Voll­stre­ckung eines schwei­zer Unter­halts­ti­tels – und die feh­len­den Ent­schei­dungs­grün­de

Dass die zu voll­stre­cken­de Ent­schei­dung nicht mit Grün­den ver­se­hen ist, begrün­det für sich genom­men kei­nen Ver­stoß gegen den ord­re public nach Art. 34 Nr. 1 LugÜ 2007. Die Voll­streck­bar­er­klä­rung des schwei­ze­ri­schen Titels rich­tet sich nach Art. 38 ff. LugÜ 2007. Nach Art. 45 Abs. 1 Satz 1 LugÜ 2007 darf die Voll­streck­bar­er­klä­rung von

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Kin­der­ehen – und die feh­len­de Ein­zel­fall­prü­fung

Der Bun­des­ge­richts­hof hält die neue Rege­lung des Art. 13 Abs. 3 Nr. 1 EGBGB, wonach im Aus­land geschlos­se­ne Kin­der­ehen in jedem Fall ohne Ein­zel­fall­prü­fung in Deutsch­land nicht aner­kannt wer­den, für ver­fas­sungs­wid­rig und hat die Rege­lung dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zur Prü­fung vor­ge­legt: Es wird eine Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zu der Fra­ge ein­ge­holt, ob Art.

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Deut­scher Adels­ti­tel durch Namens­än­de­rung nach eng­li­schem Recht?

Der von einer deutsch-bri­­ti­­schen Dop­pel­staat­le­rin durch eine pri­va­te Namens­än­de­rungs­er­klä­rung nach eng­li­schem Recht ("deed poll") ein­sei­tig bestimm­te Fami­li­en­na­me kann auch unter Berück­sich­ti­gung der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on zur uni­ons­recht­li­chen Per­so­nen­frei­zü­gig­keit nicht als recht­lich ver­bind­li­cher Name nach deut­schem Recht aner­kannt wer­den, wenn er frei gewähl­te deutsch­spra­chi­ge Adels­be­zeich­nun­gen ent­hält. In dem

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Aner­ken­nung einer aus­län­di­schen Ent­schei­dung – und die Aus­sa­ge der Par­tei

Die Aner­ken­nung einer aus­län­di­schen Ent­schei­dung, die auf einer aus­führ­li­chen Beweis­auf­nah­me und Beweis­wür­di­gung beruht, wider­spricht nicht des­halb dem ord­re public, weil die aus­län­di­sche Ent­schei­dung auch eine nega­ti­ve Beweis­re­gel berück­sich­tigt, dass die Aus­sa­ge einer Par­tei zu ihren eige­nen Guns­ten kei­nen Beweis bil­de. des Über­ein­kom­mens über die gericht­li­che Zustän­dig­keit und die Aner­ken­nung und

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Voll­streck­bar­er­klä­rung eines Schieds­spruchs – Ver­jäh­rung und der ord­re public

Ein Schieds­spruch kann nach § 1059 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. b ZPO auf­ge­ho­ben wer­den, wenn sei­ne Aner­ken­nung oder Voll­stre­ckung zu einem Ergeb­nis führt, das der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public) wider­spricht. Das setzt vor­aus, dass die­ses Ergeb­nis mit wesent­li­chen Grund­sät­zen des deut­schen Rechts offen­sicht­lich unver­ein­bar ist. Dies ist der Fall, wenn der Schieds­spruch

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Voll­streck­bar­er­klä­rung eines Schieds­spruchs – ärzt­li­ches Berufs­recht und der ord­re public

Die Voll­streck­bar­er­klä­rung eines Schieds­spruchs wider­spricht nur der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public), wenn sie zu einem Ergeb­nis führt, das mit wesent­li­chen Grund­sät­zen des deut­schen Rechts offen­sicht­lich unver­ein­bar ist. Das ist der Fall, wenn der zu voll­stre­cken­de Schieds­spruch eine Norm ver­letzt, die die Grund­la­gen des staat­li­chen oder wirt­schaft­li­chen Lebens regelt, oder wenn

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Pol­ni­schen Ver­säum­nis­ur­teil – und der deut­sche erfah­rens­recht­li­che ord­re public

