Wahl­wer­bung ohne Sarrazin

Die Bür­ger­be­we­gung „Pro Deutsch­land“ darf im Vor­feld der Wah­len zum Abge­ord­ne­ten­haus von Ber­lin nicht mit dem Namen Sar­ra­zin Wahl­wer­bung betrei­ben. Das Land­ge­richt Ber­lin hat es der Bür­ger­be­we­gung „Pro Deutsch­land“ per einst­wei­li­ger Ver­fü­gung unter­sagt, Wahl­wer­bung mit dem Namen Thi­lo Sar­ra­zins zu betrei­ben. Die Bür­ger­be­we­gung hat im Wahl­kampf den Slo­gan „Wäh­len gehen

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Die spä­ter bereu­te Äuße­rung in der Pressekonferenz

Wohl so manch einer hat eine Äuße­rung, die er im Rah­men eines Inter­views oder einer Pres­se­kon­fe­renz getä­tigt hat, spä­ter bereut. Dar­aus ergibt sich aber noch kein Anspruch gegen Medi­en, die­se nun ein­mal getä­tig­te Äuße­rung nicht zu zitie­ren. Das muss­te sich jetzt auch Eva Her­man, Buch­au­torin, Jour­na­lis­tin und ehe­ma­li­ge Spre­che­rin der

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Gerichtsgebäude

Pres­se­fo­tos und sit­zungs­po­li­zei­li­che Verfügung

Muss ein isla­mis­ti­scher Ter­ro­rist anläss­lich sei­nes Straf­ver­fah­rens eine Foto-Ver­­­öf­­f­en­t­­li­chung in der Bild-Zei­­tung dul­den? Der Bun­des­ge­richts­hof jeden­falls sah hier kein Pro­blem. Auch dass eine ent­ge­gen­ste­hen­de sit­zungs­po­li­zei­li­che Ver­fü­gung der Straf­kam­mer änder­te hier­an für den Bun­des­ge­richts­hof nichts: Die Beklag­te ist Her­aus­ge­be­rin der „Bild“-Zeitung. Der Klä­ger wur­de durch ein inzwi­schen rechts­kräf­ti­ges Urteil des Oberlandesgerichts

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Nur über mei­nen Rechtsanwalt

Ein Mie­ter hat gegen sei­ne Ver­mie­ter einen Anspruch dar­auf, dass tele­fo­ni­sche oder brief­li­che Kor­re­spon­denz nur über deren Rechts­an­walt geführt wird. Ein sol­cher Anspruch folgt für das Land­ge­richt Ham­burg aus § 823 Abs. 1 BGB in Ver­bin­dung mit § 1004 BGB sowie der miet­ver­trag­li­chen Neben­pflicht zur wech­sel­sei­ti­gen Rück­sicht­nah­me, die auch nach einer

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Courthouse

Kei­ne Wahl­wer­bung mit Sarrazin

Auch im Wahl­kampf ist nicht jedes Argu­ment erlaubt: Der frü­he­re Ber­li­ner Finanz­se­na­tor Thi­lo Sar­ra­zin hat vor dem Land­ge­richt Ber­lin eine einst­wei­li­ge Ver­fü­gung gegen den Ber­li­ner Lan­des­ver­band der NPD erwirkt. Mit dem Beschluss vom 26. April 2011 hat das Land­ge­richt der NPD unter­sagt, Zita­te von Sar­ra­zin und sei­nen Namen im Rahmen

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Gegen­dar­stel­lung gegen eine Fotomontage

Was wären Pro­mi­nen­te ohne die viel geschmäh­te yel­low press? Und wenn Sie die­se Zeit­schrif­ten bei Ihrem nächs­ten Fri­seur­be­such nicht lesen – eine reprä­sen­ta­ti­ve Aus­wahl der dor­ti­gen „Bericht­erstat­tung“ fin­det sich regel­mä­ßig auch in Gerichts­ur­tei­len. So muss­te sich jetzt aktu­ell das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he in zwei bei ihm anhän­gi­gen Beru­fungs­ver­fah­ren mit den Voraussetzungen

