Rück­über­stel­lungs­haft – und der erfor­der­li­che Haft­an­trag

Das Vor­lie­gen eines zuläs­si­gen Haft­an­trags ist wovon auch das Beschwer­de­ge­richt aus­geht eine in jeder Lage des Ver­fah­rens von Amts wegen zu prü­fen­de Ver­fah­rens­vor­aus­set­zung. Zuläs­sig ist der Haft­an­trag der betei­lig­ten Behör­de nur, wenn er den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen an die Begrün­dung ent­spricht. Erfor­der­lich sind Dar­le­gun­gen zu der zwei­fels­frei­en Aus­rei­se­pflicht, zu den Abschie­bungs­vor­aus­set­zun­gen,

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Aus­wir­kun­gen von fal­schen Iden­ti­täts­an­ga­ben eines Asyl­be­wer­bers

Fal­sche Anga­ben über die Iden­ti­tät und Staats­an­ge­hö­rig­keit von Asyl­be­wer­bern bei der Ein­rei­se ste­hen auch dann als rechts­miss­bräuch­li­che Beein­flus­sung der Auf­ent­halts­dau­er der Gewäh­rung von sog. Ana­log­leis­tun­gen ent­ge­gen, wenn die fal­schen Anga­ben mitt­ler­wei­le berich­tigt wor­den sind und sich der Betrof­fe­ne über einen län­ge­ren Zeit­raum in der Bun­des­re­pu­blik auf­hält. So hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt

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Flucht­ge­fahr – wegen der zu erwar­ten­den Stra­fe

Flucht­ge­fahr besteht immer dann, wenn es die Wür­di­gung der Umstän­de des Fal­les wahr­schein­li­cher macht, dass sich ein Beschul­dig­ter dem Straf­ver­fah­ren ent­zie­hen, als dass er sich ihm zur Ver­fü­gung hal­ten wer­de. Dabei erfor­dert die Beur­tei­lung der Flucht­ge­fahr die Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de des Fal­les, ins­be­son­de­re der Art der dem Beschul­dig­ten vor­ge­wor­fe­nen Tat,

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Schä­di­gung des Anse­hens der in Deutsch­land leben­den Asyl­be­wer­ber – als Straf­schär­fungs­grund

Die straf­schär­fen­de Erwä­gung, ein wegen Land­frie­dens­bruch und gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung ver­ur­teil­ter Asyl­be­wer­ber habe durch sei­ne Tat das Anse­hen der in Deutsch­land leben­den Asyl­be­wer­ber stark geschä­digt und einer posi­ti­ven Ein­stel­lung der Bevöl­ke­rung gegen­über anwe­sen­den Asyl­su­chen­den und ande­ren Aus­län­dern ent­ge­gen­ge­wirkt, ist rechts­feh­ler­haft. Die­se mora­li­sie­ren­de Erwä­gung begeg­net durch­grei­fen­den recht­li­chen Beden­ken. Sie macht den Ange­klag­ten

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Unzu­rei­chen­de Mit­wir­kung bei der Pass­be­schaf­fung – und kei­ne Arbeits­er­laub­nis

Die unzu­rei­chen­de Mit­wir­kung bei der Pass­be­schaf­fung stellt – wie schon nach den Vor­gän­ger­vor­schrif­ten – einen Ver­sa­gungs­grund für die Ertei­lung einer Erlaub­nis zur Aus­übung einer Beschäf­ti­gung gemäß § 60a Abs. 6 Satz 1 Nr. 2 Auf­en­thG dar, auch wenn die in Satz 2 genann­ten Regel­bei­spie­le nicht erfüllt sind. Nach § 60a Abs. 6 S. 1 Nr. 2 Auf­en­thG

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Wei­ter­lei­tung unbe­glei­te­ter min­der­jäh­ri­ger Asyl­be­wer­ber

