Ver­ge­wal­ti­gung – und ein "Kli­ma der Gewalt"

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kön­nen auch frü­he­re Dro­hun­gen wie frü­he­re Miss­hand­lun­gen eine in die Tat­ge­gen­wart fort­wir­ken­de Droh­wir­kung ent­fal­ten. Das das Aus­nut­zen eines "Kli­mas der Gewalt" erfüllt aber nur dann die Vor­aus­set­zun­gen einer sexu­el­len Nöti­gung oder Ver­ge­wal­ti­gung im Sin­ne von § 177 StGB aF, wenn durch eine aus­drück­li­che oder

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Miss­hand­lung von Schutz­be­foh­le­nen – und das Schüt­teln als rohe Miss­hand­lung

Eine rohe Miss­hand­lung im Sin­ne des § 225 Abs. 1 StGB ist anzu­neh­men, wenn der Täter einem ande­ren eine Kör­per­ver­let­zung aus gefühl­lo­ser Gesin­nung zufügt, die sich in erheb­li­chen Hand­lungs­fol­gen äußert , wobei sich die­se Tatal­ter­na­ti­ve – anders als das Quä­len – auf ein ein­zel­nes Kör­per­ver­let­zungs­ge­sche­hen bezieht. Eine sol­che für die rohe

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Kin­des­miss­hand­lung – und die Ver­ant­wort­lich­keit des ande­ren Eltern­teils

Das Erken­nen äußer­lich sicht­ba­rer Ver­let­zun­gen im Gesicht des gemein­sa­men Kin­des sowie die Mit­wir­kung an deren Ver­schleie­rung ist nicht geeig­net, das für eine mit­tä­ter­schaft­li­che Bege­hung jeden­falls erfor­der­li­che enge Ver­hält­nis des­je­ni­gen Eltern­teils, der in die Tat­ver­wirk­li­chung nicht wei­ter ein­ge­bun­den war, mit einem sich vom bis­he­ri­gen Erzie­hungs­stil deut­lich abhe­ben­den Über­griff zu begrün­den. Nach

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Schwe­re kör­per­li­che Miss­hand­lung

Eine schwe­re kör­per­li­che Miss­hand­lung im Sin­ne des Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stan­des des § 250 Abs. 2 Nr. 3 lit. a StGB setzt weder den Ein­tritt einer schwe­ren Fol­ge im Sin­ne des § 226 StGB noch eine schwe­re Gesund­heits­schä­di­gung im Sin­ne des § 239 Abs. 3 Nr. 2 StGB vor­aus. Es genügt, dass die kör­per­li­che Inte­gri­tät des Tat­op­fers

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Miss­hand­lung Schutz­be­foh­le­ner – Quä­len oder rohes Miss­han­deln?

Zur Aus­le­gung der Bege­hungs­for­men des Quä­lens und des rohen Miss­han­delns und zum Ver­hält­nis der bei­den Vari­an­ten zuein­an­der Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs wird das Tat­be­stands­merk­mal des Quä­lens im Sin­ne von § 225 Abs. 1 StGB – im Unter­schied zur Vari­an­te der rohen Miss­hand­lung – typi­scher­wei­se durch die Vor­nah­me meh­re­rer Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen ver­wirk­licht,

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Miss­hand­lung Schutz­be­foh­le­ner – durch Unter­las­sen

Der Tat­be­stand des § 225 Abs. 1 StGB kann in den Tat­va­ri­an­ten des Quä­lens und des rohen Miss­han­delns auch durch Unter­las­sen ver­wirk­licht wer­den. Eine Hand­lungs­pflicht kann sich inso­weit (hier: für die leib­li­che Mut­ter) auch bei einem Tat­ge­sche­hen (hier: Het­zen der Hun­de auf die geis­tig schwer­be­hin­der­te Toch­ter) erge­ben, dass sich in Abwe­sen­heit

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Baby-Schüt­teln – durch Unter­las­sen

Der Tat­be­stand der Miss­hand­lung Schutz­be­foh­le­ner (§ 225 Abs. 1 StGB) kann in den Tatal­ter­na­ti­ven des Quä­lens und des rohen Miss­han­delns auch durch Unter­las­sen ver­wirk­licht wer­den . In Fäl­len, in denen nicht fest­ge­stellt wer­den kann, wer von bei­den Eltern­tei­len die Miss­hand­lung zum Nach­teil des gemein­sa­men Kin­des vor­nahm, kommt in Anwen­dung des Zwei­fels­sat­zes