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Bundesverwaltungsgericht

Der Sedl­mayr-Mord und der Köl­ner Stadtanzeiger

Wenn sich ein Mün­che­ner mit einem Köl­ner Zei­tungs­ver­lag vor dem Ham­bur­ger Land­ge­richt und Ober­lan­des­ge­richt strei­tet, muss es wie­der ein­mal der Bun­des­ge­richts­hof rich­ten. Und so hat­te sich der Bun­des­ge­richts­hof nun erneut mit der Fra­ge der Zuläs­sig­keit des Bereit­hal­tens von Kurz­mel­dun­gen zum Abruf im Inter­net, in denen ein ver­ur­teil­ter Straf­tä­ter nament­lich genannt

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Wer­bung mit einem Fußballprofi

Ein Fuß­ball­pro­fi hat die Nen­nung sei­nes Namens in einer Wer­bung hin­zu­neh­men und besitzt kei­nen Lizen­z­an­spruch. Im hier vom Han­sea­ti­schen Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg zu ent­schei­den­den Fall ist der Klä­ger Mit­glied der deut­schen Fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft und spiel­te in der eng­li­schen Pre­mier League für den FC Chel­sea, wel­cher einem rus­si­schen Finanz­in­ves­tor Roman Abra­mo­witsch gehört. Ende

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Wer­be­por­trät eines Publikumlieblings

Nach einem heu­te ver­kün­de­ten Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs kann die Wer­bung mit der Abbil­dung einer pro­mi­nen­ten Per­son auf dem Titel­blatt einer Zei­tung aus­nahms­wei­se auch ohne eine die­se Abbil­dung recht­fer­ti­gen­de Bericht­erstat­tung zuläs­sig sein, wenn sie dem Zweck dient, die Öffent­lich­keit über das Aus­se­hen und die Aus­rich­tung einer neu­en Zei­tung zu infor­mie­ren. Der

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Auspuff

Der Rosen­ball von Monaco

Der Bun­des­ge­richt­hof hat – nach einer ent­spre­chen­den – das Ver­bot einer Wort- und Bild­be­richt­erstat­tung über den Rosen­ball in Mona­co, die Char­lot­te Casi­raghi, die Toch­ter von Prin­zes­si­on Caro­li­ne von Mona­coHan­no­ver in den Mit­tel­punkt stellt, auf­ge­ho­ben. Die Klä­ge­rin ist die Toch­ter der Prin­zes­sin Caro­li­ne von Han­no­ver. Im März 2007 ver­öf­fent­lich­te die von

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Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung – Bil­dungs­auf­trag vs. Persönlichkeitsrecht

Eine her­ab­set­zen­de Kri­tik der Bun­des­zen­tra­le für Poli­ti­sche Bil­dung an einem wis­sen­schaft­li­chen Auf­satz zum The­ma Anti­se­mi­tis­mus hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt als im Hin­blick auf das Per­sön­lich­keits­recht des Autors ver­fas­sungs­wid­rig ein­ge­stuft. Im Jahr 2004 erschien ein von dem eme­ri­tie­ren Bay­reu­ther Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Kon­rad Löw ver­fass­ter Auf­satz mit dem Titel „Deut­sche Iden­ti­tät in Ver­fas­sung und

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Gen-Milch

Wer­den Milch­kü­he mit gen­tech­nisch behan­del­tem Fut­ter gefüt­tert, darf ihre Milch als „Gen-Milch“ bezeich­net wer­den. Eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de eines in Bay­e­­risch-Schwa­­ben behei­ma­te­ten Milch­kon­zern gegen ein ent­spre­chen­des Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs nahm das Bun­des­ver­fas­sugs­ge­richt nicht zur Ent­schei­dung an: Die Ver­sa­gung des Anspruchs eines Milch­kon­zerns auf Unter­las­sung der öffent­li­chen Ver­wen­dung des Begriffs „Gen-Milch“ sei nicht

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Wohn­raum­fo­tos im Internet

Wer­den Fotos von Wohn­räu­men ohne Ein­wil­li­gung des Bewoh­ners der Räu­me zu Wer­be­zwe­cken ins Inter­net gestellt, stellt dies kei­ne Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zung dar, sofern aus den Fotos selbst oder ihrer Ein­bet­tung in die umge­ben­de Home­page kein Rück­schluss auf die Per­son des Bewoh­ners gezo­gen wer­den kann. Das Recht der Klä­ge­rin auf Wah­rung ihrer Pri­vat­sphä­re ist

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Nack­te Ober­bür­ger­meis­te­rin ver­letzt kein Persönlichkeitsrecht

