Bei­hil­fe zur Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die Hand­lungs­ein­heit

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung ist die Fra­ge der Hand­lungs­ein­heit oder mehr­heit nach dem indi­vi­du­el­len Tat­bei­trag eines jeden Betei­lig­ten zu beur­tei­len. För­dert der Gehil­fe durch ein und das­sel­be Tun meh­re­re recht­lich selb­stän­di­ge Taten des Haupt­tä­ters, so ist nur eine Bei­hil­fe im Rechts­sin­ne gege­ben . Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Juli 2019 – 1 StR

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Mehr­ak­ti­ges Tat­ge­sche­hen

Bei einem mehr­ak­ti­gen Tat­ge­sche­hen liegt eine Tat im Rechts­sin­ne vor, wenn zwi­schen gleich­ge­la­ger­ten, straf­recht­lich erheb­li­chen Betä­ti­gun­gen ein der­art unmit­tel­ba­rer Zusam­men­hang besteht, dass sich das gesam­te Han­deln des Täters objek­tiv auch für einen Drit­ten als ein ein­heit­lich zusam­men­ge­hö­ri­ges Tun dar­stellt, und die ein­zel­nen Hand­lun­gen durch ein sub­jek­ti­ves Ele­ment mit­ein­an­der ver­bun­den sind

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Betrug bei der Anla­ge­ver­mitt­lung – und die Kon­kur­ren­zen

Eine Tat im Rechts­sin­ne liegt in den Fäl­len vor, in denen ein Geschä­dig­ter meh­re­re Ver­trä­ge an kurz auf­ein­an­der­fol­gen­den Tagen abge­schlos­sen hat. In die­sen Fäl­len besteht ein so enger zeit­li­cher Zusam­men­hang, dass eine natür­li­che Hand­lungs­ein­heit und damit auch nur eine Tat im Rechts­sin­ne vor­liegt. Auch soweit meh­re­re unter der­sel­ben Anschrift wohn­haf­te

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Tat­ein­heit durch Klam­mer­wir­kung – und der Trans­port des Dro­gen­gel­des

Der 3. Straf­se­nat hat dem Gro­ßen Senat für Straf­sa­chen gemäß § 132 Abs. 2 GVG fol­gen­de Rechts­fra­ge zur Ent­schei­dung vor­ge­legt: Ver­bin­det das sowohl dem Trans­port des Kauf­gel­des für die ers­te als auch der Über­nah­me einer wei­te­ren Betäu­bungs­mit­tel­men­ge die­nen­de Auf­su­chen des Lie­fe­ran­ten oder die Bezah­lung einer zuvor auf "Kom­mis­si­on" erhal­te­nen Betäu­bungs­mit­tel­men­ge bei

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Kriminelle/​terroristische Ver­ei­ni­gun­gen – und die Hand­lungs­ein­heit

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs wer­den mit­glied­schaft­li­che Betei­li­gungs­ak­te an einer kri­mi­nel­len oder ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung, die auch den Tat­be­stand einer ande­ren Straf­vor­schrift erfül­len und der Zweck­set­zung der Ver­ei­ni­gung oder sonst deren Inter­es­sen die­nen, nicht (mehr) zu einer tat­be­stand­li­chen Hand­lungs­ein­heit zusam­men­ge­fasst . Sol­che Hand­lun­gen ste­hen zwar gemäß § 52 Abs. 1 Alter­na­ti­ve 1 StGB

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Natür­li­che Hand­lungs­ein­heit – und die Ände­rung des Tat­plans

Eine natür­li­che Hand­lungs­ein­heit liegt grund­sätz­lich dann vor, wenn meh­re­re straf­recht­lich rele­van­te Hand­lun­gen des Täters, die durch ein gemein­sa­mes sub­jek­ti­ves Ele­ment ver­bun­den sind, in unmit­tel­ba­rem räum­li­chen und zeit­li­chen Zusam­men­hang ste­hen und sein gesam­tes Tätig­wer­den bei natür­li­cher Betrach­tungs­wei­se auch für einen Drit­ten als ein­heit­li­ches Tun erscheint . Für die Annah­me einer natür­li­chen

