Ne bis in idem - und die Verfahrenseinstellung in einem anderen EU-Land

Ne bis in idem – und die Ver­fah­rens­ein­stel­lung in einem ande­ren EU-Land

Bei der Ein­stel­lung eines Straf­ver­fah­rens (hier: wegen über­lan­ger Ver­fah­rens­dau­er) in einem ande­ren EU-Mit­­­glied­s­­staat steht Art. 54 SDÜ der wei­te­ren Ver­fol­gung des Ange­klag­ten in dem in Deutsch­land gegen ihn anhän­gi­gen Straf­ver­fah­ren nicht ent­ge­gen. Der Bun­des­ge­richts­hof konn­te dabei offen las­sen, ob im kon­kre­ten Fall das deut­sche und das litaui­sche Straf­ver­fah­ren „die­sel­be Tat“

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Organisationsdelikte - und der Strafklagenverbrauch

Orga­ni­sa­ti­ons­de­lik­te – und der Straf­kla­gen­ver­brauch

Das in Art. 103 Abs. 3 GG ver­an­ker­te Ver­bot der Dop­pel­be­stra­fung (ne bis in idem) steht als Ver­fol­gungs­hin­der­nis des sog. Straf­kla­ge­ver­brauchs bzw. der ander­wei­ti­gen Rechts­hän­gig­keit einer spä­te­ren Ver­fol­gung und Ahn­dung des Beschul­dig­ten wegen des Tat­vor­wurfs der Bil­dung kri­mi­nel­ler Ver­ei­ni­gun­gen (§ 129 I StGB) nicht ent­ge­gen, wenn gegen den Beschul­dig­ten nur wegen eines

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Berufsgerichtliche Verfahren - und das Verbot der Doppelbestrafung

Berufs­ge­richt­li­che Ver­fah­ren – und das Ver­bot der Dop­pel­be­stra­fung

Berufs­ge­richt­li­che Maß­nah­men im Anschluss an eine straf­recht­li­che Ver­ur­tei­lung (hier: eines Steu­er­be­ra­ters) ver­sto­ßen nicht gegen das sich aus Art. 103 Abs. 3 GG erge­ben­de Ver­bot der Dop­pel­be­stra­fung. Ein Ver­stoß gegen den Grund­satz „ne bis in idem“ liegt nicht vor, weil berufs­ge­richt­li­che Maß­nah­men nicht auf­grund der all­ge­mei­nen Straf­ge­set­ze im Sin­ne des Art. 103

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Auslieferung zur Strafvollstreckung und die Doppelbestrafung

Aus­lie­fe­rung zur Straf­voll­stre­ckung und die Dop­pel­be­stra­fung

Die Aus­lie­fe­rung an einen Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on ist unzu­läs­sig, wenn der Ver­folg­te wegen der­sel­ben Tat die dem Aus­lie­fe­rungs­er­su­chen zu Grun­de liegt, bereits von einem ande­ren Mit­glied­staat rechts­kräf­tig ver­ur­teilt wor­den und die Sank­ti­on bereits voll­streckt wor­den ist. Der Aus­lie­fe­rung steht das Ver­bot der Dop­pel­be­stra­fung ent­ge­gen. So das Ober­lan­des­ge­richt Hamm in

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Das Verbot der Doppelbestrafung

Das Ver­bot der Dop­pel­be­stra­fung

Durch den in der Euro­päi­schen Kon­ven­ti­on zum Schutz der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten ent­hal­te­nen Grund­satz des Ver­bots der Dop­pel­be­stra­fung wird kein Mit­glied­staat dar­an gehin­dert, wegen Steu­er­hin­ter­zie­hung nach­ein­an­der eine steu­er­li­che Sank­ti­on (Steu­er­zu­schlag) und danach eine straf­recht­li­che Sank­ti­on zu ver­hän­gen, wenn die ers­te Sank­ti­on kei­nen straf­recht­li­chen Cha­rak­ter hat. So die Ant­wort des Euro­päi­schen

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Strafe trotz bereits verhängtem Bußgeld?

Stra­fe trotz bereits ver­häng­tem Buß­geld?

Nach Ansicht des Gene­ral­an­walts beim Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on steht die Char­ta der Grund­rech­te der Euro­päi­schen Uni­on dem nicht ent­ge­gen, dass eine Per­son straf­recht­lich ver­folgt wird, gegen die bereits wegen der­sel­ben Hand­lung eine bestands­kräf­ti­ge Ver­wal­tungs­sank­ti­on ver­hängt wur­de. Das Will­kür­ver­bot gebie­tet jedoch, dass die zuvor ver­häng­te Ver­wal­tungs­sank­ti­on in dem Sin­ne berück­sich­tigt

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Das nicht vollstreckte Amsterdamer Todesurteil

Das nicht voll­streck­te Ams­ter­da­mer Todes­ur­teil

Einem Straf­ur­teil steht nicht eine frü­he­re Ver­ur­tei­lung in den Nie­der­lan­den nicht ent­ge­gen, sofern das frü­he­re Urteil nicht voll­streckt wur­de. Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt der Bun­des­ge­richts­hof eine Revi­si­on gegen ein Straf­ur­teil des Land­ge­richts Aachen ver­wor­fen. Das Land­ge­richt Aachen hat einen heu­te 89-jäh­­ri­­gen, ehe­mals nie­der­län­di­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen wegen im Som­mer 1944 began­ge­ner

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ne bis in idem und der Europäische Haftbefehl

ne bis in idem und der Euro­päi­sche Haft­be­fehl

Der natio­na­le Rich­ter, der einen Euro­päi­schen Haft­be­fehl aus­stellt, ist nach einem ges­tern ver­kün­de­ten Urteil des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on befugt, fest­zu­stel­len, dass sich ein zuvor im Rah­men sei­ner Rechts­ord­nung erlas­se­nes Urteil nicht auf die­sel­be Hand­lung wie die in sei­nem Haft­be­fehl genann­te erstreckt. Die Jus­tiz­be­hör­de, die den Beschul­dig­ten fest­nimmt, kann des­sen

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Italienische Zivilisten als Racheopfer im Zweiten Weltkrieg

Ita­lie­ni­sche Zivi­lis­ten als Rache­op­fer im Zwei­ten Welt­krieg

Auch nach der Jahr­tau­send­wen­de kön­nen einen noch die Kriegs­ver­bre­chen aus dem zwei­ten Welt­krieg ein­ho­len: So hat jetzt der Bun­des­ge­richts­hofs eine Revi­si­on ver­wor­fen, mit der sich ein Ange­klag­ten gegen sei­ne Ver­ur­tei­lung wegen der Tötung ita­lie­ni­scher Zivi­lis­ten im Zwei­ten Welt­krieg gewandt hat­te: Der 1918 gebo­re­ne Ange­klag­te wur­de durch das Urteil des Land­ge­richts

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