Durch das Gemäl­de der nack­ten Ober­bür­ger­meis­te­rin, die nur mit Strap­sen und Amts­ket­te dar­ge­stellt wor­den war, fühl­te sich die betrof­fe­ne Dresd­ner Ober­bür­ger­meis­te­rin in ihrem Per­sön­lich­keits­recht ver­letzt. Anders als in der ers­ten Instanz noch das Land­ge­richt Dres­den hat nun das Ober­lan­des­ge­richt Dres­den ent­schie­den, dass das Gemäl­de der nack­ten Ober­bür­ger­meis­te­rin von der Meinungs-

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Per­sön­lich­keits­schutz und der Zugang zu EU-Dokumenten

Der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on hat den Umfang des Schut­zes per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten beim Zugang zu Doku­men­ten der Uni­ons­or­ga­ne prä­zi­siert: Die Ver­ord­nung über den Zugang zu Doku­men­ten sieht vor, dass die Orga­ne den Zugang zu einem Doku­ment ver­wei­gern, wenn des­sen Ver­brei­tung den Schutz der Pri­vat­sphä­re des Ein­zel­nen, ins­be­son­de­re gemäß den Rechtsvorschriften

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Verhandlungstisch

Die Über­wa­chungs­ka­me­ra auf dem Nachbargrundstück

Bei der Instal­la­ti­on von Über­wa­chungs­ka­me­ras auf einem pri­va­ten Grund­stück kann das Per­sön­lich­keits­recht eines ver­meint­lich über­wach­ten Nach­barn schon auf­grund einer Ver­dachts­si­tua­ti­on beein­träch­tigt sein. Allein die hypo­the­ti­sche Mög­lich­keit einer Über­wa­chung reicht dazu aber nicht aus. Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits frü­her ent­schie­den, dass die Her­stel­lung von Bild­nis­sen einer Per­son, ins­be­son­de­re die Film­auf­zeich­nung mit­tels einer

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Zita­te aus frem­den eMails

Der Ver­fas­ser eines Brie­fes oder einer eMail hat gegen­über dem Emp­fän­ger kei­nen Anspruch auf Unter­las­sung einer Ver­öf­fent­li­chung von Pas­sa­gen die­ses Schrei­bens, nur weil er durch das Zitat sei­nes eige­nen Schrei­bens in einem schlech­ten Licht dar­ge­stellt wer­den wür­de. Dies schrieb jetzt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt der Pres­se­kam­mer des Land­ge­richts Ber­lin ins Stamm­buch. Der

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Aktenvermerk

Ame­ri­ka­ni­scher Jour­na­lis­mus vor deut­schen Gerichten

Für Kla­gen gegen die New York Times sind deut­sche Gerich­te zustän­dig. Na ja, zumin­dest für Kla­gen, die Inter­net­ver­öf­fent­li­chun­gen der New York Times betref­fen. Wie heu­te der Bun­des­ge­richts­hof ent­schied, sind die deut­schen Gerich­te für eine Kla­ge wegen Beein­träch­ti­gung des Per­sön­lich­keits­rechts durch einen im Inter­net abruf­ba­ren Arti­kel inter­na­tio­nal zustän­dig, wenn der Artikel

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Verwaltungsgericht Köln / Finanzgericht Köln

Ver­öf­fent­li­chun­gen über den Sedl­mayr-Mord – zum drit­ten Mal beim BGH

Der Bun­des­ge­richts­hof muss­te sich erneut mit der Fra­ge befas­sen, ob der Mör­der des Schau­spie­lers Wal­ter Sedl­mayr einen Anspruch dar­auf hat, dass die sei­ner­zei­ti­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen heu­te nicht mehr frei im Inter­net zugäng­lich sind. Nach­dem der Bun­des­ge­richts­hof in sei­ner ers­ten Fall, in dem es um Ver­öf­fent­li­chun­gen im Inter­net­auf­tritt einer öster­rei­chi­schen Zei­tung ging,

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Der Sedl­mayr-Mord im Rundfunk-Archiv

Das Deutsch­land­ra­dio darf Mit­schrif­ten nicht mehr aktu­el­ler Rund­funk­bei­trä­ge, in denen im Zusam­men­hang mit dem Mord an Wal­ter Sedl­mayr der Name der Ver­ur­teil­ten genannt wird, in ihrem „Online-Archiv“ wei­ter­hin zum Abruf bereit­hal­ten. Der Bun­des­ge­richts­hof ent­schied jetzt, dass die wegen Mor­des an dem Schau­spie­ler Wal­ter Sedl­mayr Ver­ur­teil­ten von Deutsch­land­ra­dio nicht ver­lan­gen können,