Die erst­ma­li­ge Wei­ter­lei­tung unbe­glei­te­ter min­der­jäh­ri­ger Asyl­be­wer­ber rich­tet sich nicht nach dem AsylG. Eine Wei­ter­lei­tungs­ver­fü­gung ist ein Ver­wal­tungs­akt. Im Fal­le unbe­glei­te­ter min­der­jäh­ri­ger Asyl­be­wer­ber wer­den die Vor­schrif­ten der Wei­ter­lei­tung nach §§ 22 f., 46 ff. AsylG durch die spe­zi­el­le­ren Bestim­mun­gen der §§ 42, 42a ff. SGB VIII voll­stän­dig ver­drängt. Eine Wei­ter­lei­tungs­ent­schei­dung der

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Rück­über­stel­lung nach Ita­li­en

Ein Asyl­be­wer­ber kann sich den euro­päi­schen Staat, in dem das Asyl­ver­fah­ren durch­ge­führt wer­den soll, nicht aus­su­chen. Sys­te­mi­sche Män­gel, die mit über­wie­gen­der Wahr­schein­lich­keit eine unmensch­li­che oder ernied­ri­gen­de Behand­lung der in einem Mit­glied­staat über­stell­ten Asyl­be­wer­ber zur Fol­ge haben, sind für Ita­li­en zu ver­nei­nen. Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­t­un­gas­ge­richt Osna­brück in den

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Asyl­be­wer­ber im Hotel

Von einem Hotel im Bereich eines bestehen­den Frei­zeit­parks, in dem Asyl­be­wer­ber unter­ge­bracht wer­den sol­len, gehen mit hin­rei­chen­der Wahr­schein­lich­keit kei­ne stö­ren­den Ein­flüs­se auf die benach­bar­te Wohn- und Gewer­be­nut­zung aus. So das Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den in den hier vor­lie­gen­den Eil­an­trä­gen, mit dem die vor­ge­se­he­ne Unter­brin­gung von Asyl­be­wer­bern im Spree­ho­tel Baut­zen von Anwoh­nern und

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Die Frist für die Rück­über­stel­lung eines Asyl­be­wer­bers

Die Sechs-Monats-Frist für die Rück­über­stel­lung eines Asyl­be­wer­bers in einen ande­ren EU-Mit­­­glied­s­­staat kann erst zu lau­fen begin­nen, wenn sicher ist, dass die Über­stel­lung in Zukunft erfol­gen wird, und wenn ledig­lich deren Moda­li­tä­ten zu regeln blei­ben. So hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Asyl­be­wer­bers ent­schie­den, der zurück nach

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Der Asyl­an­trag in Ita­li­en

Von der Rück­füh­rung eines Asyl­be­wer­bers in den an sich zustän­di­gen Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on muss dann abge­se­hen wer­den, wenn das Asyl­ver­fah­ren oder die Auf­nah­me­be­din­gun­gen für Asyl­be­wer­ber in die­sem Mit­glied­staat an sys­te­mi­schen Män­geln lei­den und der Asyl­be­wer­ber des­halb ernst­haft Gefahr läuft, dort einer unmensch­li­chen oder ernied­ri­gen­den Behand­lung aus­ge­setzt zu sein. Das

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Fin­ger­ab­drü­cke von Asyl­be­wer­bern

Die in § 15 Abs. 2 Nr. 7 AsylVfG nor­mier­te Pflicht des Asyl­be­wer­bers zur Dul­dung er­ken­nungs­dienst­li­cher Maß­nah­men um­fasst die Ver­pflich­tung, im Vor­feld einer ge­plan­ten Fin­ger­ab­druck­nah­me alle Ver­hal­tens­wei­sen zu un­ter­las­sen, die eine Aus­wert­bar­keit sei­ner Fin­ger­ab­drü­cke be­ein­träch­ti­gen kön­nen. Eine Ga­ran­tie­ver­pflich­tung für die Aus­wert­bar­keit der Fin­ger­ab­drü­cke durch das Bun­des­amt er­gibt sich aus § 15 AsylVfG

