Die nicht ver­trags­ge­rech­te Bera­tung des Steu­er­be­ra­ters – und die Ent­schei­dung des Man­dan­ten

Durch­grei­fen­den recht­li­chen Beden­ken hat­te der Bun­des­ge­richts­hof jedoch bei der Fra­ge, ob und war­um eine Kau­sa­li­tät zwi­schen der jewei­li­gen Pflicht­ver­let­zung und einem in der Zeich­nung der Kapi­tal­an­la­gen zu sehen­den Scha­den zu beja­hen sei: Wie sich ein Man­dant bei ver­trags­ge­rech­ter Bera­tung ver­hal­ten hät­te, zählt zur haf­tungs­aus­fül­len­den Kau­sa­li­tät, die der Man­dant nach §

Lesen

Bade­un­fall – und die Beweis­last­um­kehr

Wer eine beson­de­re Berufs- oder Orga­ni­sa­ti­ons­pflicht, ande­re vor Gefah­ren für Leben und Gesund­heit zu bewah­ren, grob ver­nach­läs­sigt hat, muss die Nicht­ur­säch­lich­keit fest­ge­stell­ter Feh­ler bewei­sen, die all­ge­mein als geeig­net anzu­se­hen sind, einen Scha­den nach Art des ein­ge­tre­te­nen her­bei­zu­füh­ren. Dies gilt auch im Fal­le einer grob fahr­läs­si­gen Ver­let­zung der Ver­pflich­tung zur Über­wa­chung

Lesen

Gericht­li­che Fest­stel­lun­gen zur Geschwin­dig­keits­mes­sung

Urteils­grün­de erwei­sen sich als lücken­haft im Sin­ne von § 267 Abs. 1 StPO, wenn weder mit­ge­teilt wird, mit wel­chem Mess­ver­fah­ren die Geschwin­dig­keits­über­schrei­tung fest­ge­stellt wor­den ist, noch sich dem Urteil ent­neh­men lässt, ob der Amts­rich­ter ange­nom­men hat, es han­de­le sich dabei um ein stan­dar­di­sier­ten Mess­ver­fah­ren im Sin­ne der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­ho­fes .

Lesen

Geschwin­dig­keits­mes­sung – und das stan­dar­di­sier­te Mess­ver­fah­ren

Das stan­dar­di­sier­te Mess­ver­fah­ren, das dann eine Fehl­mes­sung aus­schließt, wenn sich zwi­schen dem Mess­ergeb­nis und dem Wert aus der Berech­nung der Zusatz­da­ten kei­ne Abwei­chung außer­halb der Ver­kehrs­feh­ler­gren­ze ergibt, darf nicht zu einer Beweis­last­um­kehr zu Las­ten des Betrof­fe­nen füh­ren. Das ist aber dann der Fall, wenn der Her­stel­ler gegen­über dem Betrof­fe­nen und

Lesen

Gewähr­leis­tung und Beweis­last­um­kehr beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf

§ 476 BGB ist richt­li­ni­en­kon­form dahin aus­zu­le­gen, dass die dort vor­ge­se­he­ne Beweis­last­um­kehr zuguns­ten des Käu­fers schon dann greift, wenn die­sem der Nach­weis gelingt, dass sich inner­halb von sechs Mona­ten ab Gefahr­über­gang ein man­gel­haf­ter Zustand (eine Man­gel­er­schei­nung) gezeigt hat, der – unter­stellt, er hät­te sei­ne Ursa­che in einem dem Ver­käu­fer zuzu­rech­nen­den

Lesen

Gewähr­leis­tung beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf – und die Beweis­last­um­kehr

Der Bun­des­ge­richts­hof hat sei­ne bis­lang zum Anwen­dungs­be­reich der Beweis­last­um­kehr nach § 476 BGB ent­wi­ckel­ten Grund­sät­ze zuguns­ten des Käu­fers ange­passt und damit die ent­spre­chen­de Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on nach­voll­zo­gen. Zeigt sich inner­halb von sechs Mona­ten seit Gefahr­über­gang ein Sach­man­gel, so wird gemä § 476 BGB ver­mu­tet, dass die Sache

Lesen

Der gro­be Behand­lungs­feh­ler eines Tier­arz­tes – und die Umkehr der Beweis­last