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Kin­der­fo­tos in der Presse

Im Bereich der Bild­be­richt­erstat­tung kann nicht gene­rell bean­sprucht wer­den, die Ver­öf­fent­li­chung jeg­li­cher Fotos, die einen bestimm­ten Min­der­jäh­ri­gen zei­gen, bis zu des­sen Voll­jäh­rig­keit zu unter­las­sen. Kein gene­rel­ler Unter­las­sungs­an­sprucdh im Bereicdh der Bild­be­richt­erstat­tung Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann im Bereich der Bild­be­richt­erstat­tung weder mit einer „vor­beu­gen­den“ Unter­las­sungs­kla­ge über die kon­kre­te Verletzungsform

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Esra – Per­sön­lich­keits­ver­let­zung in Romanform

Wegen Ver­let­zung des Per­sön­lich­keits­rechts durch Ver­öf­fent­li­chung des Romans „Esra“ bestehen kei­ne Ansprü­che auf eine Geld­ent­schä­di­gung, ent­schied jetzt der Bun­des­ge­richts­hof und bestä­tig­te damit ein ent­spre­chen­des Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Mün­chen. Die Klä­ge­rin ver­langt Geld­ent­schä­di­gung wegen Ver­let­zung ihres all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts durch den Roman „Esra“, des­sen Ver­le­ge­rin die Beklag­te zu 1 und des­sen Autor der

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Geld

Inter­na­tio­na­le Per­sön­lich­keits­ver­let­zun­gen im Internet

Inter­net­sei­ten haben nun ein­mal die tech­nisch beding­te Eigen­schaft, bei­na­he über­all auf der Welt abruf­bar zu sein. Doch begrün­det die­se Abruf­bar­keit auch eine Zustän­dig­keit der Gerich­te jedes die­ser Län­der für eine Kla­ge auf Unter­las­sung die­ser Ver­öf­fent­li­chun­gen? Und wel­ches Recht ist für die­sen Unter­las­sungs­an­spruch anwend­bar, das Recht des Ver­öf­fent­li­chungs­staa­tes oder das Recht

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Bum – Bum – Sonntagszeitung

Wie der Bun­des­ge­richts­hof jetzt ent­schie­den hat, kann die Wer­bung mit der Abbil­dung einer pro­mi­nen­ten Per­son auf dem Titel­blatt einer Zei­tung aus­nahms­wei­se auch ohne eine die­se Abbil­dung recht­fer­ti­gen­de Bericht­erstat­tung zuläs­sig sein, wenn sie dem Zweck dient, die Öffent­lich­keit über die Gestal­tung und Aus­rich­tung einer neu­en Zei­tung zu infor­mie­ren. Die Kon­tra­hen­ten: Der

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Kai­ser-Kin­der

Auch für die Kin­der von Pro­mi­nen­ten besteht kein umfas­sen­der Anspruch gegen die Pres­se, die Ver­öf­fent­li­chung jeg­li­cher Fotos bis zur Voll­jäh­rig­keit zu unter­las­sen. In zwei jetzt vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Rechts­strei­ten hat­ten die min­der­jäh­ri­gen Kin­der von Franz Becken­bau­er. 2007 erschie­nen in ver­schie­de­nen Zeit­schrif­ten aus dem Ver­lag der Beklag­ten Abbil­dun­gen, die die Kläger

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Wider­spruchs­recht bei Betriebsübergang

Geht ein Betrieb oder ein Betriebs­teil durch Rechts­ge­schäft auf einen ande­ren Inha­ber über, so tritt die­ser nach § 613a BGB in die Rech­te und Pflich­ten aus den bestehen­den Arbeits­ver­hält­nis­sen ein. Aller­dings kann der Arbeit­neh­mer gemäß § 613a Abs. 6 BGB dem Über­gang sei­nes Arbeits­ver­hält­nis­ses auf den Betriebs­er­wer­ber inner­halb eines Monats nach

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Gemein­schafts­zel­le mit offe­ner Toilette

