Aus­lie­fe­rung – und die zu erwar­ten­den Haft­be­din­gun­gen

Gerich­ti­che Aus­lie­fe­rungs­ent­schei­dun­gen ver­sto­ßen gegen Art.19 Abs. 4 GG, wenn das Gericht den Sach­ver­halt hin­sicht­lich der Gefahr, dass der Beschwer­de­füh­rer (hier: in Ungarn) men­schen­un­wür­di­ge Haft­be­din­gun­gen erlei­det, nicht hin­rei­chend auf­ge­klärt hat. Der Anwen­dungs­vor­rang des Uni­ons­rechts steht dem nicht ent­ge­gen. Der Aus­lie­fe­rungs­ver­kehr mit ande­ren Mit­glied­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on ist durch den Rah­men­be­schluss 2002/​584/​JI des

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Euro­päi­scher Haft­be­fehl – und die Haft­be­din­gun­gen im Aus­stel­lungs­staat

Eine etwai­ge Prü­fung der Haft­be­din­gun­gen im Aus­stel­lungs­mit­glied­staat vor der Voll­stre­ckung eines Euro­päi­schen Haft­be­fehls muss sich auf die Haft­an­stal­ten beschrän­ken, in denen die betrof­fe­ne Per­son kon­kret inhaf­tiert wer­den soll. Ande­rer­seits genügt die Mög­lich­keit der betrof­fe­nen Per­son, im Aus­stel­lungs­mit­glied­staat die Haft­be­din­gun­gen in Fra­ge zu stel­len, nicht, um das Vor­lie­gen einer ech­ten Gefahr

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Aus­lie­fe­rung auf­grund eines Euro­päi­schen Haft­be­fehls – und die Auf­klä­rungs­pflicht des Gerichts

Ein Ober­lan­des­ge­richt, das zur Begrün­dung sei­ner Aus­lie­fe­rungs­ent­schei­dung (hier: nach Ungarn) nur auf Ent­schei­dun­gen ande­rer Gerich­te ver­weist, ist mög­li­cher­wei­se in einer ver­fas­sungs­recht­lich zu bean­stan­den­den Art und Wei­se sei­ner Auf­klä­rungs­pflicht im aus­lie­fe­rungs­recht­li­chen Zuläs­sig­keits­ver­fah­ren nicht nach­ge­kom­men. Der blo­ße Ver­weis auf die Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Köln ersetzt ersicht­lich nicht die Auf­klä­rung der kon­kre­ten Umstän­de

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Aus­lie­fe­rung an einen ande­ren EU-Mit­glieds­staat – und die dor­ti­gen Haft­be­din­gun­gen

Gemäß Art. 51 GRCh sind die Mit­glied­staa­ten bei der Durch­füh­rung des Uni­ons­rechts an die in der Char­ta nie­der­ge­leg­ten Grund­rech­te gebun­den. Fra­gen zu deren Inhalt und Reich­wei­te kön­nen bezie­hungs­wei­se müs­sen dem Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on vor­ge­legt wer­den . Dies ist in dem uni­ons­recht­lich deter­mi­nier­ten Ver­fah­ren der Aus­lie­fe­rung im Anwen­dungs­be­reich des Rah­men­be­schlus­ses

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Voll­stre­ckung eines Euro­päi­schen Haft­be­fehls – und die Haft­be­din­gun­gen im Aus­stel­lungs­mit­glied­staat

Die Aus­lie­fe­rung eines Ver­folg­ten nach Rumä­ni­en zur Straf­voll­stre­ckung auf­grund eines Euro­päi­schen Haft­be­fehls ist nach § 73 IRG unzu­läs­sig, wenn nicht sicher­ge­stellt ist, dass die dor­ti­gen Haft­be­din­gun­gen den in Art. 3 EMRK ver­an­ker­ten men­schen­recht­li­chen Min­dest­an­for­de­run­gen genü­gen. Die Prü­fung, ob die Haft­be­din­gun­gen im Aus­stel­lungs­mit­glied­staat Art. 3 EMRK genü­gen, hat anhand der vom EGMR in

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Men­schen­un­wür­di­ge Unter­brin­gung in der Straf­haft – und PKH für die Amts­haf­tungs­kla­ge

Vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt war jetzt eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen die Ver­sa­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe für eine Amts­haf­tungs­kla­ge wegen men­schen­un­wür­di­ger Unter­brin­gung in Straf­haft erfolg­reich: Inhalts­über­sichtDer Aus­gangs­sach­ver­haltDie Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richtsHaft­be­din­gun­gen in der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richtsUnein­heit­li­che Recht­spre­chung zu den Haft­be­din­gun­genDie Ver­sa­gung der Pro­zess­kos­ten­hil­fe Der Aus­gangs­sach­ver­halt[↑] In dem hier vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt beur­teil­ten Fall mach­te der Beschwer­de­füh­rer

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Bam­ber­ger Haft­be­din­gun­gen – und die Fra­ge der Zel­len­grö­ße

Im Ein­klang mit der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung ist die Fra­ge nach der Men­schen­wür­dig­keit der Unter­brin­gung von Straf­ge­fan­ge­nen von einer Gesamt­schau der tat­säch­li­chen, die Haft­si­tua­ti­on bestim­men­den Umstän­de abhängt, wobei als Fak­to­ren in räum­li­cher Hin­sicht in ers­ter Linie die Boden­flä­che pro Gefan­ge­nen und die Situa­ti­on der sani­tä­ren Anla­gen, nament­lich die Abtren­nung und Belüf­tung