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Mit­glied­schaft in einer aus­län­di­schen ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung – und die Hand­lungs­ein­heit

Aus der pau­scha­li­sie­ren­den Hand­lungs­be­schrei­bung des § 129a Abs. 1 Alter­na­ti­ve 2 StGB folgt, dass die durch das Mit­glied der Ver­ei­ni­gung began­ge­nen Betä­ti­gungs­ak­te grund­sätz­lich eine tat­be­stand­li­che Hand­lungs­ein­heit bil­den. Aus die­ser fal­len nach der neue­ren Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs zwar die­je­ni­gen Hand­lun­gen her­aus, die auch den Tat­be­stand einer ande­ren Straf­vor­schrift erfül­len und der Zweck­set­zung der

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Mit­glied­schaft in einer aus­län­di­schen ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung – und die Hand­lungs­ein­heit

Aus der pau­scha­li­sie­ren­den Hand­lungs­be­schrei­bung des § 129a Abs. 1 Alter­na­ti­ve 2 StGB folgt, dass die durch das Mit­glied der Ver­ei­ni­gung began­ge­nen Betä­ti­gungs­ak­te grund­sätz­lich eine tat­be­stand­li­che Hand­lungs­ein­heit bil­den. Aus die­ser fal­len nach der neue­ren Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs zwar die­je­ni­gen Hand­lun­gen her­aus, die auch den Tat­be­stand einer ande­ren Straf­vor­schrift erfül­len und der Zweck­set­zung der

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Tat­be­tei­li­gung an einer Delikts­se­rie – und die Hand­lungs­ein­heit

Hat bei einer durch meh­re­re Per­so­nen aus­ge­führ­ten Delikts­se­rie ein Tat­be­tei­lig­ter einen Bei­trag zum Auf­bau oder zur Auf­recht­erhal­tung einer auf die Bege­hung von Straf­ta­ten aus­ge­rich­te­ten Struk­tur erbracht, sind Ein­zel­ta­ten zu einem unei­gent­li­chen Orga­ni­sa­ti­ons­de­likt zusam­men­zu­fas­sen, durch wel­ches sie für den im Hin­ter­grund Täti­gen zu einer Tat im Sin­ne des § 52 Abs.

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Orga­ni­sa­ti­ons­de­likt – und der Umfang des Ankla­ge­vor­wurfs

Nach § 264 StPO muss das Gericht die in der Ankla­ge bezeich­ne­te Tat so, wie sie sich nach dem Ergeb­nis der Haupt­ver­hand­lung dar­stellt, unter allen recht­li­chen Gesichts­punk­ten aburteilen.Es ist ver­pflich­tet, den Unrechts­ge­halt der Tat im pro­zes­sua­len Sinn voll aus­zu­schöp­fen, sofern kei­ne recht­li­chen Hin­der­nis­se im Wege ste­hen. Der Umfang des Ankla­ge­vor­wurfs

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Meh­re­re Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen – und die natür­li­che Hand­lungs­ein­heit

Eine natür­li­che Hand­lungs­ein­heit setzt vor­aus, dass zwi­schen meh­re­ren straf­recht­lich erheb­li­chen Ver­hal­tens­wei­sen, die von einem ein­heit­li­chen Wil­len getra­gen wer­den, ein unmit­tel­ba­rer räum­li­cher und zeit­li­cher Zusam­men­hang besteht und das gesam­te Tätig­wer­den bei natür­li­cher Betrach­tungs­wei­se auch für einen "objek­ti­ven" Drit­ten als ein ein­heit­li­ches Tun erscheint . Bei wie­der­hol­ter (ite­ra­ti­ver) Ver­wirk­li­chung des glei­chen Tat­be­stan­des