Die Unter­brin­gung von Gefan­ge­nen in Gemein­schafts­zel­len mit offe­ner Toi­let­te ist nicht men­schen­un­wür­dig. Mit die­ser Begrün­dung ver­sag­te das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf jetzt einem Häft­ling die Pro­zess­kos­ten­hil­fe für eine Schmer­zens­geld­kla­ge über ein Schmer­zens­geld von 2.420 € wegen einer nach sei­ner Auf­fas­sung men­schen­un­wür­di­gen Inhaf­tie­rung in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Duis­burg in einer Gemein­schafts­zel­le mit offe­ner Toi­let­te. Der

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Ent­schä­di­gung wegen Altersdiskriminierung

Beschränkt ein öffent­li­cher Arbeit­ge­ber die Aus­wahl, wel­che Beschäf­tig­te er einem sog. „Per­so­nal­über­hang“ zuord­net und dann zu einem sog. Stel­len­pool ver­setzt, auf Beschäf­tig­te einer bestimm­ten Alters­grup­pe, so führt das zu einer unzu­läs­si­gen unter­schied­li­chen Behand­lung wegen des Alters iSd. § 10 AGG, wenn er sei­ne Vor­ge­hens­wei­se ledig­lich damit recht­fer­tigt, sie sei zur

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Haf­tung für die ver­pach­te­te Domain

Zur Haf­tung des Ver­päch­ters einer Domain für Äuße­run­gen auf der von sei­nem Päch­ter betrie­be­nen Web­site hat jetzt der Bun­des­ge­richts­hof in einem Rechts­streit Stel­lung genom­men, in dem es um einen Bei­trag auf „focus.de“ ging. Der Bun­des­ge­richts­hof bejah­te hier­bei eine Haf­tung des Domain-Ver­­­päch­­ters im Grund­satz, auch wenn er sie im kon­kre­ten Fall

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Das zufäl­lig mit­ge­hör­te Telefongespräch

Das zivil­recht­li­che all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits­recht des Gesprächs­part­ners eines Tele­fon­ge­sprächs ist ver­letzt, wenn der ande­re einen Drit­ten durch akti­ves Han­deln ziel­ge­rich­tet ver­an­lasst, das Tele­fon­ge­spräch heim­lich mit­zu­hö­ren. Aus der rechts­wid­ri­gen Erlan­gung des Beweis­mit­tels folgt ein Beweis­ver­wer­tungs­ver­bot: Der Drit­te darf nicht als Zeu­ge zum Inhalt der Äuße­run­gen des Gesprächs­part­ners ver­nom­men wer­den, der von dem

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Pres­se­schau – und die Haf­tung für Fremdbeiträge

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat jetzt die Ver­fas­sungs­be­schwer­de eines Ver­la­ges nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men, mit der sich der Ver­lag gegen die Ver­ur­tei­lung zur Haf­tung für Fremd­bei­trä­ge wand­te, die der Ver­lag in einer „Pres­se­schau“ ver­öf­fent­licht hat­te. Die Beschwer­de­füh­re­rin ver­legt eine Zeit­schrift, die sich mit dem Bör­sen­ge­sche­hen befasst. Im Novem­ber 2000 ver­öf­fent­lich­te sie inner­halb der

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Indi­vi­dua­li­sie­ren­de Medi­en­be­richt­erstat­tung bei Sexualstraftaten

Eine Medi­en­be­richt­erstat­tung, aus der sich die Iden­ti­tät eines Straf­tä­ters ent­neh­men läßt, ist nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts auch dann ver­fas­sungs­ge­mäß, wenn es sich dabei um eine Sexu­al­straf­tat han­delt. Der Beschwer­de­füh­rer in der jetzt vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schie­de­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­de und Ver­fü­gungs­klä­ger des zivil­recht­li­chen Aus­gangs­ver­fah­rens ist ehe­ma­li­ger Pro­­­fi-Fuß­­bal­l­­spie­­ler aus Karls­ru­he, der bis

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Der „durch­ge­knall­te Staats­an­walt“ und die Meinungsfreiheit

Die Äuße­rung „Durch­ge­knall­ter Staats­an­walt“ stellt nicht zwin­gend eine Belei­di­gung dar. Urteil­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt und hob die anders­lau­ten­den Straf­ur­tei­le des Amts­ge­richts Tier­gar­ten sowie des Ber­li­ner Kam­mer­ge­richts gegen den ehe­ma­li­gen deut­schen Kul­tur­staats­mi­nis­ter Micha­el Nau­mann wie­der auf. Der Beschwer­de­füh­rer ist Jour­na­list, Ver­le­ger, Publi­zist und Mit­her­aus­ge­ber der “ Zeit „, einer gro­ßen deut­schen Wochen­zei­tung. Im.