Die in der Human­me­di­zin ent­wi­ckel­ten Rechts­grund­sät­ze hin­sicht­lich der Beweis­last­um­kehr bei gro­ben Behand­lungs­feh­lern, ins­be­son­de­re auch bei Befund­er­he­bungs­feh­lern, sind auch im Bereich der tier­ärzt­li­chen Behand­lung anzu­wen­den. In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall nahm eine Pfer­de­hal­te­rin einen Tier­arzt wegen feh­ler­haf­ter tier­ärzt­li­cher Behand­lung auf Scha­dens­er­satz in Anspruch. Im Juli 2010 stell­te sie ihr

Lesen

Wech­sel der Lebens­ver­si­che­rung – und die Doku­men­ta­ti­ons- und Hin­weis­pflich­ten des Ver­mitt­lers

Bei einem Wech­sel der Lebens­ver­si­che­rung muss der Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler (hier: Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter) sei­nen Kun­den (Ver­si­che­rungs­neh­mer) ins­be­son­de­re auf die Fol­gen und Risi­ken der vor­zei­ti­gen Kün­di­gung einer bestehen­den und des Abschlus­ses einer neu­en Lebens­ver­si­che­rung hin­wei­sen. Die Nicht­be­ach­tung der Doku­men­ta­ti­ons­pflicht des Ver­si­che­rungs­ver­mitt­lers nach § 61 Abs. 1 Satz 2, § 62 VVG kann zu Beweis­erleich­te­run­gen zuguns­ten

Lesen

Im Kran­ken­haus infi­ziert mit MRSA-Kei­men

Hat sich ein Pati­ent im Kran­ken­haus infol­ge feh­len­der Hgie­ne mit MRSA-Kei­­men infi­ziert, steht ihm ein Scha­dens­er­satz­an­spruch zu. Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm in dem hier vor­lie­gen­den Fall einem Elek­tri­ker aus Bri­lon 40.000 Euro Schmer­zens­geld zuge­spro­chen, weil er auf­grund nicht ein­ge­hal­te­ne Hygie­ne­vor­schrif­ten beim Ent­fer­nen einer Kanü­le mit MRSA-Kei­­men (mul­ti­re­sis­ten­ten

Lesen

Die feh­ler­haf­te Behand­lung eines Hand­ge­lenk­bruchs

Wird es behand­lungs­feh­ler­haft ver­säumt, nach einer Ope­ra­ti­on eines Hand­ge­lenk­bruchs den fort­be­stehen­den zen­tra­len Defekt der Gelenk­flä­che zu behan­deln und die Kom­pres­si­on des Mit­tel­arm­nervs wird zu spät erkannt, so dass es zu einer erheb­li­chen Fehl­stel­lung im Gelenk, andau­ern­den Ruhe- und Belas­tungs­schmer­zen und zu einer begin­nen­den Arthro­se kommt, kann das ein Schmer­zens­geld recht­fer­tig­ten.

Lesen

Befund­er­he­bungs­feh­ler

In Fäl­len eines Befund­er­he­bungs­feh­lers sind dem Pri­mär­scha­den alle all­ge­mei­nen gesund­heit­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen des Pati­en­ten unter Ein­schluss der sich dar­aus erge­ben­den Risi­ken, die sich aus der unter­las­se­nen oder unzu­rei­chen­den Befund­er­he­bung erge­ben kön­nen, zuzu­ord­nen. Nach der Recht­spre­chung des erken­nen­den Bun­des­ge­richts­hofs erfolgt bei der Unter­las­sung der gebo­te­nen Befund­er­he­bung eine Beweis­last­um­kehr hin­sicht­lich der haf­tungs­be­grün­den­den Kau­sa­li­tät,

Lesen

Die ver­schwie­ge­ne Kick-back-Zah­lung – und die Kau­sa­li­tät für die Anla­ge­ent­schei­dung

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist eine Bank aus dem Anla­ge­be­ra­tungs­ver­trag ver­pflich­tet, über die von ihr ver­ein­nahm­te Rück­ver­gü­tung aus offen aus­ge­wie­se­nen Ver­triebs­pro­vi­sio­nen unge­fragt auf­zu­klä­ren. Auf­klä­rungs­pflich­ti­ge Rück­ver­gü­tun­gen in die­sem Sin­ne sind – regel­mä­ßig umsatz­ab­hän­gi­ge – Pro­vi­sio­nen, die im Gegen­satz zu ver­steck­ten Innen­pro­vi­sio­nen nicht aus dem Anla­ge­ver­mö­gen, son­dern aus offen aus­ge­wie­se­nen

