Schnitt­ent­bin­dung oder Vaku­um­ex­trak­ti­on

Ist eine Schnitt­ent­bin­dung auf­grund beson­de­rer Umstän­de rela­tiv indi­ziert und ist sie des­halb eine ech­te Alter­na­ti­ve zu einer vagi­­nal-ope­ra­­ti­­ven Ent­bin­dung, besteht eine Pflicht zur Auf­klä­rung der Mut­ter über die Mög­lich­keit der Schnitt­ent­bin­dung. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des erken­nen­den Bun­des­ge­richts­hofs ist eine Unter­rich­tung über eine alter­na­ti­ve Behand­lungs­mög­lich­keit erfor­der­lich, wenn für eine medi­zi­nisch sinn­vol­le

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Straf­recht­li­che rele­van­te Feh­ler eines Schön­heits­chiru­gen

Der Bun­des­ge­richts­hof hat aktu­ell die Ver­ur­tei­lung eines Ber­li­ner Schön­heits­chir­ur­gen teil­wei­se wie­der auf­ge­ho­ben. Das Land­ge­richt Ber­lin hat den Ange­klag­ten, einen seit 1988 im Fach Unfall­chir­ur­gie habi­li­tier­ten Arzt, wegen Kör­per­ver­let­zung mit Todes­fol­ge in Tat­ein­heit mit ver­such­tem Tot­schlag zu einer Frei­heits­stra­fe von vier Jah­ren und sechs Mona­ten ver­ur­teilt und auf ein vier­jäh­ri­ges Berufs­ver­bot

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Auf­klä­rungs­pflich­ten bei "Off-label-use" eines Medi­ka­ments

Zwar muss nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs die Auf­klä­rung nicht über jede, noch so ent­fernt lie­gen­de Gefah­ren­mög­lich­keit erfol­gen. Der Pati­ent muss nur "im Gro­ßen und Gan­zen" wis­sen, wor­in er ein­wil­ligt. Dazu muss er über die Art des Ein­griffs und sei­ne nicht ganz außer­halb der Wahr­schein­lich­keit lie­gen­den Risi­ken infor­miert wer­den, soweit

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Vor­ne und hin­ten ver­wech­sel ich nicht – sprach der Arzt…

Einem 20-jäh­­ri­gen Fuß­ball­spie­ler steht nach einem Urteil des Land­ge­richts Osna­brück auf­grund einer feh­ler­haf­ten Ope­ra­ti­on am Ober­schen­kel ins­ge­samt ein Schmer­zens­geld von 8.000,- € zu. Ein Osna­brü­cker Kran­ken­haus wur­de daher zur Zah­lung von wei­te­ren 5.000,- € Schmer­zens­geld zzgl. Zin­sen und antei­li­ger Anwalts­kos­ten ver­ur­teilt. Im Vor­feld hat­te das Kran­ken­haus bereits 3.000,- € an

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Schmer­zens­geld für einen gezo­ge­nen Zahn

Für eine med­zi­nisch nicht indi­zier­te und nicht von einer Ein­wil­li­gung umfass­te Extrak­ti­on von Zäh­nen besteht ein Anspruch auf Schmwer­zens­geld. In einem vom Land­ge­richt Hei­del­berg ent­schie­de­nen Fall hat die Klä­ge­rin gegen die Beklag­ten als Gesamt­schuld­ner auf­grund eines von die­sen zu ver­tre­te­nen Behand­lungs­feh­lers einen Anspruch auf Schmer­zens­geld und auf Fest­stel­lung der Ver­pflich­tung

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Befund­er­he­bungs­feh­lers oder Dia­gno­se­irr­tum?

Da das Wohl des Pati­en­ten obers­tes Gebot und Richt­schnur jeden ärzt­li­chen Han­delns ist , ver­pflich­ten den Arzt auch die Ergeb­nis­se sol­cher Unter­su­chun­gen zur Ein­hal­tung der berufs­spe­zi­fi­schen Sorg­falt, die medi­zi­nisch nicht ver­langt waren, aber trotz­dem – bei­spiels­wei­se aus beson­de­rer Vor­sicht – ver­an­lasst wur­den. Auf die­se Wei­se gewon­ne­ne Erkennt­nis­se dür­fen vom Arzt

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Zitro­nen­saft als Behand­lungs­feh­ler

Auf die Revi­si­on des Ange­klag­ten hat der Bun­des­ge­richts­hof im "Zitro­nen­saft­fall" die Anfor­de­run­gen an die ärzt­li­che Pati­en­ten­auf­klä­rung prä­zi­siert und das Urteil des Land­ge­richts Mön­chen­glad­bach gegen den frü­he­ren Chef­arzt einer Kli­nik in Weg­berg auf­ge­ho­ben, mit dem die­ser wegen Kör­per­ver­let­zung mit Todes­fol­ge zu einer Frei­heits­stra­fe von einem Jahr und drei Mona­ten mit Bewäh­rung