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Bewer­tungs­por­ta­le im Internet

Der Bun­des­ge­richts­hof hat­te heu­te über die Zuläs­sig­keit einer Leh­rer­be­wer­tung im Inter­net zu ent­schei­den. Kon­kret ging es um das Inter­net­por­tal „spickmich.de“. Die Par­tei­en strei­ten über die Zuläs­sig­keit der Bewer­tung der Leis­tun­gen der Klä­ge­rin als Leh­re­rin mit Namens­nen­nung durch Schü­ler auf der Web­site www.spickmich.de , die von den Beklag­ten gestal­tet und verwaltet

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Verwaltungsgericht Köln / Finanzgericht Köln

Der Kino­film über das eige­ne Leben

Es fällt schwer, sei­ne eige­ne Pri­vat­sphä­re zu schüt­zen, wenn man zuvor die Medi­en für eige­ne Zwe­cke ein­ge­spannt hat. So hat auch jetzt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt den Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung wegen dro­hen­der Ver­öf­fent­li­chung eines Kino­films über den „Kan­ni­ba­len von Roten­burg“ abge­lehnt Der Antrag­stel­ler ist wegen eines von ihm began­ge­nen Tötungs­ver­bre­chens, bei

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Vor­stands­ge­häl­ter bei Sparkassen

Mit einem heu­te ver­kün­de­ten Urteil hat es das Ober­lan­des­ge­richt Köln – unter Abän­de­rung des anders­lau­ten­den erst­in­stanz­li­chen Urteils des Land­ge­richts Köln – einer nie­der­rhei­ni­schen Spar­kas­se durch einst­wei­li­ge Ver­fü­gung ver­bo­ten, die Bezü­ge sei­nes Vor­stands­vor­sit­zen­den in der Jah­res­bi­lanz, dem Anhang oder dem Geschäfts­be­richt unter Namens­nen­nung offen zu legen oder offen legen zu lassen.

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Reha­bi­li­tie­rung bei DDR-Kinderheimen

Vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt war jetzt eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen Ableh­nung eines Antrags auf Reha­bi­li­tie­rung für die Unter­brin­gung in Kin­der­hei­men und Jugend­werk­hö­fen in der DDR erfolg­reich. Der 1955 gebo­re­ne Beschwer­de­füh­rer befand sich von 1961 bis 1967 in Heim­erzie­hung und anschlie­ßend zwangs­wei­se bis Janu­ar 1972 in ver­schie­de­nen Ein­rich­tun­gen in der ehe­ma­li­gen DDR. Der Beschwer­de­füh­rer beantragte

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Der Kan­ni­ba­le von Rotenburg

Der Spiel­film über „Kan­ni­ba­len von Roten­burg“ darf nach einem heu­te ver­kün­de­ten Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs gezeigt wer­den. Der Klä­ger ist durch Pres­se­be­rich­te über sei­ne Tat als „Kan­ni­ba­le von Roten­burg“ bekannt und rechts­kräf­tig wegen Mor­des zu einer lebens­lan­gen Frei­heits­stra­fe ver­ur­teilt wor­den. Er hat­te im März 2001 einen Men­schen getö­tet, den Kör­per ausgenommen,

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Josch­ka hat ein Haus

Wo beginnt die Pri­vat­sphä­re eines Pro­mi­nen­ten, oder: wor­über darf die Pres­se alles berich­ten? Die­se Fra­ge stell­te sich jetzt wie­der ein­mal den Gerich­ten, wobei dies­mal Anlass zum Streit ein Bericht in der Zeit­schrift „BUNTE“ war, in dem über einen Haus­kauf des ehe­ma­li­gen Aus­sen­mi­nis­ters Josch­ka Fischer berich­tet wur­de. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs

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Die Per­so­nal­ak­te des Ministerpräsidenten

