Nota­ri­el­ler Ver­trag – und die Ver­mu­tung sei­ner Voll­stän­dig­keit und Rich­tig­keit

Die Ver­mu­tung der Voll­stän­dig­keit und Rich­tig­keit eines nota­ri­el­len Ver­tra­ges wird nicht durch die Vor­la­ge eines inhalt­lich abwei­chen­den Ver­trags­ent­wurfs wider­legt. Die nota­ri­el­le Kauf­ver­trags­ur­kun­de ist eine öffent­li­che Urkun­de im Sin­ne von § 415 ZPO. Sol­che Urkun­den erbrin­gen vol­len Beweis dar­über, dass die Erklä­rung mit dem nie­der­ge­leg­ten Inhalt so, wie beur­kun­det, abge­ge­ben wur­de

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Voll­stre­ckung in Deutsch­land – und die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit für die Titel­her­aus­ga­be­kla­ge

Bei einer in Deutsch­land (anste­hen­den) Voll­stre­ckung sind die deut­schen Gerich­te außer für die Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge auch für die Ent­schei­dung über die Kla­ge auf Her­aus­ga­be des Voll­stre­ckungs­ti­tels inter­na­tio­nal zustän­dig. Nr. 5 EuGV­VO bestimmt, dass für Ver­fah­ren, wel­che die Zwangs­voll­stre­ckung aus Ent­schei­dun­gen zum Gegen­stand haben, die Gerich­te des Mit­glied­staats zustän­dig sind, in des­sen Hoheits­ge­biet

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Her­aus­ga­be des Voll­stre­ckungs­ti­tels

Die Kla­ge auf Her­aus­ga­be der voll­streck­ba­ren Aus­fer­ti­gung eines unter § 794 ZPO fal­len­den Titels kann gemäß § 260 ZPO gleich­zei­tig mit der Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge erho­ben wer­den . Rich­ti­ger Beklag­ter einer Titel­her­aus­ga­be­kla­ge ist – wie bei der Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge – der Voll­stre­ckungs­gläu­bi­ger, also der in Titel oder Klau­sel als Gläu­bi­ger Benann­te . Der

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Pau­scha­le Voll­stre­ckungs­un­ter­wer­fungs­er­klä­run­gen im Grund­stücks­kauf­ver­trag

Pau­scha­le Unter­wer­fungs­er­klä­run­gen sind mit dem Kon­kre­ti­sie­rungs­ge­bot des § 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO unver­ein­bar. Der Ver­stoß gegen das Kon­kre­ti­sie­rungs­ge­bot führt zur Unwirk­sam­keit der Unter­wer­fungs­er­klä­rung. Sie kann mit der pro­zes­sua­len Gestal­tungs­kla­ge ana­log § 767 ZPO (Titel­ge­gen­kla­ge) gel­tend gemacht wer­den. Die Her­aus­ga­be der voll­streck­ba­ren Aus­fer­ti­gung einer Urkun­de mit einer Unter­wer­fungs­er­klä­rung kann ana­log §

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Bin­dungs­frist und Annah­me­frist im nota­ri­el­len Kauf­an­ge­bot

Die Erklä­rung eines Grund­stücks­käu­fers in sei­nem nota­ri­ell beur­kun­de­ten Ver­trags­an­ge­bot, dass sein Ange­bot über die Bin­dungs­frist von vier Wochen hin­aus wider­ruf­lich fort­be­steht, ist unwirk­sam, wenn eine von de Ver­äu­ße­rin vor­for­mu­lier­te Klau­sel vor­liegt, wel­che den Vor­schrif­ten über die rich­ter­li­che Kon­trol­le des Inhalts All­ge­mei­ner Geschäfts­be­din­gun­gen (§§ 307 – 309 BGB) unter­liegt. In einem

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Grund­schuld und Unter­wer­fungs­er­klä­rung – und die Belas­tungs­voll­macht

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs wird die Voll­streck­bar­keit des Titels dem Voll­stre­ckungs­ge­richt durch die Voll­stre­ckungs­klau­sel in for­ma­li­sier­ter Form vor­ge­ge­ben . Ob die Unter­wer­fungs­er­klä­rung ord­nungs­ge­mäß abge­ge­ben wor­den ist, muss der Schuld­ner im Wege der Erin­ne­rung gegen die Ertei­lung der Voll­stre­ckungs­klau­sel klä­ren las­sen (§ 732 ZPO) ; dazu gehört auch die

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Voll­stre­ckungs­un­ter­wer­fung in Grund­stücks­kauf­ver­trä­gen

Eine Klau­sel in einer nota­ri­el­len Urkun­de, mit der sich der Erwer­ber einer Eigen­tums­woh­nung "wegen etwai­ger Ver­pflich­tun­gen zur Zah­lung bestimm­ter Geld­sum­men" der Zwangs­voll­stre­ckung aus die­ser Urkun­de unter­wirft, genügt nicht den Anfor­de­run­gen des Kon­kre­ti­sie­rungs­ge­bots. Der Anspruch, hin­sicht­lich des­sen sich der Schuld­ner der sofor­ti­gen Zwangs­voll­stre­ckung unter­wirft, muss gemäß § 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO

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Wenn der Notar den Tes­ta­ments­voll­stre­cker bestim­men soll…

Das dem Urkunds­no­tar vom Erb­las­ser in sei­ner nota­ri­ell beur­kun­de­ten letzt­wil­li­gen Ver­fü­gung ein­ge­räum­te Recht zur Bestim­mung der Per­son des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers stellt für den Urkunds­no­tar einen recht­li­chen Vor­teil im Sin­ne des § 7 Nr. 1 BeurkG dar, so dass die dies­be­züg­li­che Beur­kun­dung der Wil­lens­er­klä­rung des Erb­las­sers unwirk­sam ist (§§ 2197 Abs. 1, 2198 Abs.