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Quä­len, rohes Miss­han­deln – und die Miss­hand­lung Schut­be­foh­le­ner

Das Quä­len, das rohe Miss­han­deln und die bös­wil­li­ge Für­sor­ge­pflicht­ver­let­zung sind selb­stän­di­ge Bege­hungs­for­men der Miss­hand­lung Schutz­be­foh­le­ner gemäß § 225 Abs. 1 StGB. Quä­len im Sin­ne die­ser Vor­schrift bedeu­tet das Ver­ur­sa­chen län­ger dau­ern­der oder sich wie­der­ho­len­der (erheb­li­cher) Schmer­zen oder Lei­den kör­per­li­cher oder see­li­scher Art. Meh­re­re Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen, die für sich genom­men noch nicht den

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Miß­hand­lung Schutz­be­foh­le­ner – und das Unter­las­sen der Mut­ter

Der Ver­bre­chens­tat­be­stand des § 225 Abs. 3 StGB setzt vor­aus, dass der Täter die schutz­be­foh­le­ne Per­son durch die Tat, also durch einen Angriff im Sin­ne von § 225 Abs. 1 StGB, in die kon­kre­te Gefahr des Todes, einer schwe­ren Gesund­heits­be­schä­di­gung (Nr. 1; vgl. S/S‑Stree/­S­tern­berg-Lie­­ben, StGB, 29. Aufl., § 225 Rn.19 ff.) oder

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Die Miss­hand­lung vor der Erpres­sung

Das Tat­be­stands­merk­mal "bei der Tat" (§ 250 Abs. 2 Nr. 3 Buchst. a StGB) bezieht sich auf die fina­le Ver­knüp­fung von Gewalt und Ver­mö­gens­ver­fü­gung, durch die die Erpres­sungs­de­lik­te geprägt sind. Es ist daher nur dann erfüllt, wenn die schwe­re kör­per­li­che Miss­hand­lung zur Erzwin­gung der Ver­mö­gens­ver­fü­gung oder zumin­dest zur Siche­rung der Beu­te ver­übt wird.

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Kin­des­miss­brauch als schwe­re Miss­hand­lung

Schmerz­haf­te ana­le Pene­tra­ti­ons­hand­lun­gen gegen­über Kin- dern kön­nen eine kör­per­lich schwe­re Miss­hand­lung (§ 176a Abs. 5, § 177 Abs. 4 Nr. 2 Buchst. a StGB) dar­stel­len. Nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ver­langt das Merk­mal der schwe­ren kör­per­li­chen Miss­hand­lung einer­seits nicht den Ein­tritt der in § 226 Abs. 1 StGB (schwe­re Kör­per­ver­let­zung) bezeich­ne­ten gra­vie­ren­den Fol­gen; ande­rer­seits

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Unter­of­fi­zie­re miss­han­deln Unter­ge­be­nen

Ein Vor­ge­setz­ter bei der die ihm unter­ge­be­nen Sol­da­ten ent­wür­di­gend behan­delt, muss mit dis­zi­pli­nar­recht­li­chen Sank­tio­nen rech­nen bis hin zu einer Her­ab­stu­fung um meh­re­re Dienst­gra­de. So die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts in dem hier vor­lie­gen­den Fall zwei­er Unter­of­fi­zie­re. Auf einem Schiff der Mari­ne hat­ten die bei­den Unter­of­fi­zie­re im Dienst­grad eines Maats bzw. Ober­maats

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Aus­beu­tung einer Haus­an­ge­stell­ten im Diplo­ma­ten­haus­halt

Die Kla­ge einer Haus­an­ge­stell­ten wegen behaup­te­ter „aus­beu­te­ri­scher Beschäf­ti­gung“ gegen einen Diplo­ma­ten ist vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­­lin-Bran­­den­burg abge­wie­sen wor­den wegen Unzu­läs­sig­keit. Damit wur­de das Urteil des Arbeits­ge­richts Ber­lin bestä­tigt. In dem hier vor­lie­gen­den Fall soll die Haus­an­ge­stell­te einen bis zu 20-Stun­­­den-Arbeits­­tag gehabt haben und das an sie­ben Tagen in der Woche. Dabei

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