Nach § 4 des säch­si­schen Pres­se­ge­set­zes sind alle Behör­den ver­pflich­tet, den Ver­tre­tern der Pres­se und des Rund­funks, die sich als sol­che aus­wei­sen, die der Erfül­lung ihrer öffent­li­chen Auf­ga­be die­nen­den Aus­künf­te zu ertei­len, sofern nicht die­ses Gesetz oder all­ge­mei­ne Rechts­vor­schrif­ten dem ent­ge­gen­ste­hen. Die Aus­kunft darf nur ver­wei­gert wer­den, wenn und soweit Vorschriften

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Wenn Herr Mül­ler-Lüden­scheid heiratet

Die Rege­lung des § 1355 Absatz 4 BGB sieht vor, dass Ehe­gat­ten sol­len, so bestimmt es § 1355 Abs. 4 BGB, bei der Ehe­schlie­ßung durch Erklä­rung gegen­über dem Stan­des­amt einen gemein­sa­men Fami­li­en­na­men und damit Ehe­na­men bestim­men, wobei sie zwi­schen dem Geburts­na­men oder den bis­her geführ­ten Namen eines der bei­den Ehe­gat­ten wäh­len kön­nen. Bestimmen

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Beweis­ver­wer­tungs­ver­bot bei mit­ge­hör­ten Telefongesprächen

Ermög­licht bei einem Tele­fon­ge­spräch einer der Gesprächs­part­ner einer im Raum befind­li­chen wei­te­ren Per­son ziel­ge­rich­tet, das Gespräch heim­lich mit­zu­hö­ren, indem er z.B. den Raum­laut­spre­cher des Tele­fons anstellt oder das Gerät vom Ohr weg­hält, ver­letzt er das Per­sön­lich­keits­recht des Gesprächs­part­ners. Die Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zung hat in die­sen Fäl­len nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zur

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Schmer­zens­geld für unge­neh­mig­te Bildveröffentlichung

Das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he hat­te sich mit Fra­gen zur „rela­ti­ven Per­son der Zeit­ge­schich­te“ zu befas­sen: Die beklag­te Her­aus­ge­be­rin eines Maga­zins für Pop­kul­tur und Style ver­an­stal­te­te 2007 ein „Bord­ste­in­du­ell“ zwi­schen dem inter­na­tio­nal bekann­ten Sän­ger Rea Gar­vey und einem ande­ren Sän­ger, die dabei als Stra­ßen­mu­si­kan­ten in Hei­del­berg auf­tra­ten. Rea Gar­vey musi­zier­te unter anderem

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Die Haupt­ver­hand­lung im Fernsehen

Wie weit geht der Anspruch der Pres­se auf Bericht­erstat­tung aus der Haupt­ver­hand­lung eines öffent­lich stark beach­te­ten Straf­ver­fah­rens? Kon­kret: Hat eine Rund­funk­an­stalt für ihre Bericht­erstat­tung auch einen Anspruch auf Bil­der aller Pro­zess­be­tei­lig­ter – ein­schließ­lich des Ange­klag­ten und sei­nes Ver­tei­di­gers? Mit die­ser Fra­ge hat­te sich jetzt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Rah­men eines vom

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„Der Holo­caust auf Ihrem Teller“

Vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist jetzt der Ver­such von „Peta“ ohne Erfolg geblie­ben, Ihre Wer­be­kam­pa­gne „Der Holo­caust auf Ihrem Tel­ler“, die bereits in ande­ren LÄn­dern lief, doch noch in Deutsch­land zei­gen zu dür­fen. Der Beschwer­de­füh­rer, ein ein­ge­tra­ge­ner Ver­ein, ist die deut­sche Reprä­sen­tanz der welt­wei­ten Tier­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Peta. Im März 2004 woll­te der

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Oberlandesgericht München

Der Psych­ia­ter in der Insolvenz

Die Ver­pflich­tung, dem Insol­venz­ver­wal­ter die für die Durch­set­zung pri­vat­ärzt­li­cher Hono­rar­for­de­run­gen erfor­der­li­chen Daten über die Per­son des Dritt­schuld­ners und die For­de­rungs­hö­he mit­zu­tei­len, besteht auch im Insol­venz­ver­fah­ren über das Ver­mö­gen eines Fach­arz­tes für Psych­ia­trie, Psy­cho­the­ra­pie und Psy­cho­ana­ly­se. Pri­vat­ärzt­li­che Hono­rar­for­de­run­gen sind grund­sätz­lich pfänd­bar und unter­lie­gen dem Insol­venz­be­schlag. Der Schuld­ner ist im Insol­venz­ver­fah­ren verpflichtet,

