Soldier

Kriegs­ver­bre­chen gegen Tote

Ein – völ­ker­ge­wohn­heits­recht­lich aner­kann­tes – Kriegs­ver­bre­chen gegen Per­so­nen durch eine in schwer­wie­gen­der Wei­se ent­wür­di­gen­de oder ernied­ri­gen­de Behand­lung gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 9 VStGB kann auch an einer ver­stor­be­nen Per­son began­gen wer­den. Hier­an ändert nichts, dass auf­grund des Neun­und­fünf­zigs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Straf­ge­setz­bu­ches vom 09.10.2020 in § 201a Abs. 1 Nr. 3 StGB nF

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Army

Kriegs­ver­bre­chen: Folter

Der Begriff der Erheb­lich­keit, die das Kriegs­ver­bre­chen der grau­sa­men oder unmensch­li­chen Behand­lung einer zu schüt­zen­den Per­son gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 3 VStGB vor­aus­setzt, ver­langt ein hin­rei­chend gro­ßes Maß der durch die Tat­hand­lung ver­ur­sach­ten Beein­träch­ti­gung und dient nicht allein dazu, Baga­tell­fäl­le aus dem Anwen­dungs­be­reich aus­zu­schei­den. Die Erheb­lich­keit ist unter Berück­sich­ti­gung aller Umstände

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Camp in Afghanistan

Fol­ter als Kriegs­ver­bre­chen – deut­sche Straf­ge­richts­bar­keit und die Immu­ni­tät des Täters

Nach den all­ge­mei­nen Regeln des Völ­ker­rechts ist die straf­recht­li­che Ahn­dung von Kriegs­ver­bre­chen der Fol­ter und der in schwer­wie­gen­der Wei­se ent­wür­di­gen­den oder ernied­ri­gen­den Behand­lung sowie wegen damit zugleich ver­wirk­lich­ter all­ge­mei­ner Straf­tat­be­stän­de wie gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung und Nöti­gung durch ein inlän­di­sches Gericht nicht wegen des Ver­fah­rens­hin­der­nis­ses der funk­tio­nel­len Immu­ni­tät aus­ge­schlos­sen, wenn die Taten

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Krieg in Afghanistan

Kriegs­ver­bre­chen staat­li­cher Hoheits­trä­ger – und kei­ne Immunität

Der Straf­ver­fol­gung eines (aus­län­di­schen) Offi­ziers in Deutsch­land steht bei der Anwen­dung der Regeln des Völker(straf)rechts nicht das Ver­fah­rens­hin­der­nis der Immu­ni­tät eines staat­li­chen Funk­ti­ons­trä­gers ent­ge­gen. In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall war der Ange­klag­te als Ober­leut­nant der afgha­ni­schen Armee auf einem ihrer Stütz­punk­te tätig. Bei der Befra­gung drei­er Gefan­ge­ner wandten

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Die in Syri­en began­ge­nen Kriegsverbrechen

Das Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf wegen in Syri­en began­ge­ner Kriegs­ver­bre­chen ist rechts­kräf­tig. Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf hat den Ange­klag­ten wegen Mor­des, wegen meh­re­rer Fäl­le des erpres­se­ri­schen Men­schen­raubs und wegen einer Viel­zahl von Kriegs­ver­bre­chen gegen Per­so­nen zu lebens­lan­ger Frei­heits­stra­fe ver­ur­teilt und die beson­de­re Schwe­re der Schuld fest­ge­stellt. Der Bun­des­ge­richts­hof hat die hiergegen

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Kriegs­ver­bre­chen gegen Eigen­tum – und die Aneig­nung einer frem­den Wohnung

Eine Aneig­nung im Sin­ne des § 9 Abs. 1 VStGB besteht in dem auf einen nicht uner­heb­li­chen Zeit­raum ange­leg­ten Ent­zug einer Sache gegen oder ohne den Wil­len des Berech­tig­ten. Sie erfor­dert nicht, dass der Täter die Sache in sein Ver­mö­gen über­führt oder zumin­dest den Vor­satz dazu hat. Gegen­stand der Aneig­nung kön­nen sowohl bewegliche

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Bür­ger­krieg in Syri­en – und die Bil­li­gung der Ent­haup­tung von Gei­seln des IS

§ 8 Abs. 6 Nr. 1 VStGB betrifft allein den inter­na­tio­na­len bewaff­ne­ten Kon­flikt. Dar­un­ter ist ein Krieg oder eine sons­ti­ge mit Waf­fen­ge­walt aus­ge­tra­ge­ne Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen zwei oder meh­re­ren Staa­ten zu ver­ste­hen, wäh­rend der nicht­in­ter­na­tio­na­le bewaff­ne­te Kon­flikt sol­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen erfasst, bei denen Streit­kräf­te inner­halb eines Staa­tes gegen orga­ni­sier­te bewaff­ne­te Grup­pen oder sol­che Grup­pen untereinander

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Kriegs­ver­bre­chen in Syri­en – und die deut­sche Strafjustiz

Bei den in Syri­en statt­fin­den­den Kämp­fen zwi­schen der staat­li­chen syri­schen Armee und oppo­si­tio­nel­len Grup­pie­run­gen han­del­te es sich um einen nicht­in­ter­na­tio­na­len bewaff­ne­ten Kon­flikt im Sin­ne des § 8 Abs. 1 VStGB. Maß­ge­bend für das Vor­lie­gen eines bewaff­ne­ten Kon­flikts ist der Ein­satz von Waf­fen­ge­walt, die einer der betei­lig­ten Kon­flikt­par­tei­en zuzu­rech­nen ist. Wäh­rend ein internationaler

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Mas­sen­exe­ku­tio­nen im Reichs­kom­mis­sa­ri­at Ukraine

