – einem der Grund­stof­fe zur Her­stel­lung von "liquid ecsta­sy" – han­del­ten, wegen uner­laub­ten Inver­kehr­brin­gens bedenk­li­cher Arz­nei­mit­tel in acht Fäl­len zu Gesamt­frei­heits­stra­fen

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Anfecht­bar­keit der Ungül­tig­erklä­rung einer Zollan­mel­dung

Stellt sich nach Annah­me der Zollan­mel­dung für ein­ge­führ­te Arz­nei­mit­tel her­aus, dass die Vor­aus­set­zun­gen des § 73 Abs. 3 Satz 1 AMG nicht vor­lie­gen, kann die Zollan­mel­dung nicht von Amts wegen für ungül­tig erklärt, jedoch unter den Vor­aus­set­zun­gen des Art. 8 ZK die Annah­me der Zollan­mel­dung zurück­ge­nom­men wer­den. Ob ein Apo­the­ker gemäß § 73

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Wenn die Kran­ken­kas­se Wer­bung macht

Eine deut­sche gesetz­li­che Kran­ken­kas­se, die gegen­über ihren Mit­glie­dern auf einen "Bonus" beim Bezug von zuzah­lungs­pflich­ti­gen Arz­nei­mit­teln bei einer nie­der­län­di­schen Ver­sand­apo­the­ke hin­weist, ver­stößt, wie das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­­land-Pfalz jetzt ent­schie­den hat, gegen die Bestim­mun­gen der in Rhein­­land-Pfalz gel­ten­den Arz­nei­mit­tel­ver­trä­ge. Eine Betriebs­kran­ken­kas­se hat­te an ihre Mit­glie­der Wer­be­bro­schü­ren einer nie­der­län­di­schen Ver­sand­apo­the­ke ver­schickt und in

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Arz­nei­mit­tel­prei­se

Wie der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten jetzt ent­schie­den hat, ist es gemein­schafts­recht­lich nicht zu bean­stan­den, wenn ein Mit­glieds­staat auf der Grund­la­ge von Aus­ga­be­schät­zun­gen mehr­mals im Lau­fe ein und des­sel­ben Jah­res die Prei­se für Arz­nei­mit­tel senkt. Wie der EuGH aus­drück­lich bestä­tigt, sind die Mit­glieds­staa­ten zustän­dig zur Aus­ge­stal­tung ihrer Sys­te­me der sozia­len

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Das Wer­be­ver­bot für Arz­nei­mit­tel und der Streit um Arz­nei­mit­tel­fest­be­trä­ge

Der Bun­des­ge­richts­hof hat­te heu­te dar­über zu ent­schei­den, ob die Benen­nung eines Arz­nei­mit­tels im Rah­men einer öffent­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung über die Fest­set­zung eines Fest­be­trags für die­ses Arz­nei­mit­tel gegen Wer­be­ver­bo­te des Heil­mit­tel­wer­be­ge­set­zes ver­stößt. Beklag­te war das Phar­ma­un­ter­neh­men Pfi­zer Phar­ma GmbH. Pfi­zer ver­treibt u.a. das ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Arz­nei­mit­tel "Sor­tis", mit des­sen Hil­fe ein zu hoher

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Nicht zuge­las­se­ne Arz­nei­mit­tel bei lebens­be­droh­li­cher Erkran­kung

Lei­det ein gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­ter an einer lebens­be­droh­li­chen Erkran­kung, für die eine aner­kann­te medi­zi­ni­sche Behand­lung nicht zur Ver­fü­gung steht, kann er nach einem aktu­el­len Urteil des Hes­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richts die Ver­sor­gung mit einem nicht zuge­las­se­nen Medi­ka­ment bean­spru­chen. Vor­aus­set­zung ist aller­dings, dass sich der Ver­si­cher­te in einer not­stands­ähn­li­chen Situa­ti­on befin­det und dass eine

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Diät­kos­ten sind kei­ne außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung

Nach § 33 Abs. 2 Satz 3 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes kön­nen Auf­wen­dun­gen, die durch Diät­ver­pfle­gung ent­ste­hen, nicht als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung berück­sich­tigt wer­den. Die­ses Abzugs­ver­bot gilt nach einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs auch für Auf­wen­dun­gen durch Son­der­diä­ten, die z.B. bei der Zölia­kie (Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit) eine medi­ka­men­tö­se Behand­lung erset­zen.

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