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Der unwis­sen­de Arzt – und sei­ne Risi­ko­auf­klä­rung

Ist dem behan­deln­den Arzt ein Risi­ko im Zeit­punkt der Behand­lung noch nicht bekannt und muss­te es ihm auch nicht bekannt sein, etwa weil es nur in ande­ren Spe­zi­al­ge­bie­ten der medi­zi­ni­schen Wis­sen­schaft aber nicht in sei­nem Fach­ge­biet dis­ku­tiert wird, ent­fällt die Haf­tung des Arz­tes man­gels schuld­haf­ter Pflicht­ver­let­zung. Nach der Recht­spre­chung des

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Behand­lungs­feh­ler

Ein Arzt haf­tet für einen Behand­lungs­feh­ler nur dann, wenn genau die­ser Feh­ler ursäch­lich für den ein­ge­tre­te­nen Scha­den ist. Dabei wird in der Ent­schei­dung des Thü­rin­ger Ober­lan­des­ge­richts in Jena deut­lich gemacht, dass die Richt­schnur und das obers­te Gebot jedes ärzt­li­chen Han­delns, jeder Heil­be­hand­lung, nur das Wohl des Pati­en­ten sein kann. Bei

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Berufs­pro­gno­se für ein jün­ge­res Kind

Trifft ein Scha­dens­er­eig­nis ein jün­ge­res Kind, über des­sen beruf­li­che Zukunft auf­grund des eige­nen Ent­wick­lungs­stands zum Scha­dens­zeit­punkt noch kei­ne zuver­läs­si­ge Aus­sa­ge mög­lich ist, so kann es gebo­ten sein, dass der Tatrich­ter bei der für die Ermitt­lung des Erwerbs­scha­dens erfor­der­li­chen Pro­gno­se auch den Beruf sowie die Vor- und Wei­ter­bil­dung der Eltern, ihre

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Pati­en­ten­auf­klä­rung per Tele­fon

Genügt eine tele­fo­ni­sche Auf­klä­rung über die Risi­ken einer Anäs­the­sie bei einer ansons­ten ein­fa­chen Ope­ra­ti­on zwei Tage vor dem Ein­griff den Anfor­de­run­gen der Recht­spre­chung an ein "ver­trau­ens­vol­les Auf­klä­rungs­ge­spräch zwi­schen Arzt und Pati­ent", ins­be­son­de­re, wenn der Arzt unmit­tel­bar vor der Ope­ra­ti­on noch­mals aus­drück­lich nach­fragt, ob noch Unklar­hei­ten bestehen oder Fra­gen offen sind?

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Pati­en­ten­ein­wil­li­gung bei Kin­dern

Nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung des erken­nen­den Bun­des­ge­richts­hofs bedarf es bei einem min­der­jäh­ri­gen Kind in den Fäl­len, in denen die elter­li­che Sor­ge bei­den Eltern gemein­sam zusteht, zu einem ärzt­li­chen Heil­ein­griff der Ein­wil­li­gung bei­der Eltern­tei­le. Jedoch wird man jeden­falls in Rou­ti­ne­fäl­len davon aus­ge­hen kön­nen, dass der mit dem Kind beim Arzt erschei­nen­de Eltern­teil

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Behand­lungs­feh­ler des Durch­gangs­arz­tes

Nach einem Arbeits­un­fall erfolgt die medi­zi­ni­sche Not­fall­be­hand­lung regel­mä­ßig durch einen Durch­gangs­arzt, der in die­ser Eigen­schaft für den jewei­li­ge Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger, regel­mä­ßig also für die ein­schlä­gi­ge Berufs­ge­nos­sen­schaft, tätig wird. Beschränkt sich der Durch­gangs­arzt im Rah­men der Nach­schau auf die Prü­fung der Fra­ge, ob die bei der Erst­ver­sor­gung des Ver­letz­ten getrof­fe­ne Ent­schei­dung zuguns­ten

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Die unter­las­se­ne Befund­er­he­bung als ärzt­li­cher Kunst­feh­ler

Für die Beweis­last­um­kehr hin­sicht­lich des Ursa­chen­zu­sam­men­hangs zwi­schen ärzt­li­chem Feh­ler und Gesund­heits­scha­den reicht es aus, dass die Unter­las­sung einer aus medi­zi­ni­scher Sicht gebo­te­nen Befund­er­he­bung einen gro­ben ärzt­li­chen Feh­ler dar­stellt. Das Unter­las­sen der gebo­te­nen The­ra­pie ist im Fal­le der Nicht­er­he­bung medi­zi­nisch gebo­te­ner Befun­de nicht Vor­aus­set­zung für die Annah­me eines gro­ben Behand­lungs­feh­lers mit

