Anord­nung eines gene­ti­schen Fin­ger­ab­drucks – zur Iden­ti­täts­fest­stel­lung in künf­ti­gen Strafverfahren

Vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de, wel­che die Anord­nung der Ent­nah­me und mole­ku­lar­ge­ne­ti­schen Unter­su­chung von Kör­per­zel­len zur Iden­ti­täts­fest­stel­lung in künf­ti­gen Straf­ver­fah­ren gemäß § 81g StPO betraf, ohne Erfolg geblie­ben. Das Amts­ge­richt Rosen­heim ver­ur­teil­te den Beschwer­de­füh­rer mit Urteil vom 14.05.2019 wegen Dieb­stahls in Tat­ein­heit mit Sach­be­schä­di­gung zu einer Frei­heits­stra­fe von zehn

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DNA-Iden­ti­täts­fest­stel­lung – und die ver­fas­sungs­recht­li­chen Anforderungen

Mit den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an eine Anord­nung nach § 81g Abs. 1 Satz 1 StPO hat­te sich aktu­ell das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zu befas­sen: Die Fest­stel­lung, Spei­che­rung und (künf­ti­ge) Ver­wen­dung eines DNA-Iden­­ti­­fi­­zie­­rungs­­­mus­­ters greift in das durch Art. 2 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art. 1 Abs. 1 GG ver­bürg­te Grund­recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung ein, denn die­se Maß­nah­men berühren

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DNA-Misch­spu­ren – und die Urteilsgründe

Die Dar­stel­lung der Ergeb­nis­se einer auf einer mole­ku­lar­ge­ne­ti­schen Ver­gleichs­un­ter­su­chung beru­hen­den Wahr­schein­lich­keits­be­rech­nung ist so aus­zu­ge­stal­ten, dass die Wahr­schein­lich­keits­be­rech­nung für das Revi­si­ons­ge­richt nach­voll­zieh­bar ist. Des­halb muss das Tat­ge­richt in den Urteils­grün­den mit­tei­len, wie vie­le Sys­te­me unter­sucht wur­den, ob und inwie­weit sich Über­ein­stim­mun­gen in den unter­such­ten Sys­te­men erga­ben, mit wel­cher „Wahr­schein­lich­keit“ die fest­ge­stell­te Merkmalskombination

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Pullover

Die auf dem Pull­over gesi­cher­te DNA-Mischspur

Das Gericht darf sich für den Nach­weis der Täter­schaft nicht ein­fach auf eine an dem als Tat­mit­tel ver­wen­de­ten Pull­over gesi­cher­te DNA­Misch­spur ver­las­sen, die – neben dem DNA­Mus­ter der Geschä­dig­ten und dem eines ihrer Söh­ne – antei­lig das DNA­Mus­ter des Ange­klag­ten auf­weist. Dass es auf­grund einer Misch­spu­ren­be­rech­nung „wahr­schein­lich“ sei, dass der

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DNA-Iden­ti­fi­zie­rungs­mus­ter – und die zu ande­ren Zwe­cken ent­nom­me­nen Körperzellen

Die Unter­su­chung von zu ande­ren Zwe­cken ent­nom­me­nen Kör­per­zel­len, um sie zur Erstel­lung eines DNA-Iden­­ti­­fi­­zie­­rungs­­­mus­­ters zur Iden­ti­täts­fest­stel­lung in künf­ti­gen Straf­ver­fah­ren zu ver­wen­den, ist durch die Ver­wen­dungs­re­ge­lung des § 81a Abs. 3, 1. Halb­satz StPO nicht gedeckt. Wird die frei­wil­lig abge­ge­be­ne Spei­chel­pro­be jedoch gleich­wohl für die mole­ku­lar­ge­ne­ti­sche Unter­su­chung zur Iden­ti­täts­fest­stel­lung in künftigen

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Die DNA-Pro­be des ver­ur­teil­ten Hehlers

Die Fest­stel­lung, Spei­che­rung und (künf­ti­ge) Ver­wen­dung eines DNA-Iden­­ti­­fi­­zie­­rungs­­­mus­­ters nach § 81g StPO greift in das durch Art. 2 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art. 1 Abs. 1 GG ver­bürg­te Grund­recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung ein. Die­ses Recht gewähr­leis­tet die aus dem Gedan­ken der Selbst­be­stim­mung fol­gen­de Befug­nis des Ein­zel­nen, grund­sätz­lich selbst zu ent­schei­den, wann und innerhalb