Lesen

Gro­be Behand­lungs­feh­ler und die Umkehr der Beweis­last

War ein gro­ber Ver­stoß gegen den ärzt­li­chen Stan­dard grund­sätz­lich geeig­net, meh­re­re Gesund­heits­schä­den bekann­ter oder (noch) unbe­kann­ter Art zu ver­ur­sa­chen, kommt eine Aus­nah­me vom Grund­satz der Beweis­last­um­kehr bei gro­bem Behand­lungs­feh­ler regel­mä­ßig nicht des­halb in Betracht, weil der ein­ge­tre­te­ne Gesund­heits­scha­den als mög­li­che Fol­ge des gro­ben Behand­lungs­feh­lers zum maß­ge­ben­den Zeit­punkt noch nicht bekannt

Lesen

Beweis­last­um­kehr bei der Ver­let­zung vor­ver­trag­li­cher Auf­klä­rungs­pflich­ten

Der­je­ni­ge, der ver­trag­li­che oder vor­ver­trag­li­che Auf­klä­rungs­pflich­ten ver­letzt hat, ist beweis­pflich­tig dafür, dass der Scha­den auch ein­ge­tre­ten wäre, wenn er sich pflicht­ge­mäß ver­hal­ten hät­te, der Geschä­dig­te den Rat oder Hin­weis also unbe­ach­tet gelas­sen hät­te . Die­se Beweis­last­um­kehr greift bereits bei fest­ste­hen­der Auf­klä­rungs­pflicht­ver­let­zung ein. Es kommt bei Kapi­tal­an­la­ge­fäl­len nicht dar­auf an, ob

Lesen

Scha­dens­er­satz und Beweis­last­um­kehr

Eine Umkehr der Beweis­last hin­sicht­lich der Kau­sa­li­tät des Behand­lungs­feh­lers für den ein­ge­tre­te­nen Gesund­heits­scha­den kann durch einen ein­fa­chen Befund­er­he­bungs­feh­ler her­bei geführt wer­den, wenn sich bei der gebo­te­nen Abklä­rung mit hin­rei­chen­der Wahr­schein­lich­keit ein reak­ti­ons­pflich­ti­ges posi­ti­ves Ergeb­nis gezeigt hät­te und sich die Ver­ken­nung die­ses Befun­des als fun­da­men­tal oder die Nicht­re­ak­ti­on hier­auf als grob

Lesen

Beweis­last­um­kehr bei ein­fachn Befund­er­he­bungs­feh­ler

Bei einem ein­fa­chen Befund­er­he­bungs­feh­ler kommt eine Beweis­last­um­kehr für die Fra­ge des Ursa­chen­zu­sam­men­hangs mit dem tat­säch­lich ein­ge­tre­te­nen Gesund­heits­scha­den auch dann in Betracht, wenn sich bei der gebo­te­nen Abklä­rung der Sym­pto­me mit hin­rei­chen­der Wahr­schein­lich­keit ein so deut­li­cher und gra­vie­ren­der Befund erge­ben hät­te, dass sich des­sen Ver­ken­nung als fun­da­men­tal oder die Nicht­re­ak­ti­on auf

Lesen

Beweis­last­um­kehr bei gro­ben Behand­lungs­feh­lern

Mit der Fra­ge der Beweis­last­um­kehr auf­grund eines gro­ben ärzt­li­chen Behand­lungs­feh­lers für den selb­stän­di­gen Aus­gleichs­an­spruch eines Gesamt­schuld­ners nach § 426 Abs. 1 BGB hat­te sich jetzt der Bun­des­ge­richts­hof zu beschäf­ti­gen. Anspruchs­grund­la­gen für den aus­gleichs­be­rech­tig­ten Gesamt­schuld­ner Für den aus­gleichs­be­rech­tig­ten Gesamt­schuld­ner sind in der Regel drei Anspruchs­grund­la­gen in Betracht zu zie­hen: zum einen der

Lesen

Beweis­ver­ei­te­lung des Gebraucht­wa­gen­käu­fers

Was tun, wenn ein gera­de gekauf­ter Gebraucht­wa­gen nicht rich­tig funk­tio­niert? Auch Repa­ra­tu­ren haben hier ihre Tücken, wie ein aktu­el­les Urteil der BGH beweist: Der Käu­fer eines Gebraucht­wa­gens, der ein angeb­lich man­gel­haf­tes Fahr­zeug­teil – im kon­kre­ten Fall einen Tur­bo­la­der – durch eine Werk­statt aus­tau­schen lässt und dabei nicht für des­sen Auf­be­wah­rung

Lesen