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Kei­ne Abschie­bung von Asyl­be­wer­bern nach Ungarn

Ein afgha­ni­scher Asyl­be­wer­ber darf nicht nach Ungarn abge­scho­ben wer­den. Einem afgha­ni­schen Asyl­be­wer­ber hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Frei­burg bis zur end­gül­ti­gen Ent­schei­dung im Kla­ge­ver­fah­ren vor­läu­fig Schutz gegen­über sei­ner Abschie­bung nach Ungarn gewährt, weil Ungarn ihn nach Durch­füh­rung eines unga­ri­schen Asyl­ver­fah­rens zwar nicht nach Afgha­ni­stan abschie­be, aber für ihn in Ungarn vor­aus­sicht­lich kei­ne

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Men­schen­un­wür­di­ge Ver­hält­nis­se für Asyl­be­wer­ber in Ungarn?

Ist mit hoher Wahr­schein­lich­keit zu befürch­ten, dass Asyl­be­wer­ber in Ungarn unter den dor­ti­gen wirt­schaft­li­chen und sozia­len Ver­hält­nis­sen ins­be­son­de­re auch mit Blick auf den bevor­ste­hen­den Win­ter nicht men­schen­wür­dig exis­tie­ren kön­nen, ist einem Asyl­be­wer­ber bis zur end­gül­ti­gen Ent­schei­dung im Kla­ge­ver­fah­ren vor­läu­fig Schutz gegen­über sei­ner Abschie­bung nach Ungarn zu gewäh­ren. So hat das

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Mani­pu­la­ti­on der Fin­ger­kup­pen

Eine Mani­pu­la­ti­on der Fin­ger­kup­pen kann zur Ein­stel­lung des Asyl­ver­fah­rens füh­ren. Asyl­be­wer­ber sind gesetz­lich ver­pflich­tet, sich zur Fest­stel­lung ihrer Iden­ti­tät Fin­ger­ab­drü­cke abneh­men zu las­sen. Ver­ei­teln sie deren Aus­wert­bar­keit durch Mani­pu­la­ti­on ihrer Fin­ger­kup­pen, kann das Asyl­ver­fah­ren wegen Nicht­be­trei­bens ein­ge­stellt wer­den, ohne dass eine Ent­schei­dung über die Begründ­etheit des Asyl­ge­suchs getrof­fen wird. Das

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Dub­lin-II-Ver­fah­ren – Über­stel­lung an Ita­li­en

Wird ein Asyl­an­trag gemäß § 27a AsylVfG als unzu­läs­sig abge­lehnt, ist hier­ge­gen die Anfech­tungs­kla­ge statt­haft. Die Über­stel­lungs­frist nach Art. 20 Abs. 1 lit. d EGV 343/​2003 beginnt erst zu lau­fen, wenn zwi­schen den betei­lig­ten Mit­glied­staa­ten grund­sätz­lich ver­ein­bart und sicher­ge­stellt ist, dass die Über­stel­lung in Zukunft erfol­gen wird, was solan­ge nicht der Fall

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Wohn­be­rech­ti­gungs­schein für einen gedul­de­ten Aus­län­der

Das Lan­des­wohn­raum­för­de­rungs­ge­set­zes für Baden-Wür­t­­te­m­berg ver­langt für Aus­län­der nicht den Besitz eines Auf­ent­halts­ti­tels. Auch Aus­län­der, deren Abschie­bung aus fami­liä­ren Grün­den dau­er­haft unmög­lich ist, gehö­ren typi­scher­wei­se zum för­de­rungs­wür­di­gen Per­so­nen­kreis. So kann ihnen auch ein Wohn­be­rech­ti­gungs­schein für eine öffent­lich geför­der­te Miet­woh­nung erteilt wer­den. Mit die­ser Ent­schei­dung ist vor dem Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Wür­t­­te­m­berg in dem