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Men­schen­un­wür­di­ge Haft­be­din­gun­gen – und die Pro­zess­kos­ten­hil­fe für die Amts­haf­tungs­kla­ge

Die Ver­sa­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe für die Gel­tend­ma­chung von Amts­haf­tungs­an­sprü­chen wegen men­schen­un­wür­di­ger Bedin­gun­gen der Gemein­schafts­haft ist ver­fas­sungs­wid­rig. Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen die Ver­sa­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe statt­ge­ge­ben und die Sache zur erneu­ten Ent­schei­dung an das Land­ge­richt Augs­burg zurück­ver­wie­sen. Der Beschwer­de­füh­rer strebt eine Amts­haf­tungs­kla­ge gegen den Frei­staat

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Aus­lie­fe­rung – und die Fra­ge men­schen­wür­di­ger Haft­be­din­gun­gen

Die Zuläs­sig­keit von Aus­lie­fe­rungs­haft nach Ein­gang eines Aus­lie­fe­rungs­er­su­chens der Grie­chi­schen Repu­blik setzt vor­aus, dass bin­nen ange­mes­se­ner Frist eine indi­vi­du­el­le Zusi­che­rung des ersu­chen­den Staa­tes dahin­ge­hend vor­liegt, dass die ver­folg­te Per­son für den Fall ihrer Inhaf­tie­rung in Grie­chen­land durch­gän­gig in einer Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt unter­ge­bracht wird, deren Stan­dards den Anfor­de­run­gen der Euro­päi­schen Kon­ven­ti­on zum

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Euro­päi­scher Haft­be­fehl – und die Haft­be­din­gun­gen im Aus­stel­lungs­staat

Die Voll­stre­ckung eines Euro­päi­schen Haft­be­fehls muss auf­ge­scho­ben wer­den, wenn für die betref­fen­de Per­son auf­grund der Haft­be­din­gun­gen in dem Mit­glied­staat, in dem der Haft­be­fehl aus­ge­stellt wur­de, eine ech­te Gefahr unmensch­li­cher oder ernied­ri­gen­der Behand­lung besteht. Kann das Vor­lie­gen einer sol­chen Gefahr nicht inner­halb einer ange­mes­se­nen Frist aus­ge­schlos­sen wer­den, muss die mit der

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Euro­päi­scher Haft­be­fehl – und die Zusi­che­rung men­schen­wür­di­ger Haft­be­din­gun­gen

Die all­ge­mei­ne Zusi­che­rung des Minis­te­ri­ums für Jus­tiz der Repu­blik Bul­ga­ri­en vom 13.08.2015, der zufol­ge Per­so­nen, deren Aus­lie­fe­rung auf­grund eines Euro­päi­schen Haft­be­fehls und unter einer ent­spre­chen­den Bedin­gung bewil­ligt wur­de, ent­spre­chend Art. 3 der Euro­päi­schen Kon­ven­ti­on zum Schutz der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten sowie den euro­päi­schen Min­dest­nor­men unter­ge­bracht wer­den, ist aus­rei­chend. Die vor­he­ri­ge

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Über­ga­be eines Pira­ten an Kenia

Die Über­ga­be eines mut­maß­li­chen soma­li­schen "Pira­ten" an Kenia ist rechts­wid­rig gewe­sen, und es hat bereits an der erfor­der­li­chen gesetz­li­chen Grund­la­ge gefehlt. Nach völ­ker­recht­li­chen Grund­sät­zen kann sich die Bun­des­re­pu­blik auf­grund ihrer zen­tra­len Rol­le bei der Über­ga­be ihrer Ver­ant­wor­tung nicht ent­zie­hen. Ange­sichts der in Kenia herr­schen­den unge­nü­gen­den Haft­be­din­gun­gen hat sich die Bun­des­re­pu­blik

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Aus­lie­fe­run­gen und der Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­grund­satz

Wenn eine Aus­lie­fe­rung gegen völ­ker­recht­lich ver­bind­li­che Min­dest­stan­dards oder gegen unab­ding­ba­re ver­fas­sungs­recht­li­che Grund­sät­ze der deut­schen öffent­li­chen Ord­nung ver­stößt, ist die­se Aus­lie­fe­rung unzu­läs­sig. Das ist der Fall bei einem Ver­stoß gegen den ver­fas­sungs­recht­li­chen Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­grund­satz. So das Ober­lan­des­ge­richt Hamm in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer rumä­ni­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen, die seit 2010 in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land

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Amts­haf­tung wegen men­schen­un­wür­di­ger Haft­be­din­gun­gen

Dem Inhaf­tier­ten, der men­schen­un­wür­di­gen Haft­be­din­gun­gen aus­ge­setzt ist, steht kein Ent­schä­di­gungs­an­spruch nach Art. 5 Abs. 5 EMRK zu. Art. 5 EMRK bezieht sich grund­sätz­lich nur auf die Frei­heits­ent­zie­hung als sol­che, nicht auf die Moda­li­tä­ten des Voll­zugs der Haft. Unzu­mut­ba­re Haft­be­din­gun­gen wer­den aus­schließ­lich von Art. 3 EMRK erfasst. Die Rechts­fol­gen eines Ver­sto­ßes gegen Art. 3 EMRK rich­ten

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