Die Voll­streck­bar­er­klä­rung eines pol­ni­schen Urteils ver­stößt gegen den deut­schen ver­fah­rens­recht­li­chen ord­re public inter­na­tio­nal, wenn das pol­ni­sche Gericht, weil der in Deutsch­land woh­nen­de Beklag­te kei­nen in Polen ansäs­si­gen Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten oder Zustel­lungs­be­voll­mäch­tig­ten bestellt hat, gemäß Art. 1135 § 2 des pol­ni­schen Zivil­ver­fah­rens­ge­setz­buchs die für die­se Par­tei bestimm­ten gericht­li­chen Schrift­stü­cke in der Gerichts­ak­te belas­sen

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Voll­stre­ckung vor­läu­fig voll­streck­ba­rer ita­lie­ni­scher Urtei­le – ohne Sicher­heits­leis­tung

Eine Voll­stre­ckung des erst­in­stanz­li­chen ita­lie­ni­schen Urteils in Deutsch­land wider­spricht nicht im Sin­ne von Art. 34 Nr. 1 EuGV­VO aF offen­sicht­lich dem deut­schen ver­fah­rens­recht­li­chen ord­re public. Zwar sind erst­in­stanz­li­che Urtei­le eines ita­lie­ni­schen Gerichts anders als ent­spre­chen­de Urtei­le eines deut­schen Gerichts im gesetz­li­chen Regel­fall ohne Sicher­heits­leis­tung vor­läu­fig voll­streck­bar (art. 282 cpc; § 709

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Das eng­li­sche Insol­venz­ver­fah­ren – und die Voll­streck­bar­er­klä­rung einer Third Par­ty Costs Order

Mit der Voll­streck­bar­er­klä­rung einer zu Las­ten eines Zeu­gen in einem eng­li­schen Insol­venz­ver­fah­ren erlas­se­nen Third Par­ty Costs Order hat­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen. Kon­kret stell­te sich die Rechts­fra­ge, ob eine Voll­streck­bar­er­klä­rung sich nach den Regeln der EuGV­VO oder nach denen der EuIns­VO rich­tet. Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Fra­ge jedoch

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Euro­päi­scher Voll­stre­ckungs­ti­tel – und die ord­re public

Wird in einem Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on ein Titel als Euro­päi­scher Voll­stre­ckungs­ti­tel bestä­tigt, fin­det eine ord­re publi­c­Über­prü­fung im Voll­stre­ckungs­staat nicht statt. EuVT­VO eröff­net für die Gerich­te des Voll­stre­ckungs­staats die Mög­lich­keit, unter Gel­tung der Ver­ord­nung die Zwangs­voll­stre­ckung dau­er­haft zu ver­wei­gern, wenn die als Euro­päi­scher Voll­stre­ckungs­ti­tel bestä­tig­te Ent­schei­dung mit einer frü­he­ren Ent­schei­dung

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EuGV­VO, Ver­tei­di­gungs­rech­te und der ver­fah­rens­recht­li­che odre public

Art. 34 Nr. 2 EuGV­VO stellt nicht auf die for­mal ord­nungs­ge­mä­ße Zustel­lung des ver­fah­rens­ein­lei­ten­den Schrift­stücks nach Art. 8 EuZ­VO 2000, son­dern auf die tat­säch­li­che Wah­rung der Ver­tei­di­gungs­rech­te ab. Die­se gel­ten als gewahrt, wenn der Beklag­te Kennt­nis vom lau­fen­den Gerichts­ver­fah­ren erlangt hat und des­we­gen sei­ne Rech­te gel­tend machen konn­te . Im Hin­blick auf

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Aus­tra­li­sche Unter­halt­s­ur­tei­le

Ein Unter­halts­ti­tel, der erlas­sen wur­de, nach­dem der Beklag­te wegen Miss­ach­tung des Gerichts (con­tempt of court) vom Ver­fah­ren aus­ge­schlos­sen und sei­ne Beschwer­de gegen den Aus­schluss des­halb als unzu­läs­sig zurück­ge­wie­sen wor­den war, kann gegen den ver­fah­rens­recht­li­chen ord­re public ver­sto­ßen. Dann ist eine Voll­streck­bar­er­klä­rung für das Gebiet der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land im Beschwer­de­ver­fah­ren nach

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