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Abschie­bungs­schutz für unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Asyl­be­wer­ber

Unbe­glei­te­ten min­der­jäh­ri­gen Aus­län­dern, denen weder Asyl noch Flücht­lings­schutz zusteht, ver­mit­telt § 58 Abs. 1a Auf­en­thG Schutz vor Abschie­bung wie ein Abschie­be­stopp-Erlass. Hier­durch sind die­se Aus­län­der gegen­über extre­men all­ge­mei­nen Gefah­ren in ihrem Hei­mat­land hin­rei­chend geschützt, so dass kei­ne Not­wen­dig­keit besteht, dane­ben Abschie­bungs­schutz gemäß § 60 Abs. 7 Satz 1 und 3 Auf­en­thG in

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Der abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber und der Flücht­lings­schutz

Ob ein Asyl­be­wer­ber be­reits in einem an­de­ren Dritt­staat vor po­li­ti­scher Ver­fol­gung si­cher war, ist bei der Zu­er­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft nach dem in § 29 AsylVfG um­ge­setz­ten uni­ons­recht­li­chen Kon­zept des ers­ten Asyl­staats (Art. 25 und Art. 26 der Richt­li­nie 2005/​85/​EG) nur für die Be­acht­lich­keit des Asyl­an­trags von Be­deu­tung. Hat das Bun­des­amt

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Evi­dent unzu­rei­chen­de Asyl­be­wer­ber­leis­tun­gen

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat heu­te sein Urteil über die Vor­la­gen des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len zu der Fra­ge ver­kün­det, ob die exis­tenz­si­chern­den Geld­leis­tun­gen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz (Asyl­bLG) ver­fas­sungs­ge­mäß sind. Und das Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist eine schal­len­de Ohr­fei­ge für den bun­des­deut­schen Gesetz­ge­ber: Die Rege­lun­gen zu den Grund­leis­tun­gen in Form der Geld­leis­tun­gen nach dem

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Eine Kund­ge­bung mit einem gro­ßen Zelt

Auch ein erneu­tes Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes ira­ni­scher Asyl­su­chen­der über das Auf­stel­len eines gro­ßen Mann­schafts­zel­tes in Würz­burg hat vor dem Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof nicht zum Ziel geführt: Die Stadt Würz­burg hat­te bereits am 12. April 2012 in einem vor dem Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof obsiegt, soweit sie die Auf­stel­lung eines sol­chen Zel­tes unter­sagt hat­te;

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Zelt­la­ger von Asyl­su­chen­den in der Innen­stadt

Ein "Dau­er­cam­pie­ren" ist vom Grund­recht der Ver­samm­lungs­frei­heit grund­sätz­lich nicht geschützt. Aller­ding darf eine Ver­samm­lung nicht auf einen ein­zi­gen Pavil­lon beschränkt und das Näch­ti­gen voll­stän­dig ver­bo­ten wer­den, da dar­in eine Ver­let­zung des Grund­rechts der Ver­samm­lungs­frei­heit liegt. So die Ent­schei­dung des Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Ira­ni­schen Zelt­la­gers, das

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Exis­tenz­si­che­rung für Asyl­be­wer­ber

Eine Stadt muss einer Asyl­be­wer­be­rin exis­tenz­si­chern­de Leis­tun­gen gewäh­ren, für die sich ein Ange­hö­ri­ger nach dem Aus­län­der­recht zur Siche­rung ihres Lebens­un­ter­hal­tes ver­pflich­tet hat, ihr tat­säch­lich aber kei­nen Unter­halt leis­tet. Dies ent­schied das Sozi­al­ge­richt Dort­mund im Fal­le einer vor einem Jahr mit einem Besuchs­vi­sum aus Sim­bab­we nach Deutsch­land ein­ge­reis­ten 64-jäh­­ri­gen Asyl­be­wer­be­rin. Deren

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