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Bie­ter­voll­macht in der Zwangs­ver­stei­ge­rung

Ob die Ver­tre­tungs­macht eines Bie­ters durch eine öffent­li­che oder öffent­lich beglau­big­te Urkun­de nach­ge­wie­sen ist, hat das Voll­stre­ckungs­ge­richt anhand der for­mel­len Beweis­kraft der vor­ge­leg­ten Urkun­de zu prü­fen. § 71 Abs. 2 ZVG ver­langt, dass ein als Ver­tre­ter auf­tre­ten­der Bie­ter sie­ne Ver­tre­tungs­macht vor dem Zuschlag durch eine öffent­li­che oder öffent­lich beglau­big­te Urkun­de nach­wei­sen

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Nota­ri­el­le Zwangs­voll­stre­ckungs­un­ter­wer­fung gegen­über dem "jewei­li­gen Gläu­bi­ger"

Wie ist eine nota­ri­el­le Unter­wer­fungs­er­klä­rung aus­zu­le­gen, in der der Schuld­ner die per­sön­li­che Haf­tungs­er­klä­rung aus­drück­lich nur gegen­über dem "jewei­li­gen Gläu­bi­ger" der Grund­schuld über­nom­men hat? Mit die­ser Fra­ge hat­te sich jetzt der Bun­des­ge­richts­hof im Rah­men eines Klau­seler­in­ne­rungs­ver­fah­rens zu befas­sen. Dem zugrun­de lag ein Fall, in dem die For­de­rung vom Gläu­bi­ger an einen

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Nota­ri­el­le Beleh­rungs­pflich­ten bei der Beur­kun­dung der Annah­me­er­klä­rung zu einem Grund­stücks­kauf­ver­trag

Wel­che Beleh­rungs­pflich­ten tref­fen einen Notar, der die Annah­me­er­klä­rung zu einem Grund­stücks­kauf­ver­trag beur­kun­det, ohne dass ihm die von einem ande­ren Notar beur­kun­de­te Ange­bots­er­klä­rung vor­liegt? Die­se Fra­ge hat­te nun der Bun­des­ge­richts­hof zu beant­wor­ten: Den Notar trifft nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs in die­ser Situa­ti­on kei­ne Pflicht, den die Annah­me des Kauf­an­ge­bots Erklä­ren­den dar­über

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Die nicht kopier­fä­hi­ge Notar­ur­kun­de

Der Notar ist nicht ver­pflich­tet, eine aus meh­re­ren Tei­len bestehen­de Urkun­de so zu hef­ten, dass die Foto­ko­pier­fä­hig­keit der ver­bun­de­nen Schrift­stü­cke erhal­ten bleibt. Sind Tei­le der Urkun­de les­bar, aber auf Grund der Hef­tung nicht kopier­fä­hig, muss er die Urkun­de nicht neu hef­ten. Im Grund­satz ist der Notar zu Urkunds­tä­tig­kei­ten ver­pflich­tet. Ein

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Voll­stre­ckung von Ehe­gat­ten­un­ter­halt nach Besol­dungs­ver­ord­nung

Eine 1972 von einem Notar auf­ge­nom­me­ne Urkun­de, in der sich der Schuld­ner ver­pflich­tet, an den Gläu­bi­ger Unter­halt in Höhe der Brut­to­be­zü­ge eines ledi­gen Regie­rungs­ra­tes der Besol­dungs­grup­pe A, letz­te Dienst­al­ters­stu­fe (14) der Saar­län­di­schen Besol­dungs­ord­nung gemäß Gesetz Nr. 935 zuzüg­lich Orts­zu­schlag I. b, Stu­fe 1 zu zah­len, genügt jeden­falls dann nicht mehr den

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Zustel­lung nota­ri­el­ler Urkun­den inner­halb der EU

Außer­ge­richt­li­che Schrift­stü­cke wie nota­ri­el­le Urkun­den, die außer­halb eines gericht­li­chen Ver­fah­rens erstellt wer­den, fal­len nach einem heu­te ver­kün­de­ten Urteil des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten unter das Sys­tem der inner­ge­mein­schaft­li­chen Zustel­lung. Die mit die­sem Sys­tem ange­streb­te jus­ti­zi­el­le Zusam­men­ar­beit kann sich sowohl im Rah­men als auch außer­halb eines gericht­li­chen Ver­fah­rens mani­fes­tie­ren. Die Zustel­lungs­ver­ord­nung

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