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Beweis­last­um­kehr bei gro­ben Behand­lungs­feh­lern

Mit der Fra­ge der Beweis­last­um­kehr auf­grund eines gro­ben ärzt­li­chen Behand­lungs­feh­lers für den selb­stän­di­gen Aus­gleichs­an­spruch eines Gesamt­schuld­ners nach § 426 Abs. 1 BGB hat­te sich jetzt der Bun­des­ge­richts­hof zu beschäf­ti­gen. Anspruchs­grund­la­gen für den aus­gleichs­be­rech­tig­ten Gesamt­schuld­ner Für den aus­gleichs­be­rech­tig­ten Gesamt­schuld­ner sind in der Regel drei Anspruchs­grund­la­gen in Betracht zu zie­hen: zum einen der

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Kran­ken­haus haf­tet für Sprung aus dem Fens­ter

Ver­stößt ein Kli­ni­kum für Psych­ia­trie gegen Sorg­falts­pflich­ten gegen­über einer seit Jah­ren an einer Psy­cho­se lei­den­den Pati­en­tin, wenn die­se ohne Über­wa­chung in einem Zim­mer mit unge­si­cher­tem Fens­ter unter­ge­bracht wird? Die­se Fra­ge hat das Land­ge­richt Mün­chen I jetzt zuguns­ten einer Kran­ken­kas­se ent­schie­den, die von dem Kran­ken­haus die Rück­erstat­tung erbrach­ter Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen ver­langt hat­te. Bei

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Auf­klä­rungs­pflich­ten bei der Schön­heits-OP

Ins­be­son­de­re bei rein kos­me­ti­schen Ope­ra­tio­nen muss ein Arzt sei­nen Pati­en­ten beson­ders umfas­send und sorg­fäl­tig auf­klä­ren. Der Arzt muss dabei alle Kon­se­quen­zen und Risi­ken ohne Beschö­ni­gung und auch hin­rei­chend dras­tisch dar­stel­len. Wie weit die­se Auf­klä­rungs­pflicht geht, zeigt jetzt ein berufs­recht­li­ches Ver­fah­ren, das vom Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz als Berufs­ge­richt für Heil­be­ru­fe zu ent­schei­den

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Behand­lungs­feh­ler und Behand­lungs­ver­wei­ge­rung

Die man­geln­de Mit­wir­kung (non-com­­pli­an­ce) des Pati­en­ten an einer medi­zi­nisch gebo­te­nen Behand­lung schließt, wie der Bun­des­ge­richts­hof in einem aktu­el­len Urteil ent­schie­den hat, einen Behand­lungs­feh­ler nicht aus, wenn der Pati­ent über das Risi­ko der Nicht­be­hand­lung nicht aus­rei­chend auf­ge­klärt wor­den ist. Der Umstand, dass die vom Arzt geschul­de­te the­ra­peu­ti­sche Bera­tung zu den selbst­ver­ständ­li­chen ärzt­li­chen

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Ein Bein kür­zer

Bei einer Hüft­ge­lenk­ope­ra­ti­on kann es zu einer Bein­län­gen­dif­fe­renz von 1 bis 1,5 cm kom­men, ohne dass hier­in ein Behand­lungs­feh­ler zu sehen wäre, ins­be­son­de­re wenn wäh­rend der Ope­ra­ti­on eine Bein­län­gen­kon­trol­le erfolg­te. In einem vom Amts­ge­richt Mün­chen ent­schie­de­nen Fall wur­de der spä­te­re Beklag­te im Novem­ber 2003 am rech­ten Hüft­ge­lenk ope­riert. Dafür wur­den ihm vom

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Der Not­fall­arzt als Ver­rich­tungs­ge­hil­fe des nie­der­ge­las­se­nen Arz­tes

Ein Not­fall­arzt kann Ver­rich­tungs­ge­hil­fe des nie­der­ge­las­se­nen Arz­tes sein, für den er den Not­fall­dienst über­nimmt. Dies ent­schied jetzt der Bun­des­ge­richts­hof in einer Arzt­haf­tungs­sa­che und begrün­de­te damit eine Haf­tung auch des nie­der­ge­las­se­nen Arz­tes für einen Behand­lungs­feh­ler des Not­fall­arz­tes. Die Klä­ger ver­lan­gen in dem jetzt vom BGH ent­schie­de­nen Fall von den Beklag­ten Scha­dens­er­satz

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