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BTM-Han­del – und die Fra­ge der Tat­ein­heit

Weder das sowohl dem Trans­port des Kauf­gel­des für die ers­te als auch der Über­nah­me der wei­te­ren Betäu­bungs­mit­tel­men­ge die­nen­de Auf­su­chen des Lie­fe­ran­ten noch die Bezah­lung einer zuvor auf "Kom­mis­si­on" erhal­te­nen Betäu­bungs­mit­tel­men­ge bei Gele­gen­heit der Über­nah­me einer wei­te­ren Betäu­bungs­mit­tel­men­ge ver­bin­det die bei­den Umsatz­ge­schäf­te zu einer ein­heit­li­chen Tat im mate­ri­ell­recht­li­chen Sinn. Die­se Ansicht

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Beharr­li­che Nach­stel­lung

Ist der tat­be­stand­li­che Erfolg einer Nach­stel­lung gemäß § 238 Abs. 1 StGB bereits durch eine oder meh­re­re Nach­stel­lungs­hand­lun­gen ein­ge­tre­ten, sind wei­te­re Nach­stel­lungs­hand­lun­gen, die jeweils das Merk­mal der Beharr­lich­keit erfül­len und mit den vori­gen zeit­lich und situa­tiv zusam­men­hän­gen, Bestand­teil einer tat­be­stand­li­chen Hand­lungs­ein­heit, wenn sie dazu bei­tra­gen, dass sich die Dau­er oder das

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Pro­zes­sua­le Tati­den­ti­tät

Eine ein­heit­li­che Tat im Sin­ne von § 264 StPO ist gege­ben, wenn die ein­zel­nen Hand­lun­gen nicht nur äußer­lich inein­an­der über­ge­hen, son­dern wegen der ihnen zugrun­de lie­gen­den Vor­komm­nis­se unter Berück­sich­ti­gung ihrer straf­recht­li­chen Bedeu­tung auch inner­lich der­art mit­ein­an­der ver­knüpft sind, dass der Unrechts- und Schuld­ge­halt der einen Hand­lung nicht ohne die Umstän­de,

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Natür­li­che Hand­lungs­ein­heit

Die Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nimmt eine natür­li­che Hand­lungs­ein­heit, die meh­re­re Hand­lun­gen im natür­li­chen Sin­ne zu einer Ein­heit im Recht­sin­ne ver­bin­den kann, an, wenn zwi­schen einer Mehr­heit gleich­ar­ti­ger straf­recht­lich erheb­li­cher Ver­hal­tens­wei­sen ein der­art unmit­tel­ba­rer räum­li­cher und zeit­li­cher Zusam­men­hang besteht, dass das gesam­te Han­deln des Täters objek­tiv auch für einen Drit­ten als

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Tats­ein­heit bei BTM-Delik­ten: Ein­fuhr und Han­del­trei­ben

Zur Fra­ge der Hand­lungs­ein­heit bei der Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge wird beim Bun­des­ge­richts­hof wohl der Gro­ße Senat für Straf­sa­chen ent­schei­den müs­sen. Nach­dem hier der her­bei­füh­ren woll­te, wider­spricht nun der 3. Straf­se­nat und beharrt auf sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung. Wor­um geht es? Der 4. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat über

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Hand­lungs­ein­heit bei Ein­fuhr und Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln

Beim Bun­des­ge­richts­hof steht der­zeit die Fra­ge zur Klä­rung an, wie weit eine Hand­lungs­ein­heit bei der Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln ange­nom­men wer­den kann. Aus­gangs­punkt hier­für ist ein beim 4. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs anhän­gi­ges Revi­si­ons­ver­fah­ren, in dem der Ange­klag­te mehr­fach auf Kom­mis­si­ons­ba­sis Dro­gen bei sei­nem Lie­fe­ran­ten in den Nie­der­lan­den beschafft hat, wobei er

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