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Aktenvermerk

Per­sön­lich­keits­rech­te auf der Titelseite

Der Bun­des­ge­richts­hof hat­te dar­über zu ent­schei­den, ob dem Klä­ger Gün­ther Jauch wegen der Ver­wen­dung sei­nes Bild­nis­ses Zah­lungs­an­sprü­che zuste­hen, nach­dem ein Zeit­schrif­ten­ver­lag den Klä­ger auf der Titel­sei­te eines Rät­sel­hef­tes mit dem Bild­un­ter­schrift „Gün­ther Jauch zeigt mit ‚Wer wird Mil­lio­när?’ wie span­nend Quiz sein kann“ abge­bil­det hat­te, ohne dass das Heft einen

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Spe­zi­al­roll­stuhl als ein­zi­ges Fortbewegungsmittel

Eine 48-jäh­­ri­­ge Beschwer­de­füh­re­rin hat­te Erfolg mit ihrer Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen sozi­al­ge­richt­li­che Beschlüs­se, die es abge­lehnt hat­ten, ihr einen spe­zi­el­len Elek­troroll­stuhl, der für sie die ein­zi­ge Mög­lich­keit dar­stellt, sich im häus­li­chen Bereich ohne frem­de Hil­fe zu bewe­gen, im Wege des Eil­rechts­schut­zes zu bewil­li­gen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hob die ange­grif­fe­nen Beschlüs­se des Sozi­al­ge­richts und

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Regie­ren­de Fürs­ten und ihre Enkel

Wie­der ein­mal hat die mone­gas­si­sche Fürs­ten­fa­mi­lie einen Bei­trag zur deut­schen Per­sön­lich­keits­rechts­ge­schich­te geleis­tet. Dies­mal wehr­te sich ein Enkel des ver­stor­be­nen Fürs­ten Rai­nier von Mona­co gegen einen Bericht, in dem zwei Tage nach der Beer­di­gung des Fürs­ten durch­weg posi­tiv über ihn berich­tet wur­de. Die BEr­li­ner Instanz­ge­richt hat­te ihm noch Recht gege­ben und

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Unter­su­chung im Intim­be­reich bei Untersuchungshäftlingen

Unter­su­chung im Intim­be­reich bei Unter­su­chungs­häft­lin­gen sind nur bei kon­kre­ten Ver­dachts­mo­men­ten ver­fas­sungs­ge­mäß, wie das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt jetzt klar gestellt hat. Der Beschwer­de­füh­rer, ein Steu­er­be­ra­ter, wur­de mor­gens gegen sie­ben Uhr, als er sei­ne Kin­der zur Schu­le brach­te, wegen Ver­dachts der Bestech­lich­keit und der Untreue zum Nach­teil des berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­werks für Rechts­an­wäl­te fest­ge­nom­men und

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Geldscheine

Das Lie­bes­le­ben der Promis

Auch ein häu­fi­ges Auf­tre­ten in der Öffent­lich­keit und öffent­li­che Äuße­run­gen eines „Pro­mi­nen­ten“ über sei­ne neue Bezie­hung gegen der Pres­se in der Regel kein Recht, ohne die erfor­der­li­che Ein­wil­li­gung Bil­der aus deren pri­va­tem Lebens­kreis zu ver­öf­fent­li­chen, wenn der Ver­öf­fent­li­chung kein im Rah­men der Abwä­gung zu berück­sich­ti­gen­des aus­rei­chen­des Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­se zukommt. Mit dieser

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Sport­ver­band darf Sper­ren auf sei­ner Inter­net­sei­te veröffentlichen

Ein Sport­ver­band darf Sper­ren, die gegen ihm ange­schlos­se­ne Sport­ler ver­hängt wur­den, auf sei­ner Inter­­net-Home­­pa­ge ver­öf­fent­li­chen. Dies bestä­tig­te jetzt das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he in einem einst­wei­li­gen Ver­fü­gungs­ver­fah­ren. Der Klä­ger des vom OLG Karls­ru­he ent­schie­de­nen Falls nimmt den beklag­ten Sport­ver­band auf Unter­las­sung der Ver­öf­fent­li­chung einer Ein­tra­gung auf sei­ner Home­page in Anspruch. Der Kläger

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