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Auf­ty­pi­sie­rung eines DNA-Iden­ti­fi­zie­rungs­mus­ters bei Ver­dacht einer erneu­ten Anlasstat

Bei Ver­dacht einer erneu­ten Anlass­tat ist die Auf­ty­pi­sie­rung eines DNA Iden­ti­fi­zie­rungs­mus­ters nach § 81g StPO zuläs­sig. Die Anord­nung der Ent­nah­me von Kör­per­zel­len greift in das Recht auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit, die mole­ku­lar­ge­ne­ti­sche Unter­su­chung zur Spei­che­rung und (künf­ti­gen) Ver­wen­dung des DNA-Iden­­ti­­fi­­zie­­rungs­­­mus­­ters in das durch Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG

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Kei­ne Bei­na­he­tref­fer bei der DNA-Reihenuntersuchung

Im Rah­men eines DNA-Mas­­sen­­tests aus ver­wandt­schaft­li­chen Bezie­hun­gen gewon­ne­ne Pro­ben dür­fen nicht ver­dachts­be­grün­dend ver­wen­det wer­den. Zufalls­fun­de aus Mas­sen­gen­tests, die mit­tel­bar zur Über­füh­rung des Täters füh­ren, sind grund­sätz­lich nicht ver­wert­bar, wenn dadurch das Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht von engen Ange­hö­ri­gen umgan­gen wür­de. Dies ent­schied jetzt der Bun­des­ge­richts­hof, bestä­tig­te aber gleich­wohl die im kon­kre­ten Ver­fah­ren auf­grund eines

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DNA-Unter­su­chung auf Kassenkosten

Eine gesetz­li­che Kran­ken­kas­se ist nach einem Urteil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len nicht ver­pflich­tet, wegen mög­li­cher Erblin­dung des noch unge­bo­re­nen Kin­des eine DNA-Unter­­su­chung zu bezah­len. Der Leis­tungs­ka­ta­log der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung garan­tiert kein „Recht auf ein gesun­des Kind“. Die 1981 gebo­re­ne Antrag­stel­le­rin des jetzt vom Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len in Essen ent­schie­de­nen Fal­les ist schwan­ger. Sowohl

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Kom­bi­nier­te Ana­ly­se von Kern-DNA und mito­chon­dria­ler DNA

Zum Beweis­wert einer kom­bi­nier­ten Ana­ly­se von Kern-DNA und mito­chon­dria­ler DNA hat jetzt der Bun­des­ge­richts­hof Stel­lung genom­men: Dem zugrund lag ein Urteil des Land­ge­richts Lands­hut, mit dem der Ange­klag­te wegen Ver­ge­wal­ti­gung zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von 13 Jah­ren und sechs Mona­ten ver­ur­teilt wor­den war. Die­ses Urteil stütz­te sich auf die DNA-Unter­­su­chun­­­gen von

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Daten­schutz in der inter­na­tio­na­len Verbrechensbekämpfung

Wie begrün­det man es als Gesetz­ge­ber, dass man etwas will, von dem man genau weiss, dass es so nicht geht? Ganz ein­fach, man geht beim Bun­des­rat in die Leh­re: Um die Ver­tie­fung der deutsch-ame­­ri­­ka­­ni­­schen Zusam­men­ar­beit bei der Ver­bre­chens­be­kämp­fung nicht zu ver­zö­gern und die part­ner­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit mit den USA nicht zu belasten,

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Der Wert einer DNA-Analyse

Jeden­falls bei einem Sel­ten­heits­wert im Mil­lio­nen­be­reich kann das Ergeb­nis der DNA-Ana­­ly­­se wegen der inzwi­schen erreich­ten Stan­dar­di­sie­rung der mole­ku­lar­ge­ne­ti­schen Unter­su­chung für die Über­zeu­gungs­bil­dung des Tatrich­ters dahin, dass die gesi­cher­te Tat­ort­spur vom Ange­klag­ten her­rührt, aus­rei­chen, wenn die Berech­nungs­grund­la­ge den von der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs auf­ge­stell­ten Anfor­de­run­gen ent­spricht. Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Januar

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