Die Betei­li­gung eines ame­ri­ka­ni­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen ukrai­ni­scher Her­kunft an Mas­sen­exe­ku­tio­nen im Reichs­kom­mis­sa­ri­at Ukrai­ne in den Jah­ren 1943/​1944 unter­liegt deut­schem Straf­recht. Im vor­lie­gen­den Fall geht es um – im Rah­men von Par­­ti­­sa­­nen­­be­­käm­p­­fungs- und soge­nann­ten „Pazi­fi­zie­rungs­maß­nah­men“, aber auch der orga­ni­sier­ten Juden­ver­fol­gung erfolg­te – Mas­sen­exe­ku­tio­nen durch die „31. Schut­z­­man­n­­schafts-Btl. des SD“, einer dem Kommandeur

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Sant’ Anna di Stazze­ma – das Mas­sa­ker vom 12. August 1944

Der gegen die Ein­stel­lung der Ermitt­lun­gen wegen des Mas­sa­kers von Sant’ Anna di Stazze­ma gerich­te­te Kla­ge­er­zwin­gungs­an­trag hat vor dem Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he über­wie­gend kei­nen Erfolg. Das Ober­lan­des­ge­richt hat den gegen die Ein­stel­lungs­be­schei­de der Staats­an­walt­schaft Stutt­gart und der Gene­ral­an­walt­schaft Stutt­gart gerich­te­ten Kla­ge­er­zwin­gungs­an­trag zurück­ge­wie­sen, soweit es vier Beschul­dig­te anbe­langt; hin­sicht­lich des wei­te­ren Beschuldigten

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Ein­stel­lung der Ermitt­lun­gen wegen des Mas­sa­kers von Sant’ Anna di Stazzema

Ein Kla­ge­er­zwin­gungs­an­trag hat dann kei­nen Erfolg, wenn ein Beschul­dig­ter aus gesund­heit­li­chen Grün­den dau­er­haft ver­hand­lungs­un­fä­hig ist, so dass – wegen eines Ver­fah­rens­hin­der­nis­ses – kei­ne hin­rei­chen­de Ver­ur­tei­lungs­wahr­schein­lich­keit besteht. Ein Kla­ge­er­zwin­gungs­an­trag kann auch dadurch unbe­grün­det sein, dass kein hin­rei­chen­der Tat­ver­dacht besteht. So das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Kla­ge­er­zwin­gungs­an­tra­ges, der

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Kein Scha­dens­er­satz wegen zivi­ler Opfer im Kosovo-Krieg

Wegen zivi­ler Opfer eines NATO-Luft­an­­griffs im Koso­­vo-Krieg besteht kei­ne Scha­dens­er­satz­pflicht der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat zwei Ver­fas­sungs­be­schwer­den wegen der Tötung und Ver­let­zung von Zivil­per­so­nen bei der Zer­stö­rung einer Brü­cke im Koso­­vo-Krieg man­gels Erfolgs­aus­sicht nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men. Die Zivil­ge­rich­te – zuletzt der Bun­des­ge­richts­hof – hat­ten dies­be­züg­li­che Kla­gen gegen die

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Kein Asyl für Kriegsverbrecher

Aus­län­dern muss ihre Stel­lung als Flücht­ling und Asyl­be­rech­tig­ter wie­der ent­zo­gen wer­den, wenn sie nach ihrer Aner­ken­nung Kriegs­ver­bre­chen oder Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit began­gen haben. Dies ent­schied jetzt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig in dem Fall eines Staats­an­ge­hö­ri­gen aus Ruan­da, der 1989 zum Stu­di­um nach Deutsch­land gekom­men war. Er wur­de hier im Jahr

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Ruan­di­sche Kriegs­ver­bre­chen und die deut­sche Gerichtsbarkeit

Das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart hat die Ankla­ge des Gene­ral­bun­des­an­walts vom 7. Dezem­ber 2010 gegen zwei mut­maß­li­che Füh­rungs­funk­tio­nä­re der „For­ces Démo­cra­ti­ques de Libé­ra­ti­on du Rwan­da“ – den 47-jäh­­ri­­gen ruan­di­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen Dr. Ignace M. und den 49-jäh­­ri­­gen ruan­di­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen Stra­ton M. – wegen Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit und Kriegs­ver­bre­chen sowie wegen Mit­glied­schaft in

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Ita­lie­ni­sche Zivi­lis­ten als Rache­op­fer im Zwei­ten Weltkrieg

Auch nach der Jahr­tau­send­wen­de kön­nen einen noch die Kriegs­ver­bre­chen aus dem zwei­ten Welt­krieg ein­ho­len: So hat jetzt der Bun­des­ge­richts­hofs eine Revi­si­on ver­wor­fen, mit der sich ein Ange­klag­ten gegen sei­ne Ver­ur­tei­lung wegen der Tötung ita­lie­ni­scher Zivi­lis­ten im Zwei­ten Welt­krieg gewandt hat­te: Der 1918 gebo­re­ne Ange­klag­te wur­de durch das Urteil des Landgerichts

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Kein Flücht­lings­schutz bei Kriegsverbrechen

Bei Kriegs­ver­bre­chen an Sol­da­ten besteht kein Flücht­lings­schutz für Asyl­be­wer­ber, und zwar auch dann nicht. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat heu­te die Vor­aus­set­zun­gen wei­ter prä­zi­siert, unter denen gemäß § 3 Abs. 2 AsylVfG Asyl­be­wer­bern wegen des Ver­dachts der Betei­li­gung an Kriegs­ver­bre­chen oder schwe­ren nicht­po­li­ti­schen Straf­ta­ten die Zuer­ken­nung von Flücht­lings­schutz ver­sagt wer­den kann. Wie

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